*Der Arzt, der zuviel spricht*
Ich finde meine Ärzte für die seltenen Fälle, in denen ich einen brauche, ziemlich gut. Aber ich nehme nur welche mit gefärbten Haaren oder mit echtem Grau.
Nicht, dass jetzt die Jungen nicht gut wären, ich hatte nur schon öfter Pech in diesen Kliniken, in denen die Jungen oft ausgenutzt werden oder übermüdet sind.
Auch die guten, die erzählen ja gern alles, was sie wissen und tun wollen. Aber sie nennen gern auch Details, die ich gar nicht wissen will!
Zahnarzt:
„Hach, da ist noch ein Rest vom Nerv, den ziehe ich Ihnen jetzt gleich raus, kleinen Moment noch.“
Kieferchirurg:
„Nun eröffnen wir die Kieferhöhle mit einem Schnitt, das merken Sie gar nicht.“
Ich will Euch nicht mit mehr Beispielen malträtieren, Ihr kennt das ja vielleicht auch. Vermutlich sind die auch etwas einsam, die Ärzte. Und Politisches passt nicht in jeden Rachen.
Man muss ja immer diese Einwilligungserklärungen unterschreiben. Ich lese das nicht, ich schaue nichts bei Google nach, macht mich alles nur nervöser und kränker. Die Ärzte sind ja gut. Warum soll ich das extra studieren?
Also sage ich gern bei der Planung und der Verfahrensbeschreibung komplizierterer Art, wenn mir Sinn und Ziel klar sind:
„Machen Sie mal, müssen Sie gar nicht weiter erklären. Ich vertraue Ihnen, unterschreibe ich blanko.“
Der für die Augen vorgestern, der hörte vielleicht nicht so gut und hat mir den Ort der späteren Spitze ins Auge am Modell echt gut beschrieben, aber ich wollte das gar nicht wissen, weil es mir sonst vorher schlechter geht als hinterher. Da hatte ich ja zwei Tage vorher schon Perlen auf der Stirn.
Und heute auch so ähnlich, habe den speziellen Spritzen-Doc zwar nicht mehr scharf gesehen, doch der hat auch alles erklären wollen, „… jeden Schritt beschreibe ich Ihnen gaaaaanz genau vorher ….“. Er schwieg jedoch brav mir gegenüber als ich das ‚echt nicht so dringend brauchte‘.
Aber für den neuen Assistenzarzt hat er doch noch kurz gesagt: „Ja, ich betäube gleich nochmal, das ist eine recht dicke Kanüle bei so einer Depotspritze im Auge, …. nicht dass *er* das trotzdem merkt, wenn wir es einschießen.“
Eben.
Muss nicht. 😉
Meistens sind es die „Jungs“, glaube ich.
Weiblichen Ärztinnen musste ich das bislang immer nur einmal sagen. Kann aber Zufall sein.
Wenn Autos Gefühle hätten, würde auch kein Mechaniker beim Abschrauben des Zylinderkopfdeckels sagen: „Nun trennen wir mal den Kopf von Deinem Allerheiligsten.“
Ich sage der Banane auch nicht Minuten vorher:
„Gleich ziehe ich Dir die Haut ab, wirst Du nicht viel merken davon.“
Das ist zwar nur eine Banane, aber ich sage das trotzdem nicht, aus Rücksicht auf Bananengefühle und natürlich auch, weil Bananen nicht gut hören.
„Komm‘ kuscheln“, sage ich dem Hund, wenn da eine Zecke raus muss. Der wird total nervös, wenn ich mit der Zange sichtbar komme und die Entfernung mit ihm plane und bespreche. Der ist nicht blöd, auch wenn der nicht ‚googlet‘.
Also erstmal kuscheln, dann macht der Hund sich keine Sorgen.
Ich bin irgendwie ein Hund auf zwei Beinen und manche Ärzte sind King Louie.
„I’ll fix it for you.“
Keine Ahnung, wie ich auf King Louie gekommen bin.
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