*Ein richtig flotter Dreier*
Zuerst habe ich die Zigarettenkippe im Halbdunkel am Morgen aus einem Meter Entfernung direkt in das recht kleine Loch des Mülleimers geschnippt.
Schade, dass das keiner sah, das sah sicher „flott“ aus.
Eine Stunde später konnte ich den Kaugummi im Bad des Cafés im zügigen Gehen in den anderen Eimer spucken. Er küsste noch sanft den Rand und tauchte im Papier unter, genau wie Netzers Elfmeter Gordon Banks 1972 in Wembley verlud und eine kurze Affäre mit dem Pfosten hatte bevor er im Netz zappelte wie ein alter Fisch.
Zum Schluss hat man ja richtig Mut … solange keiner zusieht, …. sonst hätte ich den weiteren Wrigley im Wald nicht volley genommen. Die junge Birke blieb stehen, aber das war schon ein fettes Pfund wie ich die erwischt habe. Volley!
Wenn so etwas schief ging, früher unter Zeugen, wenn einem zum Beispiel mit 15 Jahren beim kraftvollen Anrollen nach dem Stop am Bahnübergang die Kette vom Ritzel des Rades rutschte, … dann war das schlimm!
Wenn mehrere junge Damen und Herren es dann mitbekamen wie man mit schwarzen Fingernägeln am nächsten Tag keine Ahnung davon hatte, wie weit der Rhein „flussbar“ (Lehrerfrage, sic!) ist …. also wenn so etwas schief ging, dann konnte man sich nur für drei Tage ins Kloster zurückziehen wie Lenny Cohen.
Und deshalb mache ich diese Dreier-Experimente nur allein und möglichst im Halbdunkel. Unter Zeugen würde das auch nie klappen. Ich erzähle das, was klappte, auch keinem.
Mich hat eine junge Frau mitten in *diese* Gefühlslage hinein gefragt, ob ich Anfang des Jahres in eine „morbide Stimmung geraten“ sei. Anlass war, dass ich eine Reihe prominenter Grabstätten, rein interessehalber, gegooglet hatte.
Bei „gegooglet“ weiß ich nie, wie ich das schreiben soll, diese europäisch-nichteuropäische Hochzeit zweier Worte. „Gegoogled“, das ist ja noch blöder.
Jedenfalls ist es ganz erstaunlich, wie zurückhaltend beziehungsweise fast vergessen wirkend die Gräber bei Mississippi John Hurt, Nick Drake oder Gram Parsons sein können und wie für meinem Geschmack unsäglich „groß“ bei Falco, Dalida oder Udo Jürgens diese auf der anderen Seite sind.
Darunter wird der Mensch nämlich zu klein.
„Overdressed“ hätte man zu Lebzeiten gesagt.
Die Geschmäcker sind eben unterschiedlich. Und unterschiedlich bleibt, wie das, was bleibt, wahrgenommen werden soll.
Bei den sechs Namen passt das zum größten Teil zum Leben, das könnte man glatt als Kompromiss bezeichnen.
Ich bin an sich also mehr in „mobiler“ als „morbider“ Stimmung. Natürlich auch durch den „Dreier“ am Morgen. Man könnte auch „halt durch den Dreier“ sagen, aber dieses ewige „halt“ ist mir unerträglich geworden. Bei Präsentationen habe ich dann Strichlisten geführt und fand, dass vierzigmal „halt“ in 15 Minuten einen Punktabzug rechtfertigte, wenn der keine bleibenden Schmerzen hinterließ.
Hach, die Arbeit!
Kürzlich hatte ich eine Diskussion mit Ira darüber, was eigentlich „Arbeit“ ist. Das kann man schlicht betrachten und sagen, dass es das ist, wofür man finanziell entschädigt wird. Das ist jedoch die vielleicht eher moderne Sicht der Dinge.
Ein Schauspieler, der ein Stück für das Theater einstudiert und probt, der … „arbeitet“, klar. Was ist aber mit einem Laien, aber in einer Theatergruppe abends nach seiner Bürotätigkeit exakt dasselbe tut? „Arbeitet“ der?
Ira sagt: „Nein, der bekommt dafür ja kein Geld.“
Oder wenn jemand ehrenamtlich „arbeitet“, was ist damit? Zumindest nennt man das nicht „Hobby“ sondern „Arbeit“. Das könnte daran liegen, dass es die Bezahlung durch einen anderen einspart. Da liegt sozusagen ein negativer Verdienst vor, weil Arbeit unbezahlt getan wird. Von einem „Nullverdienst“ könnte man auch sprechen.
Es gibt mehr „Arbeit“ als man denkt.
Ein Schriftsteller, der beim Bier über sein Buch nachdenkt, arbeitet der oder ist der ein Müßiggänger? Ein Angestellter von der Stadtreinigung arbeitet. Fege ich die Einfahrt, heißt es „Schau, wie viel Zeit der hat!“.
Sagt ja keiner, aber ich kann das trotzdem hören! 🙂
„Mutti“ sagte über lachende Rockmusiker im TV immer: „Schau nur, die lachen die Zuschauer aus, weil die so dumm sind, sich das anzuhören!“
Leider war ich einer dieser richtig „Dummen“, die lachenden Rockern gern bei deren Arbeit im Rockpalast zusahen.
Ob es nun gleich 40 Millionen im Jahr in China sein müssen wie bei Carlos Tevez im Fußball, das ist die Frage, wenn es um die Vergütung von Arbeit geht.
Oder ob es da auch Grenzen des „Anstands“ geben sollte, das ist keine einfache Frage …. solange jemand bereit ist, das so hoch zu bezahlen.
„JWD“ .. sagt man hier, „janz weit draußen“ …
….. auf der See findet sich ja auch keine Antwort.
Nur dass im Sturm Millionen auch nicht helfen, das weht leise zurück.
da verstößt du ja „halt“ mit deinem Dreier gegen Muphys Gesetze oder hast einfach „halt“ nur Glück. Wenn ich den Papierkorb treffen will, klappt das „halt“ nie, egal ob da Publikum ist oder „halt“ nicht.
Ein schöner Beitrag über Murphy ist hier zu lesen (besonders der Teil über Mathe !!!):
http://userpage.chemie.fu-berlin.de/diverse/murphy/murphy.html
LikeGefällt 1 Person