„Sonntagmorgen in unserer Straße, oh yeah“

„Sonntagmorgen in unserer Straße, oh yeah“

„Wenn in den Häusern
die Lichter angehn,
kommen sie raus.
Nur um zu sehen
und rumzustehen
und rumzureden,
ooho ho ho.
Und zu erzählen,
was so passiert ist,
seit letztem Sonntag,
ooooooooh yeah“

Er ist nicht nur Sänger, Peter Maffay ist auch Hellseher!

Er sah 52 Jahre in die Zukunft, in unsere Straße!

Am Sonntag vor 9 Tagen bin ich nämlich mit einem Automobil und dem schwarzen Hund zum Bäcker gefahren, um der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, ein Brötchen zu kaufen.

„Dinkel Plus“

Und ich hatte in der Seitenstraße geparkt, die heißt „Lena“, aber auch „Ohnesorge“.

‚Ohne Sorge‘, das ist optimistisch.

Und zuviel Optimismus, das geht nach hinten los.

Sieht man ja bei Russland.

Jedenfalls kam ich 20 Minuten später zurück und hatte gerade meinen Altparkplatz zum Neuparkplatz gemacht, da blickte mir ein Loch entgegen, am Rande der Straße, schwarz wie der Hund.

Da hatte sich der Gulli auf den Weg nach Australien gemacht.

Mehr als 3 Meter weit hat er es geschafft.

„Sonntagmorgen in unserer Straße, oooho yeah“

Da fehlten circa 30 Kubikmeter Erde unter der Straße, alles rausgespült in Richtung Feuerlöschteich.

Voll die Höhle.

Zwei Tage vorher war da noch der 7-Tonner von der Müllabfuhr entlanggerollt.

Und da passte jetzt die ganze Fußballnationalmannschaft rein.

Mit Jürgen Klopp on top.

Also liegend und gestapelt wie früher bei „Wetten, Dass … ?“

„Sonntagmorgen in unserer Straße, oooho yeah“

‚Gefahr im Verzug‘, ein Nachbar sperrte -unter meiner Anleitung, klar- mit mir die Straße mit Hilfe mehrerer Mülltonnen.

Schade, unsere Beschriftungen hätte man fotografieren sollen.

Dann rief er die Polizei.

Er wohnt 6 Meter südlich vom Loch.

Die war nett. Also sie. Er auch.
Sonntagmorgenpolizei eben.

Und dann kochte er Kaffee.

Also der Nachbar, nicht der Polizist.

„Sonntagmorgen in unserer Straße, oooho yeah“

Danach kam die Feuerwehr, dann einer von der Stadt, danach die Jungs vom Straßenbauamt, die sperrten großzügig ab.

So etwas führt zusammen, eine „Situation“.

Man lernt neue Menschen kennen.

Toll.

Eine Dame -ortsansässig- meinte „Eintritt könnte man ja nehmen“.

Ihr Mann „Nein, nur für Kaffee, ich hole Stühle“.

Da waren schon erste Hotelgäste zum Sightseeing gekommen.

„Sonntagmorgen in unserer Straße, oooho yeah“

Zwei Stunden später klingelte es an meiner Tür.

Polizei.

„Guten Morgen, hallo“, sagte ich beim Öffnen.

Eine neue Blonde.
Gleiche Sonntagsliga.
Wunderbar.

Auch sehr sympathisch, groß, sehr schick, dieses Blau.

Ohne Worte schon.

Ich neige zur Oberflächlichkeit.

Den Polizisten neben ihr sah ich gar nicht. Mein Fehler sind zu gute Filter.

„Hach, nochmal heute? Was kann ich tun?“

„Zu spät, Herr Bruno, ihr EOS liegt im Graben!“

„Sonntagmorgen in unserer Straße, oooho yeah“

Todernst.

Wie nach einem Mord im ‚Tatort‘.

„Neiiiin, wie das?“

„Weggerollt. Kein Gang drin. Handbremse nicht angezogen. Tja.“

„In dieses …. Loch?“

Dann grinste er, das wabberte so herüber zur Blonden.

Ein lautloses Grinsen hat echt Schalldruck und Männer haben weniger Selbstdisziplin als Frauen.

„Kleiner Scherz, der war nur einen Meter gerollt und einer kam da nicht aus der Ausfahrt. Wir haben ihn zurückgeschoben und einen Stein vor das Hinterrad gelegt.“

„Puh, 1000 Dank. Was muss ich zahlen?“

„Ach, nichts! Ihre Freundin und Helferin!“

„Sonntagmorgen in unserer Straße, oooho yeah“

„Peace, tranquility and good will“

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