Der Kennzeichenfotograf

Der Kennzeichenfotograf

Wenn man ein „Sammler“ ist, kann man das kaum ändern. Einer, der sammelt, der macht das nicht zum Spaß, der erweitert sein Ich.

Der muss!

Bücher, CDs, Vinyl, Lautsprecher … selbst gebraucht ist das mit Kosten verbunden, auch wenn eine CD nur einen Euro kostet, oft auch nur die Hälfte. Häufig liegen die auch an der Straße wie die DVDs.

Moderne Zeiten.

Aber ideal für Sammler. V.

Dieses „V“, das war ein kleiner Fehler, ich denke aber, dass das unbewusst für einen Sieg steht.

Volksmusik lasse ich in der Regel liegen, bis auf eine Compilation mit Carolin Reiber auf dem Cover.

Die erinnert mich an das „Früher“ auch wenn ich die Musik nicht kenne.

Wir „Sammlercharaktere“ sterben ja in den nächsten 25 Jahren quasi aus.

Oder kennt Ihr noch einen Münz- oder Briefmarkensammler unter 60?

Eben!

Kürzlich hatte ich zum Spaß Autokennzeichen mit den „Schnapszahlen“ 1111 bis 9999 gesammelt, als Fotos, digital und kostenfrei.

Das war relativ schnell erledigt.

Bis auf die „6666“, die war etwas problematisch. Seitdem ich die habe, sehe ich überall welche. Auch ein typisches Phänomen.

Dann regte das „kleine Kind“ unter dem Baum an, dass ich ja Jahreszahlen als nächstes „sammeln“ könnte. Sie dachte an alle mit einer „2“ vorn, alle 2000er, also an 26 Stück.

Keine Challenge.

Das war am 25. Dezember 2024 und am 26sten habe ich dann beim Brötchenholen angefangen. Einige „Standorte“ in der Umgebung waren mir schon bekannt.

Das Lesen von Kennzeichen ist bei manchen Menschen irgendwie zwanghaft, das kann sein.

Mein Nachbar hat beispielsweise die recht seltene „1975“, sogar mit seinen Initialen! Eine von nur maximal möglichen 676 „1975ern“ in der Stadt, die verbotenen „Erkennungszeichen“ in der Mitte müsste man sogar noch subtrahieren. Will man nur einen Buchstaben in der Mitte und das eigene Geburtsjahr, gibt es ja nur 26 Stück in der Stadt.

Nicht so einfach zu bekommen.

Ich wollte also die letzten 100 Jahre „haben“, weil ich selbst die 1925 „trage“. Allerdings ist das nicht mein Geburtsjahr sondern die „1925“ steht für das Alter unserer großen Kinder zum Zeitpunkt des Erwerbs des Automobils. Wir machen das bald 20 Jahre so. Zuerst mit einer „71“, dann mit „1610“ und „1016“, heute mit „2519“ und „1925“.

Die Buchstaben in der Mitte müssen immer gleich sein, auch die Reihenfolge.

Deshalb kaufen wir ungern ein anderes Auto. Alle 9 Jahre, vorher hatten wir einen 17 Jahre Rhythmus.

Also einmal.

Davor war das „Wir“ ein „Ich & Ich“.

An sich bin ich auf mein Ergebnis nach einer Woche Sammelei von „Autojahreskennzeichenzahlen“ schon ein wenig „stolz“.

Ich mag das Wort.

27 Buchstaben. Buchstabenquersumme 9. Wunderbar.

Man könnte auch Wörter mit Buchstabenanzahlen sammeln deren Quersumme 9 ergibt.

BSQS 9, das hat etwas, was Elon Musk nicht hat. Also Gutes.

„donaldtrump“ hat eine BSQS von 2, das sagt eine Menge aus! Das ist der zweitschlechteste, mögliche Wert. Ich selbst habe BSQS 3.

Es ist erstmal nur eine Idee!

Das Sammeln macht ja nur solange Freude wie die Kollektion unvollständig ist. Hat man alles, ist es langweilig. Jeder passionierte Sammler weiß das. Deshalb sollte man sich nur erweiterbaren Gegenständen zuwenden.

Mit den Autokennzeichenzahlen könnte man ja zur Not bis zu Jesus Christus rückwärts arbeiten.

Mit allen Jahren ab 1950 konnte ich bislang etwas „verbinden“, musikalisch zum Beispiel. Das entfällt bei Kennzeichen aus der Zeit der Bauernkriege, bei mir zumindest.

Auch Kennzeichen in der Form „2506“ für den 25. Juni kann man sammeln, aber das sind ja 366 Stück und was macht man beim 5. Juli?

Nimmt man die „57“?

Dann muss man für den Nikolaus die „612“ nehmen, ja, das ginge, den 61. Februar gibt es ja nicht. Dann hat man aber das Problem mit dem 8. August, jedenfalls oft. Siehe unten!

Darüber muss man nachdenken!

–

Ein paar Details zu Kfz-Kennzeichen im Allgemeinen:

Nicht alles ist möglich.

Wie immer im Leben….. vielerorts sind manche Kombinationen aus guten Gründen verboten. Das gilt für die mittleren Buchstaben, aber auch für einige Zahlen.

HH als mittleres „Erkennungszeichen“ gibt es nicht überall, sondern sehr selten, aber in Hamburg schon, weil Hamburg ja „vorn“ sowieso „HH“ hat. In den meisten Städten sind KZ, NS, HJ, AH, HH, SA, SS und SD in der Mitte verboten und werden nicht vergeben. IS wird leider selten ausgeschlossen, ich würde das jedoch begrüßen, wenn dem so wäre. Die sind recht zahlreich, diese Kennzeichen mit einem „IS“, vermutlich aus provokativen Gründen.

Es gibt noch mehr Fälle, der Artikel bei Wikipedia ist so lang wie ein Konzert von Taylor Swift. Leider fehlen die Bestimmungen der einzelnen Städte und Landkreise.

„TS“ wäre übrigens für ihre Fans erlaubt aber die haben noch keinen Führerschein, jedenfalls nicht mehrheitlich.

Zwischenbemerkung:

Auch Kombinationen sind teilweise untersagt wie S-ED, SK-IN, IZ-AN, SU-FF, WAF-FE oder BUL-LE. Davon gibt es noch mehr, vor allem aus politischen Gründen. Sehr gut so.

Die 88 ist auch eine selten zu findende Zahl und das ist ebenso gut. Die meisten Verbote bei Zahlen hat Brandenburg:

88, 888, 8888, 188, 1888, 8818, auch 1488 wegen „fourteen words“, das geht auf einen US-Neonazi zurück.

Diese Zahl würde ich also meiden damit Ihr nicht falsch „einsortiert“ werdet. Ich wusste das nämlich auch nicht.

Hier gibt es aber zu meinem Ärger noch „HH“ und auch die „88“.

Muss das sein? Nein!

ChatGPT hat in diesem Fachbereich wirklich große Schwächen, auf drei einfache Fragen, deren Antwort ich kannte, erhielt ich jeweils falsche Antworten.

Der „Gerald Bernd Trost“ ist nämlich auch nur ein Mann, der denkt mit seinem Internet würde er alles wissen. Das ist falsch. Der Gerald tut oft nur so.

Nagelt man ihn dann mit einer Korrektur fest, entschuldigt er sich, hat aber nichts dazugelernt.

Schwach, Gerald.

Männer scheinen oft so selbstbewusst von sich zu denken, jedenfalls nach außen, das mache ich ja auch von Zeit zu Zeit.

Das ist psychohygienisch sehr gesund. Zumindest so lange bis jemand merkt, dass auch der Grenzen hat, die ebenso eng sind wie die von allen anderen auch

. Nur auf anderem Land.

Von Bob Dylan hat Gerald auch keine Ahnung, wenn es um die wesentlichen Details geht. Vielleicht geht es mit Carolin Reiber besser.

Ach so, das Formale.

So ein deutsches Kennzeichen bietet Platz für 8 Stellen, nicht mehr. Auch mit einem „E“ am Ende, mehr als 8 Zeichen passen nicht drauf.

HH-GB 7999E geht also nicht, da muss man entweder auf das B verzichten oder statt des Jeanspreises von 79,99 mit dem T-Shirt für 7,99 auf dem Kennzeichen vorlieb nehmen.

Das spricht in gewisser Weise gegen E-Autos, zeigt es doch einen Mangel an „Freiheitsgraden“, was wiederum recht „passend“ zu E-Mobilen ist.

Alles geht ja nie.

Nicht alle „Jahreszahlen“ werden gleich oft vergeben, scheint mir, die 1920er, 1930er und 1940er sind das Hauptproblem meines Sammelbereiches.

Wer will schon mit Jahreszahlen der 30er oder 40er herumfahren? Selbst dann, wenn man in diesen Jahren geboren wurde, will man das nicht. Außerdem werden in meiner Stadt erst seit rund 15 Jahren vierstellige Zahlen im Kennzeichen vergeben. Ältere FahrerInnen haben daher vielleicht andere Favoritenkennzeichen aus ihrer Vergangenheit.

100jährige fahren nicht immer ein Auto.

Vermutlich wurden die vierstelligen Zahlen mit diesen neueren Kennzeichen mit der blauen linken Seite eingeführt, habe ich jetzt nicht nachgelesen, ich habe ja die Kafka-Biografie, die schaffe ich sonst nicht.

Nötig war das hier nicht, das mit den vierstelligen Zahlen, denn in einer Stadt mit circa 220.000 Einwohnern braucht man keine grob 6.000.000 möglichen Kennzeichenkombinationen. In Berlin, Hamburg, Köln und München braucht man vierstellige Zahlen jedoch zwingend.

Hier darf man bei „braucht“ das „B“ nicht weglassen, sonst ist das sinnentstellend. Ich hatte nämlich beim Tippen zuerst „… *raucht* man vierstellige Zahlen“.

Auch in Tippfehlern steckt Wahres! In Großstädten, da wird ja fast alles geraucht!

Recht einfach sind die 1990er als Geburtsjahre zu finden. Viele 2000er haben den zusätzlichen Vorteil auch als Geburtstagsdatum gelesen werden zu können.

Es ist recht erstaunlich, dass es Menschen gibt, die keinerlei Wert auf ihren Geburtstag legen, nie feiern, aber das Datum am Auto öffentlich präsentieren.

Zum Spaß habe ich danach einige Male gefragt, sogar an der Tankstelle. Meistens sind es Treffer. Geburtstage als Kennzeichen.

Gut zu merken, klar.

„Haben Sie am 28. November Geburtstag?“ ergibt eine hohe Trefferquote bei Fahrerinnen mit der 2811 im Kennzeichen. Aber dies nur am Rande.

Natürlich könnte man auch Männer ansprechen, theoretisch.

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Mir fehlen jetzt ab 1950 noch folgende Kennzeichenzahlen:

1952, 1968, 1978, 1983

Ganz schwach ist der Zeitraum 1925-1949:

Ich habe nur 1925, 1932, 1937, 1941, 1947, 1948, da wartet noch viel Arbeit.

Die „1971“ und die „1991“ habe ich gestern in einem Parkhaus „erlegt“.

Das war ein Akt der Verzweiflung, weil ich die zwar vorher mehrfach gesehen hatte, aber nur bei fahrenden Autos.

Am meisten ärgert mich die fehlende „1978“ wegen der WM in Argentinien. Ardiles, Mario Kempes, Ihr wisst schon. Ardiles war ein großartiger Defensiver, ein 6er, heute oft vergessen und jetzt schon über 70, der hat lange in England gespielt. Wendig, klug, sparsam. Technisch perfekt. Ein Porsche auf zwei Beinen.

Einer der besten aus den 1970er und 1980er Jahren.

Neben Bernd Schuster.

Politisch auch damals schon heikel, diese WM in Argentinien.

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Ah, ja, Kennzeichen, sorry, Fußball hat eben mehr „Geschichten“ zu erzählen.

„1968“!

Bob Beamon in Mexico City!

8,90m im Weitsprung!

…. und ich habe sie nicht.

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Ich fotografiere und sammele nur „parkendes Material“.

Die Bilder müssen scharf sein. Gegen schmutzige Kennzeichen habe ich noch kein probates Mittel gefunden aber ich habe ja einige „Doppelte“ und kann schmutzige bei Bedarf ersetzen.

Waschen geht bei Fotos nicht.

Ich will eigentlich auch keine Kennzeichen von anderen Fotografen, ich will das ganz allein schaffen. Zur Not werde ich irgendwann 4:1 tauschen. Aber nur wenn die mir angebotene und noch fehlende Kombination sauber und scharf aus der Nähe fotografiert ist! Dann biete ich 4 Zahlen im Tausch an. Auch 5, wenn jemand handeln will.Für Geburtstage, Hochzeitsjahre, Ihr wisst schon.

Aber ich verkaufe meine geleistete Sammelarbeit nicht.

Eine Woche Zeit-Investment!

Das kostet!

Ab 200€ pro Jahr würde ich neu nachdenken, wenn jemand mehrere abnimmt.

Ich tausche also nur.

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Als erster Tipp, wenn Ihr auch eine Sammlung anlegen wollt:

Niemals an einem wichtigen Kennzeichen vorbeifahren und denken „mache ich auf dem Rückweg“.

Das geht meistens daneben.

FahrerInnen mit den gesuchten Zahlenkombinationen sind „Fluchtwesen, die sind auf Eurem Rückweg nämlich „weg“.

Kurz: Parken, Foto machen und wieder zurück ins Jagdgebiet.

Wenn meine Frau dabei ist, halte ich natürlich nicht an, merke mir aber den Standort genau.

Für den nächsten Tag! Das klappt selten, sagte ich ja.

Ich spreche die Jahreszahl leise nur vor mich hin. Die Gattin schaut zu mir vom Beifahrersitz, sagt nichts, dann wieder blickt sie nach vorn. Mit dieser kleinen Falte zwischen den Brauen. Sie hält mich vermutlich für „irre“, aber sie spricht es nicht aus. Schon dafür liebe ich diese kleine, kaum sichtbare Falte.

Ein Fältchen!

Zweiter Tipp, eher ein „Appell“ an die Sammlerehre:

Man läuft nicht mit einer Liste oder einer Matrix herum. Man macht das aus dem Kopf, ein echter Sammler „merkt“ sich, was er schon „hat“.

Manchmal bin auch ich unsicher, zugegeben, daher einige Dubletten auf den Fotos. Aber das ist nicht so schlimm wie buchhalterisch nach Notizen zu arbeiten. Da sind ein paar dabei, das waren Geburtstagsdaten, die ich schon mal vorab geschossen habe. Ist noch nicht perfekt aufgeräumt.

Mit „Verwaltung“ verliert jede Sammelei an Reiz. Eine „Bleistift auf Papier“-Matrix zuhause ist erlaubt, habe ich auch, leider kaum zu entziffern.

Welches Kennzeichen-Sammelgebiet bearbeitet Ihr denn gerade?

Ein dritter und letzter Tipp für Frauen und Männer:

Wenn Ihr bei „Dating-Plattformen“ bei Eurem Alter ein wenig mogelt, dann passt bitte auf, dass Euer Kennzeichen nicht Euer wahres Alter verrät.

Widersprüche fallen einfach schnell auf.

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„peace, tranquility and good will“

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