


„Draußen vor der Tür„
Der Normanne ist ein junger Mann, der ist „voll digital“, alles hat bei ihm Einsen und Nullen.
Er selbst ist eine Eins, der kann nämlich ganz schön viel und außer auf einem Friedhof hat der fast überall gearbeitet.
Er kennt sogar Claudia S., die mit Karl L. Fotos machte und so. Diese „Faust“-Serie als Gretchen zum Beispiel.
Mode wohl auch.
Also er kennt die von einer früheren Arbeit her. Sie war so alt wie er selbst. Damals. Und heute sind auch beide gleich alt.
Auf Konstanten wie die Zeit ist Verlass.
Jedenfalls hat der keinen Haustürschlüssel, der Normanne, der kommt mit einem Code bei sich rein oder mit seinem Fingerabdruck. Ich beobachte ihn nicht so genau, ich bin ja kein Blockwart.
„Hachkafka“ ruft er mich -keine Ahnung, weshalb- wenn er Zeit hat oder „Hachfresse“, wenn er keine Zeit hat.
Das sind klare Ansagen, die man zu schätzen lernen muss. Niemand anderem würde ich das durchgehen lassen.
Andere haben keine 30kg Muskelmasse mehr als ich.
„Checkst Du?“
Ich nenne ihn „Apollo“ nach dem Hund von dem von „Magnum“.
„Higgins“ hieß der Besitzer der Hunde „Zeus“ und „Apollo“, er war Verwalter des Anwesens in der TV-Serie aus den 80ern. Die Hunde leben nicht mehr.
Und „Magnum“ hatte einen Schnauzbart, durfte aber den Ferrari benutzen. Higgins kam aus UK und hatte auch einen Schnauzer. Das war so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit „Magnum“.
Ach, sorry, diese Erinnerungen sind überwältigend.
Draußen, richtig.
Die Tür.
Das Schloss.
Das Problem.
Bei uns sind 8 Schlüssel im Umlauf, aus Sicherheitsgründen.
Acht.
8, das ist eine Zahl aus zwei Nullen.
Und ich habe mich vorgestern zum x-ten Mal ausgeschlossen als ich den Müll rausbrachte und verhindern wollte, dass der schwarze Hund hinter mir rausschlüpft.
Ich bleibe ziemlich entspannt.
Ausgeschlossen? Routine! Kennichschon.
Allerdings war Schlüssel Nummer 2 mit meiner Frau, der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, noch für Stunden in einem anderen Bundesland.
Nummer 3 trieb sich mit dem kleinen Kind in der entfernten Großstadt herum.
Der Vierte, deponiert bei Nachbar A, war mal wieder mit dem Wohnmobil weg. Die Nachbarn B mit Nummer 5 waren in Skandinavien.
Man macht doch Anfang November keinen Urlaub, mein Gott!
Dann habe ich das große Kind, das über Nummer 6 verfügt, angerufen.
-Eine Ausnahme, ich telefoniere eigentlich nur mit Arztpraxen, Werkstätten und meiner Physiotherapeutin, da bin ich persistent-
„Ja, kein Ding, Vaddern, ich kann kommen, dauert aber drei Stunden, bin ja an der Nordsee!“
„Nein, bloß nicht! Bleib da!“
Die Schlüssel 7 und 8 wollte ich nicht wegen dieser Lappalie behelligen, das wäre thematisch in der Zukunft als Hilfsbereitschaft zu oft neu aufgekocht worden.
Eine 8 hat ja zwei Nullen.
Kennt man.
„Ist irgendwo etwas offen? Gartentür oder Fenster?“, fragte der Footballer aus der Defense mit den vielen guten Ideen.
„Ja, das Kinderzimmerfenster vorn steht offen, ist aber 6 Meter weit in Richtung Himmel von meiner Holzbank!“
„Dann besorg‘ Dir eine Leiter und kletter‘ da rein!“
Hat geklappt, ich wäre ja allein nicht so flexibel, ich setze zu oft auf den Faktor „Zeit“.
Reines Abwarten löst viele Problene.
Also erst die 3m auf den Holzbalkon, dann nochmal 3m mit derselben Leiter bis zum offenen Fenster.
Da standen zwei Lautsprecher, die muss ich mal woanders hinstellen, morgen vielleicht.
Eine „Normannenleiter“ war das!
Nachbarschaftshilfe!
Er hat mir sogar die Handhabung erklärt.
Von einer Leiter!
Es ist übrigens von Vorteil, wenn man gut lüftet, und auch, wenn man einen Normannen mit einer Leiter kennt.
BTW: Den Haustürschlüssel trage ich jetzt an einer Kette um den Hals.
Ich bleibe nämlich „analog“.
–
„peace, tranquility and good will“
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Großartig, Nukivertreter!
Bist Du auch aus der Normandie?
Meiner lässt immer wieder etwas Französisch einfließen, so wie Karl Lagerfeld. Das ist sehr angenehm, dieses Französische.
Auch, wenn ich es nicht verstehe, klanglich ist das toll.
Danke! Ich bleibe -aus Kostengründen- bei „Schlüssel am Hals“. Ohne Batterie.
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