*Der ältere Herr*
Schon seit vielen Jahrzehnten könnte er es sich gemütlich machen, zuhause am Kamin mit den Enkeln oder bei Auftritten in Talk-Shows von 1966 erzählen oder vom New York vor knapp 60 Jahren.
Ab und an könnte er sich eine Medaille um den Hals hängen lassen und artig „Danke“ sagen, weil man ihn noch nicht vergessen hat.
In wenigen Wochen ist er im 77sten Lebensjahr.
Und wenn er mag, dann könnte er ein paar Gassenhauer aus den alten Zeiten spielen, vielleicht im Duett mit etwas hübschem Jungen mit langen Beinen wie Taylor Swift an seiner Seite.
Und wenn er in den Metropolen der Erde für 400€ pro Platz fünf Konzerte für jeweils 60 Minuten im Jahr spielen würde und das Publikum brav grüßte, der Erfolg wäre einfach und sicher.
Und genau das macht er eben nicht, der alte Herr.
Er spielt seit grob 30 Jahren mindestens 80 Konzerte rund um die Welt, gar in Viehauktionshallen oder in Lingen im Emsland
Er spricht nicht, er grüßt nicht, er dankt nicht, er stellt die Band nicht mehr vor, er arbeitet.
Die Band kennen sowieso alle.
Und er singt und umgarnt „Sinatra“-Songs aus dem Great American Songbook, weil er das so will. Er spielt auch kaum alte Lieder und wenn doch, dann gern bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Er bürstet sie gern gegen den Strich, das Publikum auch.
Dann scheint er beide zu lieben, im Geheimen.
Und er ist eben eines nicht:
Er ist immer noch kein „älterer Herr“.
Ein Dylan wird nicht zum „älteren Herren“.
Und es ist wie mit Helmut Schmidt so lange Zeit: Es ist einfach gut ….. wenn er da ist. Egal ob man seiner Meinung war oder nicht.
Und bei Dylan ist es mir auch fast egal, was er spielt.
Bei Schmidt reichte es schon, ihm beim Rauchen zuzusehen. Aber das Publikum, das brauchte auch er.
Zurück ins Leben:
Wer ist die in der Mitte im schwarzen Kleid neben dem Kommissar?
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„Without music all we’d have is noise.“