„I Am … I Said“ oder „Über Haare“
Also, wenn Ihr mal keinen Parkplatz finden könnt, dann fahrt mal nach Berlin! Da findet man überall und immer ganz dicht einen am Zielort. Das ist in Hamburg und München nur einfach, wenn man sich auskennt. Fünfmal habe ich gestern und heute Ziele gehabt, zwar nicht alle wegen geschlossener Museen erfolgreich erreicht, aber mehr als 100 Schritte vom Parkplatz zum Ziel hatte ich nicht einmal. Und legal!
Das muss hier jetzt hier alles etwas zügig gehen und deshalb solltet Ihr das auch nur schnell überfliegen, das wird nämlich nur so reingehackt. Ich habe eben ausnahmsweise 10 Minuten Pause auf dem Autohof mit 157km/h herausgefahren, weil ich sonst vergesse, was ich schreiben wollte.
Normalerweise fahre ich viel langsamer und höre dabei Neil Diamond oder Daliah Lavi. Das würde ich niemals zuhause hören, weil ich nicht will, dass die Nachbarn denken, dass ich Schlager höre. Es gibt ja noch so etwas wie ein „Image“. Außerdem würde mich die Dylan-Gemeinde exkommunizieren, wenn die das wüsste.
Andererseits haben andere vielleicht auch so einen Schwachpunkt. Mancher Gourmet isst zum Beispiel heimlich auch Currywurst!
Jedenfalls fiel mir keine Überschrift für diesen Text ein und deshalb heißt das hier jetzt wie das Lied, das eben im Auto lief. Also es war die Live-Version von 1972 aus dem Greek Theatre mit dem orchestralen Ende.
„Nebenbei“, oberlehrerhaft gesagt:
Wenn Ihr „Hot August Night“ hören wollt, dann sucht bitte billig und gebraucht die erste CD-Version auf MCA. Die neueren mit mehr Liedern klingen nicht mehr wie die beste Konzertaufnahme aus den 70ern. Früher war alles besser.
Damals fand ich „I Am … I Said“ toll, aber irgendwann ist mir aufgefallen, dass im Text ein „… even the chair“ vorkommt. Das ist ganz furchtbar, wenn man das dann im Kopf als „… sogar der Stuhl“ hört.
„Sogar der *Stuhl*“!
Das zerstört das Lied komplett! Das ist bei 3min 40sec. Vorher weiterklicken!
Das Wort „Stuhl“ hat im Deutschen mehrere Bedeutungen. Und genau, jetzt ist mir eingefallen, woran das liegt, dass ich das übersetze. Eine Strophe vorher singt Neil nämlich „… I got an emptiness deep inside“.
Ja, den Literaturnobelpreis bekommt man so nicht.
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157km/h sind sind in Wirklichkeit übrigens nur 150km/h, weil der Tachometer viel zu viel anzeigt!
Wenn man jetzt, sagen wir mal, 100 Stunden konstant so fährt, dann denkt das Auto, es hätte 15700 Kilometer geschafft, aber in der Realität ist es 700 km weiter hinten! 700 Kilometer! Das muss man sich mal vorstellen! Umgekehrt würde das der Psychohygiene des Autos Gutes tun!
„Hach, wir sind ja schon da“, juchzt es bei Anzeige „143km/h“, wenn es mit 150km/h dahinschwebt.
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Eigentlich wollte ich etwas anderes schreiben, seit gestern hatte ich nämlich eine richtig gute Serie:
Ich habe vier Frauen mit neuem Haarstyling getroffen. Und alle vier sahen super damit aus. Das war optisch ebenso gut wie das Konzert von Andrea Schroeder. Obwohl Andrea auch schöne Haare hat. Sie trägt sie aber noch wie 2014.
Und das ist auch gut so.
Die erste war die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte! Sie ist jetzt wieder so blond wie vor 25 Jahren als wir uns kennenlernten. Da hatte ich meine Phase mit gefärbten Haaren schon, durch Erfahrung gereift, hinter mir. Als Student hatte ich mal rote Strähnen, mal blonde Haare, einmal auch grau. Immer für einen Tag. Das kann man ja in Natur überfärben, wenn man als Haarmodell für den Schnitt nicht zahlen muss. Allerdings musste man Farbe kaufen, darüber habe ich 35 Jahre lang nie nachgedacht.
Jedenfalls war meine Frau nicht komplett zufrieden obwohl ich Schnitt und Farbe gelobt habe.
„Zu blond“, hat sie gesagt.
Aber wenn man sich zehnmal blonde Strähnen machen lässt, liegt das in der Natur der Sache!
Das versteht sogar ein Mann.
In Berlin habe ich Franziskus und Nina besucht. Franziskus ist jetzt noch nicht Papst. Nina, seine Frau, hatte einen noch dunkleren Pagenkopf bekommen. Das sah auch toll aus und sie wirkte mit den etwas kürzeren Haaren größer als vorher. Aber sie meinte, es sei nicht so perfekt geschnitten wie beim letzten Mal.
Frauen könnten einem Mann ruhig mal etwas glauben. Wir kennen uns besser aus als ihr denkt. Und wir schauen niemals zuerst auf Eure Schuhe.
Die dritte war dann Juli, die Tochter von Franziskus. Klar, jetzt merken die anderen auch, dass er noch nicht Papst ist. Juli hatte die Haare auch viel kürzer als vor zwei Jahren. Und obwohl sie jetzt angeblich über 30 ist, könnte sie mit den kurzen brauen Haaren völlig unauffällig nochmal in der Oberstufe anfangen.
Und dann war da noch Trixie. Trixie hatte vor zwei Jahren lange Haare mit langwelligen Locken. Sie kann, wenn sie sich konzentriert, die Augen so weit aufmachen, dass man die ganze Iris sieht. Und dann zwinkert sie auch nicht, bis man selbst schon zweimal musste. Also zwinkern.
Ich habe zuerst eine andere mit Locken als „Trixie“ angesprochen, das war wieder peinlich. Aber die echte Trixie hatte jetzt einen ’sehr praktischen‘, modernen Kurzschnitt und stand unerkannt vor mir!
Fast alle sagen ihr, dass das super aussieht. Nur einer, der sah vermutlich nicht mehr so gut, der vermisste die Locken, sie hat selbst aber nur das „Praktische“ betont.
Also, ich würde nur Männern Haare schneiden, wenn ich Frisör wäre. Frauen? Schwierig.
Man kann ja nichts richtig machen!
Gerade habe ich Angst bekommen, was eine der vier sagen könnte zu meinem Lob.
Ich fürchte da könnte so etwas kommen wie:
„Du fandest meine alte Frisur also richtig schlecht, ja?“
Schwierig.
Sag‘ ich ja.