
*Putzen am Seelenheil*
Es ist ganz einfach zu erkennen, wie es jemandem so geht. Man braucht einen Blick für die Schuhe und einen für das Auto, also zwei. Das gilt jetzt auch nur für Männer. Geht es um Frauen, muss man in ein Schuhgeschäft gehen. Da kommen sie oft selig lächelnd heraus, auch wenn das ein Klischee ist. Es ist so bis die am ersten Abend doch zu klein sind.
Geputzte Schuhe und ein sauberes Auto bedeuten bei einem Mann, dass der viel Nachdenkzeit braucht. Nirgendwo kann man besser denken als wenn man beschäftigt erscheint mit Dingen, die fast automatisch von der Hand gehen und in geringstem Maße körperliche „Anstrengung“ erfordern.
Männer denken meistens an Wochenenden nach, jedenfalls sehe ich zu 95% Männer an Waschanlagen. Fast liebevoll wienern sie gedanklich nach. Sie streicheln auch Kotflügel. Dabei sprechen wir nicht, also es ist jetzt kein Schweigen, aber eben keine Lust zum Sprechen. Wenn man im Supermarkt danach endlich doch sprechen muss, so etwas wie „Mit Karte, bitte!“, dann ist die Stimme richtig rauh und die Lippen kleben etwas.
Manchmal steht eine Frau beim Waschen daneben und sagt ihm, wohin er seinen Strahl richten soll. Der schaut dann oft unglücklich. Wir entscheiden gern selbst in Kleinigkeiten. Wir Männer. Wir würden auch kein Auto putzen, wenn unsere Frau sagt: „Mach‘ bitte mal das Auto sauber.“ Ich würde dann zu einer Tankstelle fahren und für 4,99€ einmal ohne Trocknen durchbürsten.
Ich kann gute Schuhe sogar zweimal am Tag putzen. Und „Waschanlage“ gilt nur, wenn man drin sitzen bleiben kann.
„Selbstwaschanlage“ ist als Wort irreführend, denn die wäscht ja nicht selbst. Aber die meine ich eigentlich, die „Selbstwaschanlage“.
Mann reinigt sich innerlich mit.
Insofern ist das wiederum nicht ganz falsch mit dem „Selbst“.
„Duwaschanlage“ ist vom Wort her schon besser.
Aber das ist anderweitig missverständlich.
Was könnte man zum Denken als Mann noch machen? Und wobei denken Frauen nach?