Essig

Essig

Ein großer Freund von Essig bin ich ja, zugegeben. Wie mit jeder Vorliebe ist das so, dass die Schwierigkeiten beginnen, wenn andere eine Vorliebe nicht teilen.

Ich jedenfalls halte Essig für ein wirklich gutes Reinigungsmittel in Bad, Küche und für Fußböden, manchmal auch als Ergänzung zu den chemischen Reinigern aus dem Supermarkt.

Mich stört auch der Geruch nicht.

Vermutlich ist das so wie bei Damen, die seit Jahren dasselbe Parfum verwenden und deren Geruchssinn dafür so verkümmert ist, dass sie nicht merken, dass sie viel zu viel davon auftragen.

Oder sagt man nur „tragen“?

Jedenfalls hatte ich mal eine Kollegin, bei der nahm man morgens in einem mit Hunderten gefüllten Schulgebäude mit der Nase wahr, wenn sie schon da war.

Dafür hätte ich keine Augen gebraucht.

Das war keineswegs ein schlechter Duft. Die war auch sehr nett, wenn man 15 Minuten olfaktorischer Präsenz hinter sich hatte.

Essig hingegen findet meine Frau „eklig“.

„Eklig“ ist auch der Rauch in einem Auto. Dafür stellte ich ja bekanntermaßen eine Zigarrrenkiste mit Kaffeebohnen unter den Fahrersitz.

Aber nachdem sich der junge Hund in einer etwas sportlich genommenen Rechtskurve übergeben hatte, half auch der Kaffee nicht mehr.

So viel rauchen kann man in einem geschlossenen Auto auch nicht. Man sieht das Maleur zwar nicht mehr, aber man erstickt irgendwann trotzdem.

Also habe ich eine Sprühflasche mit Spülmittel, Essig und destilliertem Wasser angesetzt und nach dem Waschen in der Selbstwaschanlage die Polster einer Grundreinigung unterzogen.

An sich war das nur auf der Rückbank notwendig, aber ich mache Dinge gern gleich richtig. Also wenn, dann.

Ansonsten kann ich auch viel liegenlassen.

Dummerweise habe ich nicht daran gedacht, dass ich ja noch mit der Karre fahren muss, der Fahrersitz war auch nur symbolisch gereinigt worden, weil der so schön schwarz aussah.

Etwas kühl beim Einsteigen, eher erfrischend.

An der Tankstelle hat dann Lia gefragt, wonach ich rieche.

Die Hose war nicht nur essigfrisch sondern auch essigfeucht. Im Alter nimmt man Gerüche und Feuchtigkeit geschwächt wahr.

Der Hund schüttelt sich jetzt beim Aussteigen auch. War doch etwas viel auf der Rückbank.

Andererseits kann man sich quasi die Hände im Auto waschen, wenn man kurz auf den Sitz drückt.

Und wisst Ihr was?

Kein Geruch nach Rauch mehr.

Total weg.

Frisch.

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Eigentlich habe ich das jetzt nur für meine Frisörin geschrieben.

Mit dem Rad hätte ich das nicht mehr geschafft und sie hat ‚es‘ irgendwie gerochen und gefragt, ob ich „das gegen Verkalkung“ nehme.

Sonst ist die nett.

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„peace, tranquility and good will“

Ein Gedanke zu “Essig”

  1. selten so gelacht – über die „Verkalkung“ !!!
    Ich mag Essig auch zum Saubermachen, aber nicht im Auto, da kein Hund und außerdem noch Nichtraucher .

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