*Parkplatzprobleme*
Unter „Parkplatzproblemen“ kann man Unterschiedliches verstehen. Wenn man keinen finden kann, dann ist das manchmal nervig. Großstädter wissen davon ein Lied zu singen. So mancher fährt in Berlin oder Hamburg mit dem Bus oder mit der Bahn, weil er in der Nähe seiner Wohnung den „guten“ Parkplatz nicht aufgeben will.
Dort, in Städten, könnte man sich Parkplatzbörsen, so ähnlich wie Partnerbörsen, vorstellen. Man inseriert einen Parkplatz im öffentlichen Raum und tauscht diesen zu abgesprochenen Zeiten mit einem anderen Autobesitzer des anderen Geschlechts, eine Art privates Parkplatzsharing wäre das.
Das würde für viele zwischenmenschliche Kontakte sorgen, so dass man letztlich auf Partnerbörsen gänzlich verzichten könnte.
„M, 41, bietet F bis 45 Parkplatz im Karolinen-Viertel werktags ab 7:15 Uhr, Rücktausch nach Absprache“.
Außerdem ergeben sich diese Parkplatzkontakte ‚lokal‘. Das heißt, dass man nicht weit fahren muss, um den Parkplatzbörsenpartner zu treffen.
‚PPBP‘ wäre eine sinnvolle Abkürzung.
Andererseits kommt für private Verabredungen nach der ersten Woche nur eines der Fahrzeuge in Betracht. Oder Autokino. Oder eine Fahrt ins Grüne. Das ist aber immer noch deutlich preiswerter als Parship. Man hat so auch von Anfang an ein gemeinsames Problem.
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Hier an der Nordseeküste stellt sich ein Problem anderer Art. Hier muss man viel Entscheidungskraft aufbringen, um sich für einen der unzähligen freien Parkplätze zu entscheiden.
Das ist einem Großstädter vielleicht schwer zu vermitteln. Aber wenn vor einem Supermarkt oder am Deich in Wassernähe von 100 Parkplätzen nur 5 besetzt sind, dann muss man eine Entscheidung bei 95 „Freiheitsgraden“ treffen.
So viele Möglichkeiten hat man selten bei der Partnerwahl! Und wie schwer ‚die‘ schon sein kann, das besprechen wir hier nicht.
Die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, „fühlt“ meine Unsicherheit bei der küstennahen Parkplatzwahl. Leider versucht sie mich nicht zu beraten sondern sie sagt etwas wie „Nimm‘ den da vorn, dicht am Eingang!“, kaum dass ich die Lage sondieren konnte.
Sie will immer ganz dicht ran ans Ziel obwohl sie seit fast 50 Jahren Ballett tanzt.
Natürlich kann ich dann nicht einfach „so“ in diese empfohlene bis befohlene Lücke steuern. Ich fahre dann erstmal eine bis zwei Runden über den Parkplatz und frage, ob sie Schatten wünscht oder wo ich vorwärts oder rückwärts parken könnte. Sie schlägt dann auch noch ständig neue Plätze vor, das ist sehr verwirrend.
Manchmal nehme ich auch den am weitesten vom Eingang entfernten Parkplatz, zugegeben. Das mache ich nur, wenn sie sich wieder in so eine Fluchphase hineinsteigert. Wenn man in einer derartigen Phase als Mann zu schnell nachgibt, dann hat man verloren, weil sich das zum Prinzip entwickeln kann!
Das hatten wir eben auch, fast 100 freie Plätze. Also bin ich erstmal weiter im Kreis gefahren, dann so in Schlangenlinie durch die Gassen über den Großparkplatz. Die beiden älteren Damen mit den Einkaufswagen haben uns bei der dritten Vorbeifahrt sogar gegrüßt!
Auch so lernt man Menschen kennen!
Dann wurde der einzige Schattenplatz frei, habe dann mittig in praller Sonne geparkt, weil sie vom Pöbeln schon so hektische Flecken bekam.
Ich sage seit 25 Jahren, dass ich keine Anleitung für die Auswahl eines freien Parkplatzes benötige, das ist für mich nämlich allein schon schwer genug.