*Über Fragen*
Eigentlich geht es hier gar nicht um „Fragen“, aber wenn man ganz oben „Antworten“ schreibt, dann lesen das alle von Anfang an mit einer kritischen Grundhaltung.
„Antworten“, das klingt nach „Besserwissen“.
„Überfragt“, das hätte schon besser gepasst.
Neulich hat mich jemand im normalen Leben gefragt, wo ich ‚diese Geschichten immer herbekomme‘.
Das fand ich lustig, weil ich gar nicht wusste, dass sie die kennt.
Dann musste ich zugeben, dass ich die selbst schreibe, aber in dem Moment hätte ich mir gewünscht, ich könnte einfach sagen, wo ich die stehle.
Wie immer, wenn man eine erste Frage beantwortet hat, kommt der Sohn der Frage um die Ecke.
Die hieß:
„Warum schreibst Du die denn immer?“
Generell bin ich mit dem ‚Warum‘ nicht eng befreundet, aber wir grüßen uns, wenn wir uns sehen.
Das wurde richtig anstrengend jetzt. Man kann ja schlecht lügen, wenn man keine passende Lügenidee hat. Generell ist das Lügen als Lösung möglich, genießt aber nur so lange Ansehen wie das nicht herauskommt.
Dann habe ich einfach gesagt, dass das durch den Hund kommt. Da ging es mir schon besser, weil der mir ja nicht widerspricht. Ich beantworte sonst lieber Fragen zu Mathematik und Naturwissenschaften, weil ich dabei sozusagen das Hemd anbehalten kann.
„Warum? Ich habe mal gehört, dass das vom Spazierengehen mit dem Hund hier kommt. Dabei denkt man ja automatisch und schon schreibt sich das, weil der Hund irritiert wäre, wenn man ihm das erzählen würde.“
Das war fast so lang wie eine Lüge.
Wieder eine Fragengeburt folgte, die dritte Welle ist meist höher als die ersten beiden.
Ich glaube, dass das im Prinzip so weitergehen kann bis die erste echte Lüge offensichtlich wird oder bis einer einen Schwächeanfall hat:
„Und das in den Geschichten passiert … wirklich?“
„Wirklich? Um Gottes Willen, das ist sehr schwer zu erkennen, ob etwas wirklich geschieht. Nein, das wäre wirklich noch anstrengender als bei Winnetou.“
Das lief richtig gut, weil sie jetzt doch noch enttäuscht war.
Ich habe auch extra traurig geblickt.