Der Hundekotbeutelstationspate

Der Hundekotbeutelstationspate

Das Wort ist recht lang, aber meine Patenschaft vor 9 Jahren war nur kurz.

Eine Vielzahl von Hundekotbeutelstationen in dieser Stadt wird von ehrenamtlich tätigen Paten befüllt.

Damals war ich morgens mit dem Hund immer ab 7:00 Besucher meiner Stammtankstelle.

Hinter der Tankstelle war ein Park für den Hund mit Freilaufgelände.

Und vor der Tankstelle befand sich eine Hundekotbeutelstation, also so ein Metallkasten mit den Beuteln zum Herausziehen.

Der war aber immer leer.

Also wurde ich Pate dieser Station und mir wurden kurzfristig 10000 Hundekotbeutel in zwei Kartons nach Hause geliefert.

Leider bekam ich keinen Schlüssel für die HKBS, wenn ich das mal abkürzen darf. Nachdem ich dieses Manko zweimal angemahnt hatte, habe ich die 9961 Beutel wieder abholen lassen.

39 Stück hatte mein Hund schon benutzt, ich hatte also durchaus Geduld bewiesen.

Ich war damals also nur ein potentieller Pate.

„Don Corleone“ einer HKBS braucht einen Schlüssel, basta.

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Und heute?

Bei mir in Nähe des Hauses gibt es zwei Spielplätze, einen kleinen „oben“ auf dem Hügel und einen großen „unten“ im Tal mit einem Fußballplatz und einem Feuerlöschteich.

Der obere ist immer sauber, da findet man auch wenn man richtig intensiv sucht, nirgendwo Hundescheiße.

Die Leute machen das weg, weil da ringsum Häuser stehen und weil es eine HKBS gibt, die zuverlässig befüllt wird.

Der untere hingegen ist ein Graus, da darf man den Weg kaum verlassen, weil überall kleine und große Hundescheiße am Rand liegt.

Widerlich.

Aber es gibt dort auch keine HKBS.

Drei große Mülleimer umrahmen den Spielbereich. Müll liegt da fast nie herum.

Aber Kacke.

Und weil mich dieser Dreck nervt, wollte ich dort auch eine HKBS haben und gleichzeitig die Patenschaft übernehmen.

Ich bin alt und habe daher öfter mit der Stadtverwaltung zu tun.

Manchmal geht mir irgendetwas auf den Sack und wenn ich merke, dass das immer wieder passiert, dann schreibe ich an die Stadt damit das geändert wird, was mich stört.

So ist Alter.

Ein Halteverbot an einer Straßenecke habe ich kürzlich auch durchgesetzt, nicht nur auf nette Weise, zugegeben, aber eben strategisch angelegt und nur schwer abzulehnen.

Geht doch.

So, also rief ich jetzt die Entsorgungsbetriebe der Stadt an, bat um eine HKBS für den unteren „Spieli“ wie man sagt und bot gleichzeitig meine Patenschaft für die Kiste an.

Aber der Spieli hat keine „Reinigungsklasse“ wie sich schnell herausstellte.

Es gibt „RK 0“ bis „RK 8“.

Dort wird von dem Entsorgungsbetrieb gar nicht gereinigt, also hängen die dort auch keine HKBS auf.

„Geht nicht“.

Das dürfen die nur bei vorgegebener „Reinigungsklasse“.

Das ist so eine Regel.

Unklar war dann aber, wer denn die drei Mülleimer jede Woche ausleert.

„Wir nicht!“, so schallte es aus dem Hörer.

Nach kurzer Recherche stelle ich dann fest, dass der Bereich „Stadtgrün“ die Mülleimer leert, wenn sie Rasen mähen oder Blätter wegfegen.

Aber die von „Stadtgrün“ wiederum dürfen keine HKBS aufstellen!

Dafür ist ausschließlich der Entsorgungsbetrieb zuständig!

Wie in Schilda.

Der von der Beschwerdestelle des Entsorgers wollte mir dann eine HKBS zuschicken, wenn er eine findet.

Oder es sollte eine „verloren“ gehen wie ich frech anregte. Mein Gott.

Danach sollte das Stadtlogo entfernt werden und ich die Station quasi „völlig privat“ betreiben.

Damit wäre allen Vorschriften Genüge getan.

Die Kiste ist aber immer noch nicht hier, ich sollte die selbst anschrauben. Die dürfen ja nicht, wegen Reinigungsklasse und so.

Und wenn die mir jetzt wieder 10000 Hundekotbeutel liefern, aber keine Station dazu, dann scheißt mein Hund zukünftig vor das Verwaltungsgebäude.

Da ist auch keine HKBS.

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Hier ist „Stammtankstelle“ von 2016:

Das Leben ‚auf‘ der Stammtankstelle

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„peace, tranquility and good will“

Ein Gedanke zu “Der Hundekotbeutelstationspate”

  1. „Behörden-Pingpong“ gepaart mit Sturheit – ein Thema für sich, bald im Tarzan-Blog. Für heute nur so viel:In meiner Jugend lief im TV „Was bin ich?“ – Beruferaten mit Robert Lembke.Seltsamerweise ist mir ein einziger Beruf in Erinnerung geblieben: „Curlingbahneismeister“ – vertrackt genug.Aber „Hundekotbeutelstationspate“ schlägt alles – genial!

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