Die Wahrheit über 360 Grad und Socken

Die Wahrheit über 360 Grad und Socken

Ach, der Habeck, ich erinnere mich an ein altes Interview im NDR-Fernsehen, da wurde er privat zuhause gefilmt. Jedenfalls wollte er im Norden über die Grenze zur Bibliothek, konnte aber seinen Ausweis nicht finden. Seine Frau sagte, sie suche gleich danach, aber er meinte, nein, zur Not müsse er das „mit Charme“ regeln. Ich meine mich zu erinnern, dass er seine Bücher dann auch ohne den Ausweis verlängern konnte.  Manchmal ist Charme wichtiger als ein Dokument.

Wie gesagt, die Erinnerung ist mir so geblieben. Und wie wir alle wissen, hat die Erinnerung zwar mit der Wahrheit zu tun, nur ist sie nicht die Wahrheit. Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, erinnert sich manchmal gar nicht an Dinge oder Vorkommnisse, die ich wirklich ganz genau weiß. Oder sie hat eine völlig falsche Erinnerung daran. Das beschreibt das Problem mit der Wahrheit eigentlich abschließend. 

Es gibt Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Wahrheit zu finden oder zu definieren, was Wahrheit ist. Ich finde das sehr bewundernswert, ehrlich. Aber man kann eben auch unter 10000CDs nach einer bestimmten lange suchen, wenn sie nicht sortiert sind. Da ist es einfacher als mit der Wahrheit: Man kauft für einen Euro bei ebay eine zweite. Dann findet man die beim nächsten Suchversuch deutlich schneller. Das ist wie mit diesen E-Tankstellen, gibt es zu wenig, ist die Suche mühsam und kompliziert, manchmal sind die auch defekt. Die gibt es aber nicht bei ebay.

Zusammengefasst, wenn etwas nicht klappt:
Es gibt für CDs auch die Restekiste in der Bibliothek, ein Fahrrad und Robert Habeck.

Damit wären wir wieder beim Robert. Ich glaube in seiner Jugend haben alle immer „Robert“ zu ihm gesagt, nicht „Rob“ oder „Robbie“. Aus völlig anderen Gründen hätte auch niemand „Wolfi“ zu Wolfgang Schäuble gesagt. „Wolf“, das schon eher. Den werde ich vermissen, der war so hart zu sich selbst. Als Chef hätte ich ihn aber nicht gern gehabt. Bewundernswert, keine Frage, aber nur mit etwas Abstand.

Ich mag Robert Habeck, gestern vor dieser Moschee in Saudi Arabien, da musste er seine Schuhe ausziehen. Da hilft auch keiner. Menschen, die so in der Öffentlichkeit stehen, sehen bei solchen Verrichtungen zutiefst menschlich aus. Der Scheich lief baren Fußes über den roten Teppich und Robert Habeck trug neben ihm eine graue und eine schwarze dicke Wollsocke, die eine rutschte auch noch sichtbar. Ich hatte mal eine Unterhose, da war dieses Gummi am Bund kaputt, das war wirklich nervig, damit durch die Stadt zugehen. Sieht zwar keiner, trotzdem dumm gelaufen. 

Ihn, den Robert, hat das nicht gestört, genau wie der fehlende Ausweis für die Bücherei, das gefällt mir. Andererseits denke ich manchmal, die müssen so viel im Kopf haben, gibt es da keinen Mitarbeiter, der mal an frische, elegante Socken erinnert? Andererseits traue ich ihm auch zu, dass er „Brauche ich nicht, den Scheiß“ sagte, als sein Büroleiter an eine Krawatte erinnerte. Der wird später natürlich niemals über Socken sprechen. Was oben nicht klappt, das klappt unten erst recht nicht, capisci? Wenn er jetzt solche Star Wars-Socken angehabt hätte, boah, ey. Oder welche mit Sophia Thomalla drauf, dann wäre das in Saudi Arabien ziemlich in die Hose gegangen. Schwarz und grau, das passt dagegen doch gut zusammen.

„Wenn sich Putin nicht um 360 Grad ändert, nicht.“

Das sagte Anna-Lena auf die Frage einer Moderatorin ob die Ukraine sicher sei, falls Putin weiterhin Russlands Präsident bleibt. Ich habe auch mal in Mathe nicht aufgepasst. „Wenn sich Putin um 360 Grad ändert, ja“ , darüber müsst ihr mal nachdenken, auch das hätte sie sagen können, Ergebnis ist doch dasselbe.

Viel schlimmer fand ich jedoch, dass in jeder Zeitung, in jedem Internet-Artikel *erklärt* wurde, warum eine Änderung um 360° gar keine ist. 

Und das ist nun „in Wahrheit“ das viel größere Problem. Amen.

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Sophia nur aus Marketing-Gründen.

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