









Wie man durch die Lösung eines Problems größere Probleme bekommt
Ein Automobil, ein „modernes Fortbewegungsmittel“, wie die nahezu perfekte Kunsthistorikerin es bei der Nord-Art 2024 ausdrückte, muss gut zu fahren sein.
Und es muss sauber sein. Basta.
Das unterscheidet einen fahrbaren Untersatz von „Kunst“.
Beuys hat das verstanden.
Aber sein Auto hat er vermutlich nicht selbst gereinigt. Seinem Bentley S1 blieb er 20 Jahre treu, bis er 1986 starb.
Er lebt weiter.
Das Alter eines Fahrzeugs ist nämlich gleichgültig.
Das ist wie bei Diane Lane, Julianne Moore und Hannelore Elsner.
Nachhaltiger als ein E-Fahrzeug dürfte ein Langzeitaltmobil auch sein. Aber das ist wirtschaftlich nur für den Halter darstellbar.
Die Industrie dürfte an Haltbarkeit eher wenig Interesse haben.
„Wie Dein Schuh, so auch Du!“, das gilt auch für ein Automobil. Also muss es rein sein.
Und es war nicht das erste Mal, dass die Scheiben so sauber waren, dass ich nachts hätte „fühlen“ sollen, ob das Beifahrerfenster offen oder geschlossen ist.
Die warme, feuchte Luft muss ja raus, also lüftet man vor dem Parken. Wer will Eis drinnen? Außer vom Italiener, klar.
Leider war es des Nachts mal wieder offen, das Fenster. Der Italiener ist zu. Es ist ja Winter.
Und dann kann man im Winter im Auto morgens rodeln, wenn der Wind mit den weißen Flocken in der Nacht gespielt hat.
Unschön, wenn man schnell sieht, dass ein Fenster gar nicht voll mit Schnee ist, aber der Sitz, die CDs, die Tasche, das Armaturenbrett, die Armlehne, der Fußboden.
Alles.
Zum Glück Pulverschnee von Liselotte aus dem Himmel! So bringt sie sich in Erinnerung.
„You’ve got the picture?“
Ja, Sauberkeit und Ordnung sind nicht ohne Nachteile.
–
Vor einigen Jahren hatte ich mir eine CD von „Little Simz“ gekauft. Es dürfte nur 2 Jahre her sein. Donald war nicht mehr Präsident oder noch nicht wieder.
Also ein Zwischenalbum aus der Zeit der befreiten Augen und Ohren.
Diese CD hatte ich in einem Bekleidungsgeschäft an der Schanze gehört als die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, sich für eine Tasche erwärmte, die sie letztendlich doch nicht kaufte.
In der Zeit bis zu ihrer Entscheidung hatte ich fast die ganze CD gehört, die Verkäuferin wegen der Musikerin interviewt und die CD auch schon online bestellt.
So geht Tasche!
Ohne die wäre das nicht möglich gewesen. Ohne meine Frau natürlich auch nicht, ich würde ja freiwillig nicht in ein Bekleidungsgeschäft für Damenmoden gehen.
Es sei denn, es läuft laute Musik. Oder eine Verkäuferin macht durch das Schaufenster einen sympathischen Eindruck.
Oder beides.
Die CD von „Little Simz“ ist wirklich sehr, sehr gut, zuhause aber nicht mehr ganz so gut wie mit der Schanzentasche im Rückraum.
Und ohne die beiden Taschen-Frauen vor und hinter dem Tresen.
Das ist ein anderes Setting, einsam vor zwei Lautsprechern ohne Ledertasche.
Es ist dann wieder wie mit dem Rotwein, den man aus der Toskana bei Siena mit nach Hause nimmt und der an der windigen Ostsee anders schmeckt als auf einem warmen Hügel im sonnigen Italien.
Und diese feine CD lag jetzt eineinhalb Jahre auf einem CD-Player.
Offen sichtbar, mahnend, ungeduldig.
Nur die CD.
Ich konnte nämlich das Cover mit dieser Papphülle nicht finden.
Nicht, dass hier deutsche „Ordnung“ herrschen würde, nein, aber eine Platte braucht ein Zuhause in einer Hülle.
Und gestern tauchte aus dem Nichts diese Hülle wieder auf!
Großartig!
Leider war da aber schon eine andere CD drin, mit gelben und blauen Wolken.
Kein Wort auf der Scheibe. Aber Wolken.
Die musste sich verlaufen haben!
Eine unglaublich gute Platte, dieser Irrläufer, ein wenig Anklänge an die beste Band der Welt, an „Wilco“, aber es war nicht die Stimme von Jeff Tweedy.
Noch besser als die kleine Simz!
Und da steht wirklich nichts drauf, kein Name, kein Titel, keine Plattenfirma, einfach „nix“.
Eine Frechheit!
Wie soll man dann den Rest des veröffentlichten Gesamtwerkes beschaffen?
Also das „Simz“-Problem gelöst, aber ein neues, unbekanntes erschaffen.
Das ist fast wie in der Politik.
Man weiß nicht, was man bekommt. Wie bei Pralinen, das meinte schon Forrest Gump. Aber eine Ahnung und Zweifel sollte man sich bewahren. Sicher ist nicht viel.
Ok, ein Volvo und das Amen in der Kirche.
Ich hätte damals einfach nicht mit in dieses Geschäft gehen sollen! Keine Tasche, aber zwei Probleme.
Man kann doch auch 40 Minuten draußen rauchen.
Oder in den Himmel schauen.
–
Ergänzung:
Auf der Rückseite des Irrläufers steht am inneren Ring eine klitzekleine Nummer.
‚Z17971‘, dazu „wea“, mit einer Lupe noch erkennbar. Jedenfalls für meine Jahre.
„Mojave 3“, eine Promo-CD.
Großartig.
Wo ist das Cover, verdammt nochmal?
–
„peace, tranquility and good will“
Laute Musik in Geschäften? … nö, DAS mag ich nu mal so gar nicht, wenn ich da beim Einkaufen lautstark zugedröhnt werde; ich verlasse dann meist fluchtartig nach ein paar Minuten den Shop.
Aber *schmunzel*, wenn ich wo Musik höre (zum Beispiel in Filmen etc.), Musik, die mir wahnsinnig taugt und ich nicht weiß wer der Interpret ist, dann ist es oft so, dass ich alle Hebel in Bewegung setze, um jenen ausfindig zu machen.
Ach ja, maddin, und wie immer … klasse geschrieben 😉
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