Kaffee

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*Kaffee*

Nur ganz selten trinke ich Tee, also zum Beispiel, wenn ich erkältet bin. Dann wird frischer Ingwer mit heißem Wasser aufgegossen und weil ich daran glaube, dass das hilft, ist nach spätestens drei Tagen alles wieder gut.

Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, trinkt fast ausschließlich grünen Tee. Früher trank sie, na, diesen mit den blauen Blüten, ich komme nicht auf den Namen. Schwarzer Tee und aromatisiert, britisch oder so, glaube ich. Der schmeckte so wie sich eine Erkältung anfühlt.

Und ihr Kaffee ist gut, wenn eine Maschine ihr zur Hand geht, also eine, die auch die Portionierung beherrscht. Obwohl wir so eine Espresso-Maschine besitzen, ein riesiges Gerät, dass ich beim Kauf einer Küche kostenfrei zusätzlich erhandelte, wird fast ausschließlich Filterkaffee getrunken. Ohne Maschine, mit „Handfilter“. Ich mache den seit 25 Jahren selbst. Den Tee auch.

Meine Gattin hatte über viele Jahre einen richtigen „Präsidenten“. Der machte sozusagen „in Öl“ und reiste um die Welt, sie organisierte sein Leben. Hilfe hatte sie dabei von der Lufthansa, den Hotels und einem Chauffeur und Mercedes Benz. Seine Frau kannte sie vermutlich besser als er. Alle paar Monate trifft er sich, nunmehr betagt, mit seinen ehemaligen „Mädels“, die zu dritt auch schon 160 Jahre mit sich herumtragen. Ein sehr kleiner Teil davon stammt von meiner Frau.

Und sie hat ihm zum 80sten eine Dose mit feinstem Kaffee in einer Dose, einen Becher, Filtertüten und einen Handfilter aus Kunststoff geschenkt. Eigentlich, so meine ich, sollte der aus Steingut oder Porzellan sein, aber das ist eine Frage, die eher nebensächlicher Natur ist.

Er hat nämlich noch nie Kaffee selbst zubereitet und hat das beim letzten Treffen erzählt und wollte es einfach „mal versuchen“. Er ist ansonsten ein gebildeter, interessanter Mann, mit dem man sich sowohl über die alten Griechen als auch über den HSV und Musik unterhalten kann. Die griechischen Götter sind nicht mein Thema, aber ich habe die dafür notwendige Zeit ja auch mit Filtertüten und am Wasserkocher verbracht.

Und jetzt bin ich gespannt, wie er den selbst gemachten Kaffee findet oder ob er wegen der Portionierung meine Frau anruft. Das kann ich ihm nämlich eigentlich nicht empfehlen. Sie kann unglaublich viel unfassbar gut, aber der Kaffee ist in einer Warteschleife.

„Wie ist der Kaffee?“, fragte ich kürzlich den Außendienstler von der Versicherung.

„Gut, Risiko-Leben habe ich ja.“

 

4 Gedanken zu “Kaffee”

  1. Du meinst als, ich habe eine Frau, die zu männlichem Tee neigt? 🙂

    Eigentlich ging es mir um den Chef. 🙂
    In fast 80 Jahren nie selbst Kaffee zubereiten, das ist einerseits faszinierend, andererseits auch ein wenig traurig.

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