Mein Dreamteam

Mein Dreamteam

Wenn ein Team in der Summe sechs Beine hat, dann führt dies des Öfteren zu mehr Problemen als wenn zwei Menschen oder vier die „Gruppe“ bilden.

Alles darüber wird dann schnell zur Konferenz mit Einzelgesprächen. Nur beim Fußball ist es nicht so.

Das mit der Dreierkonstellation kennen auch die Kinder schon. Drei mit sechs Beinen, das kann eine explosive Zusammensetzung sein, eher als viele andere.

„Zwei gegen einen“, so lautet die Kinderklage.

Aber mein Sechs-Beine-Team ist das geheime ‚Dreamteam‘, trotz einiger Meinungsverschiedenheiten in Einzelfragen!

Allerdings sind wir auch nur zwei, weil meine Kollegin nämlich vier Beine hat. Meistens erledigen wir alle Arbeiten und Aufgaben gemeinsam.

Knapp 500 Tage ‚teamen‘ wir schon.

An 1% aller Vormittage war sie allein, nie mehr als zwei Stunden. Sie schaut dann DogTV, aber sie bellt, wenn die Klappe des Briefkastens scheppert und wenn Hunde an der Balkontür vorbeigeführt werden.

Meine Tochter, klug wie sie ist, hat das mit ihrem Flachcomputer einmal aufgenommen. „Tablet“, ich kann mir das Wort nicht merken, es ist auch dämlich, wenn man auf Deutsch denkt.

Nette, junge Nachbarn gibt es auch. Nett sind die immer. Also solange alles so läuft wie es ihnen gefällt.

In meinen rauchfreien Jahren mochte ich auch keinen Qualm, bis heute rauche ich höchst ungern in geschlossenen Räumen, das sogenannte Rauchverbot habe ich nur positiv wahrgenommen, in Restaurants oder in Konzerthallen besonders.

Und weil ich rücksichtsvoll sein wollte, rauchte ich vor dem Haus oder dahinter, je nachdem wo ein Fenster bei den Nachbarn offen stand.

Ich wählte die störungsfreie Variante.

Manchmal ging ich auch 20 Schritte auf die Straße und setzte mich auf eine Mauer. Aber als ich das einige Male vergaß, da wurden laut vernehmlich die Fenster zugeschlagen, lauter als sonst. Worte gab es nicht. Wenn ich rauche, werde ich auch nicht zurückgegrüßt.

Ich werde bestraft.

Seitdem rauche ich nach dem Sonnenstand oder der Regenrichtung. Zweimal am Tag.

Ich bin leider so.

Wir haben weiterhin immer Leiheier für die Nachbarn im Haus, wir gießen den Garten nebenan, die Blumen und Töpfe im Nachbarhaus während der häufigen Urlaubszeiten, …. also nun macht das nur noch die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte. Ich leere auch nebenan den Briefkasten nicht mehr.

Und die gelesene Zeitung werfe ich in den Papiermüll und nicht in den Kasten nebenan.

Zweitleser lesen ja preiswerter.

Zeitung und so, ich bin leider so.

Einen Schlüssel haben sie auch nicht von uns. Wir kennen recht viele verschiedene Menschen.

Und an den 5 Tagen in den letzten 500, an denen der Hund einsam bellte, bekam meine Frau jeweils Post.

„Ich muss arbeiten, das geht so gar nicht.“

„Er hat jetzt 12mal gebellt. Wann hört er auf?“

„Mach‘ bitte etwas!“

Die Art so.

Und meine Frau ist 70km entfernt. Ich komme ja auch früher wieder, zur Not das Tier hat keine Fernbedienung.

Und 1% ist ein Prozent.

Etwas mehr Belastbarkeit wünsche ich mir schon, denn ich habe sie auch, wenn ’nachts‘ um 23:00 Uhr nebenan Löcher in Beton gebohrt werden.

Ich würde denen meine Mobilnummer niemals geben, meine Frau bedauert diesen Schritt schon länger.

Ihr Schutzschild sind ihre Jugend und das Schulkind. Die hemmen meinen verbalen Biss.

Aber sie haben auch geschäftliche Neigungen.

Zum Beispiel bekam meine Frau eine ‚doppelte‘ CD geschenkt, das klingt gut, nicht? Aber unsere verliehenen Arbeitshandschuhe waren eine Woche vorher zerlegt worden. Und als meine Frau nach den versprochenen neuen Handschuhen später nett fragte, da hieß es ‚dafür hast Du doch die CD bekommen‘.

Das hatte keiner gesagt.

Meine Frau findet Arbeitshandschuhe wichtiger und die CD hatte ich eh schon. Ihr fehlt da die Übersicht, die ich aber auch nicht habe.

Auch untereinander machen sie es so.
Will einer an einem Wochenende das Auto allein nutzen, so lautet der übliche Text:

„Das kostet Dich aber etwas! Was bekomme ich dafür?“

Und jetzt überlege ich, wie ich das seltene Gebell meiner Kollegin zielführend und adressatengerecht in eine Art von „Geschäft“ kleiden könnte.

Einmal Kläffen frei pro Blüte?

Ich bin noch nie von nebenan auf den Qualm, den Hund oder das Bellen angesprochen worden.

Keine Silbe.

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