















„Mein Wille geschehe“
…. ja, wir kennen das.
Ich lese gerade das Buch mit diesem Titel.
Schwarzer Humor included.
Passend, dass es von Pastor Bernd Schwarze ist. Sein Witz hat die Farbe einer Soutane. Und Rockmusik liebt er auch. Schwarz.
Großartig.
Und bei CNN findet gerade die Trauerfeier für Papst Franziskus statt. Also auch in Rom, klar.
Gestern twitterte der größte ‚Dealmaker aller Zeiten‘ noch „Melania and I will be going to the funeral of Pope Francis, in Rome. We look forward to being there!“
Er freut sich darauf, ich mich auf seines ebenso. Gerecht soll es doch zugehen bei der Freude. Er mag sich einen goldenen Sarg und goldene Schuhe wünschen, es wird ihm nicht helfen.
Papst, Rom, Konklave, Schuhe.
Die religiösen Grenzbereiche suche ich nicht, aber ich habe das Gefühl, dass die hinter mir her sind.
Irgendwann holen sie ja jeden ein, die Frage ist nur wann. Man will das nicht wissen. Das Wissen darum, wann endgültige Dinge geschehen, kann sehr grausam sein.
Der Mensch sollte nicht zu viel wissen wollen.
Allerdings gibt es Phänomene, die ich gern noch verstehen möchte. Zum Beispiel das mit den „Werbern“ für die Zeugen Jehovas.
Zwei junge Männer, weiße Hemden, dazu Krawatten, Hosen mit Bügelfalte und kleine Rucksäcke in schwarz oder dunkelblau auf dem Rücken. Ihre Uniform.
Besser erkennbar als Polizisten.
Wenn die an meiner Tür klingeln, es tun nur die Neulinge, dann wird es schwierig.
„Mon dieu! Bitte klingeln Sie hier nicht nochmal, notieren Sie sich das. Ich bin mitten im Gebet gewesen. Nur wegen Ihnen muss ich jetzt neu anfangen! Wie soll ich das meinem Gott erklären? Wie Sie Ihrem? Salve!“
Das geht schnell.
Man könnte selbst dem Tod ähnlich begegnen.
„Ich bin hier nicht angetreten, um mir überall Freunde zu suchen“.
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In der Stadt hingegen an den Jehova-Ständen stehen eher die Älteren, auch Frauen, aber mindestens zwei Personen sind es stets.
In letzter Zeit sind sie oft zu dritt, meistens ist eine auffallend junge Frau dabei, die man noch auf die Türdrückerliste setzen könnte, also auf die für die Mobilwerbung, vom Fitnesszustand her.
Das sind oft unterschiedliche, ich schaue mir Person Nummer 3 immer sehr genau an. An guten Tagen spreche ich die auch an, damit ich mehr Zeit für das optische Studium habe. Kajal, Ohrring, Ringe, ich muss das prüfen können.
Es wäre unhöflich, drei Meter entfernt eine 25jährige Zeugin Jehovas anzustarren. Ich muss näher rankommen, das geht im Gespräch besser und meine Augen sind kein Jahreswagen mehr.
Ihre Brillen sind beispielsweise, „gefühlt“, von 1985, deutlich älter als die Augen hinter dem Glas.
Die sind recht konservativ gekleidet und wirklich immer ungeschminkt.
Doch sind da durchaus attraktive Frauen dabei. Ich traue mich nicht, eine Typberatung vorzuschlagen, aber die könnten viel mehr Kunden für ihr Unternehmen akquirieren, wenn sie morgens weniger Zeit ins Gebet aber mehr davon vor dem Spiegel investieren würden.
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Meine Frau nennt mich wegen dieser Betrachtungen einen „Macho“.
Das halte ich für falsch.
Ich sehe nur gern Schönes. Das ist doch kein Fehler, oder? Anderes sehe ich gar nicht, das geschieht mir auffallend oft.
„Hast Du den Mann gesehen? Den mit dem grünen Anzug und dem gelben Hemd?“ fragt mich die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, in der Spitaler Straße.
„Einen Mann? Nein. Ich schaue mir Männer selten an und diese Farben schon gar nicht.“
„Ach, und wenn es eine Frau gewesen wäre?“
„Dann kommt es darauf an, was trotz der Farben drin ist.“
Leider scheine ich es doch zu sein.
Aber ich kann mir doch jetzt nicht jeden Mann ansehen, um ihr Urteil zu entkräften! Das wäre doch nur „Show“, unehrlich, gespielt.
Dann verpasse ich zahlreiche schöne Frauen in geschmackvollen Outfits. Wozu hat Gott sie erschaffen? Nur für ihr eigenes Wohlbefinden und den Spiegel? Nein.
Meine Betonung liegt auf „geschmackvoll“.
Hier im Norden Italiens arbeitet nämlich in der „Bella Vista Bar“ eine junge Dame in zu kurzem, weitem Rock. Der ist bei mir nicht unter „geschmackvoll“ einzusortieren.
Ich nenne die Bar nur „Bella Vista Porno“.
Das findet meine Frau unfair und stellt sich auf die Seite der Kurzberockten. Frauen halten gern zusammen. Man sieht da Dinge, die ich nicht mehr zu sehen bereit bin.
Niemals würde ich es wagen, dort einen „Sex-On-The-Beach“ zu bestellen.
Mein Gott, man weiß es doch nicht.
–
Bei den Zeugen Jehovas wiederum sehe ich zu wenig von dem, zu dem ich bereit wäre.
Und jetzt stelle ich mir Fragen.
„Dürfen gepiercte, tätowierte, schöne oder dezent geschminkte Frauen da gar nicht ‚mitmachen‘ bei den ‚Jehovas‘?“
„Verbietet der Glaube an bestimmten Stellen das Sich-Aufhübschen, auch wenn es nur dazu dient, sich als Frau noch wohler in der eigenen Haut zu fühlen?“
„Gehen nur immer dieselben Frauen zu den Zeugen Jehovas oder legen sie bei Aufnahme moderne Designerkleidung ab und wechseln zu langen, dunkelblauen Röcken im Oma-Stil?“
„Wollen die Frauen die Ernsthaftigkeit ihres Glaubens dokumentieren indem sie für innere Werte stehen, äußere aber sehr offensichtlich ablehnen?“
„Liebt Gott nur Rüschenblusen, Maxi-Röcke und Altersheim-Beige?“
„Machen Sie sich vor Gott klein und unauffällig oder wollen Sie schon im Leben äußerlich Einkehr halten und abkehren vom Wahn des Äußeren?“
Ich kritisiere ja diese bearbeiteten Influencer-Bilder im Netz auch, aber das ist eine andere Liga.
Hier geht es um die Realität.
Ja, jeder darf wie er mag. Aber weshalb mögen die denn alle dasselbe? Verstehe ich nicht.
„Da kommt eine Frau, eindeutig eine Prostituierte, zu Jesus. Sie weint. Ihre Tränen fallen auf seine Füße und sie salbt sie dann auch noch mit einem sündteuren Öl. Die Umstehenden sind empört. Aber Jesus hört sie an. Er nimmt sie, wie sie ist.“
Selten, dass ich „Gott“ und „Sünderin“ googele, zugegeben.
Eben, Kajal geht doch. Auch. Selbst, wenn es „Sünde“ wäre.
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Und nun ein Schwenk zum modernen Automobil.
Ihr schafft das noch.
Auf dem Bild seht Ihr zwei blaue Autos.
Ich dachte gleich, hach, ein Volvo V60 und sein SUV-Bruder dahinter, der XC60. „Ein anderes Blau“ wie im Lied vom Maurenbrecher.
Leider stellte er sich als BMW X3 heraus. Auch ein Ford Focus sieht von der Seite sehr ähnlich aus.
Kaum unterscheidbar sind die heute.
Gibt es weltweit nur noch einen Designer?
Was will ich damit sagen?
Ist Gott auch so ein „Designer“ und will seine weiblichen Jünger einheitlich und bieder ohne Schmuck und Schminke?
Alle …. gleich, zumindest modisch?
Der ist anders, Freunde. 🙂
Und dass dieser Vogel sich erfrecht, sich im strahlend blauen Anzug auf dem Petersplatz inmitten vom Schwarz zu sitzen, es braucht keine weiteren Worte. Hier bitte kein „Anders“. Vergib ihm nicht!
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Übrigens tragen die Männer in den weißen Hemden jetzt manchmal keine schwarzen Lederschuhe mehr sondern Sneakers.
Das ist ein Fortschritt.
Vor allem, weil das schwarze Leder in der Vergangenheit oft nicht geputzt und gepflegt erschien.
Achtet mal darauf.
Leute, Jeans gehen auch.
Auch beim Rausschmiss.
Ich bin weniger abhängig von Äußerlichkeiten als ihr denkt.
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„peace, tranquility and good will“
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Hier noch, ergänzend und passend zum Tag, die Geschichte nach Lukas:
–Eine Sünderin salbt Jesus–
„Jesus ging in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch.
Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl.
Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er:
‚Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist.‘
Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: ‚Simon, ich möchte dir etwas sagen.‘
Er erwiderte: ‚Sprich, Meister!‘
Jesus sagte: ‚Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben?‘
Simon antwortete: ‚Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat.‘
Jesus sagte zu ihm: ‚Du hast recht.‘
Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon:
‚Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet. Du hast mir (zur Begrüßung) keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst. Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt.‘
Deshalb sage ich dir:
‚Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie (mir) so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe.‘
Dann sagte er zu ihr:
‚Deine Sünden sind dir vergeben.‘
Da dachten die anderen Gäste:
‚Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt?‘
Er aber sagte zu der Frau:
‚Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!'“
(Lk 7,36-50)
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Also, etwas Schmuck, ein wenig Kajal und ein kleines Upgrade beim Dress, alles wird Euch vergeben werden. 🙂
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Toll zusammengetackert. Bibel-Gleichnis und Erlebnis. 🙂
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