Kuchen

*Kuchen*
Nach der „Püree“-Geschichte hat mir eine junge Frau geschrieben, dass sie Geschichten über Kuchen lieber mag. Ich verstehe das deshalb so gut, weil ich Kuchen auch deutlich einem Püree vorziehe. Torten mag ich auch nicht, jedenfalls nicht die aus Konditoreien. Ich sehe sie trotzdem recht gern.

Auf Platz 1 aller Kuchen liegt der mit Mohn und Möhren von „Anto“ unter dieser quarkigen Schicht in der etwas Zitrone stecken muss. Leider verknappt sie das Angebot klug, weil sie den nur einmal in der Woche macht. Ich lege den wie alle Kuchen aus runden Formen immer flach und streue eine leichte Schicht braunen Zucker darüber. „Leicht“ ist ein dehnbarer Begriff und sie darf das nicht sehen, weil sie es eine „Sünde“ nennen würde.

Platz 2 bekommt der Apfelkuchen von der Nordseeküste, allerdings haben die nur weißen Zucker. Außerdem verkauft die schönste und netteste Bäckereifachverkäuferin der Welt jetzt Autos. Erstens kann ich nicht vier- oder fünfmal im Jahr ein Auto kaufen und zweitens bin ich mit Zucker im Auto etwas sensibel.

Platz 3 übrigens für den Möhrenkuchen ohne Mohn, aber mit dem braunen Dach.

Die junge Frau sieht mich des Öfteren, aber ich sah sie noch nie obwohl ich sie digital seit mehr als zwei Jahren kenne. Vielleicht ist sie ‚analog‘ auch anders als ‚digital‘. ‚Digital‘ mag ich Kuchen zum Beispiel gar nicht, das mit dem Zucker geht dann nicht.

Man ist ja auch nicht überall und zu allen Zeiten derselbe Mensch.

Zuhause habe ich noch nie einen Kaffee mit Zucker getrunken, dort trinke ich ihn sogar coffeinfrei!
Auswärts hingegen, egal in welchem Café, trinke ich ihn mit Zucker. Braun in meiner Stadt, mit weißem an anderen Orten.

Jedenfalls habe ich noch Grundsätze.

Aber Zucker streue ich auch zuhause auf den Kuchen, jedenfalls, wenn die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, das nicht mitbekommt.

Ihr „Halt!“ kommt immer viel zu früh.

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