Eier muss man haben

Eier muss man haben

Ostern ist schon eine feine Sache solange keine Probleme an Kreuzen hängen.

Ich hab‘ es gern ruhig und ganz entspannt. Und, zugegeben, ich unterhalte mich auch gern mit Menschen, wenn schon welche da sind.

Jedenfalls saßen vier Erwachsene im Wohnzimmer, drei davon taten so als würden sie konzentriert Zeitung lesen und ich sagte irgendeinen Satz.

„Wir wollen jetzt Zeitung lesen und nicht sprechen“, sagte die beste Ehefrau von allen, die ich bis dahin je hatte.

Als dann später dieselbe fragte, ob jemand eine Tee oder Kaffee möchte, da sprach die Gräfin:

„Nein, wir wollen nichts trinken, setz‘ Dich doch auch hin.“

Meine Frau kann wirklich viele, viele Dinge sehr, sehr gut, aber die Sache mit dem Kaffee ist seit 25 Jahren noch entwicklungsfähig. Ist nicht schlimm, weil ich ja eh früher aufstehe und mein Tee angeblich gar nicht so schlecht ist … wie ihr Kaffee.

Aber ich lehne gern eigenständig auch einen eher schlechten Kaffee ab.

Natürlich entspricht alles den Worten dieses Knigge, aber eben nur den Worten und nicht dem Geist, der eigentlich in solchen Werken wirken sollte.

Dann war da noch mein Großer, das war dann beim Abendessen als das kleine Kind lieber spielen wollte und alle schon vorher kurz vor’m Platzen waren.

Mein Riese spielt nämlich einen richtig harten Sport mit richtig harten Jungs unter einem richtig harten, amerikanischen Trainer.

Leider verstehen manche amerikanischen Trainer auch bei der dritten Information über Oberstufe und Abiturprüfungen nicht, dass schulische Bildung in Europa einen ebenso hohen Stellenwert wie die sportliche hat, vielleicht sogar einen höheren, das wäre so meine eigene Bewertung.

Jedenfalls hatte der Trainer dann abends um 23:00 im Trainingslager in der spanischen Küstenstadt gesagt, dass die Jungs zum nächsten Morgen um 06:30 alle Spielzüge auswendig kennen müssen.

Der hatte offenbar vergessen, das etwas früher zu sagen. Etwas ungeschickt, finde ich, aber Schwamm drüber.

Und als sich mein Großer so zu Recht aufregte, da sprach die alte Gräfin mitfühlend:

„Ja, dann gehörst Du eben nicht in die Mannschaft!“

Steht vielleicht im Knigge. 🙂

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