






Ferrari im Tank
Ja, in Malcesine wurde Goethe fast verhaftet als man ihn, ein Castello zeichnend, für einen Spion des Hauses Habsburg hielt.
Johann Wolfgang hatte nämlich kein Mobiltelefon.
Das war gut, weil er auf der Flucht vor dem stressigen Ministeramt in Weimar war. Unbefristeten Urlaub hatte er sehr kurzfristig beantragt.
Und er kam aus Karlsbad -nur mit seinem ‚Ranzen‘- in der Postkutsche über Malcesine und Verona. Er wollte unbedingt nach Rom und ließ Firenze und Siena auf dem Hinweg aus.
Über die Alpen. Über den Brennerpass.
Mit ’ner Kutsche.
Die armen Russen.
Das ist wieder typisch für die Rechtschreibkorrektur, „die armen Rösser“ meinte ich, nicht die aus „Obervolta mit Atomraketen“ wie Helmut Schmidt es ausdrückte.
Übrigens hat ‚JWG‘ seine „Italienische Reise“ erst 27 Jahre später geschrieben, nach seinen Aufzeichnungen, nein, wusste ich auch nicht.
Kann man machen.
Der hatte ein besseres Gedächtnis als Olaf Scholz die ‚Warburg-Bank‘ betreffend. Dunja hat mal dort gearbeitet. Und was die sagt, das verrate ich nicht.
Irgendwas mit ‚V*r*r*c*e*‘.
Ach, Gardasee.
In Sirmione schieben sich auch im August die Touristen durch die engen Gassen der Altstadt.
Muss man nicht immer mitmachen.
In Riva haben wir vor mehr als 40 Jahren eine herausragende Pizza mit Mozzarella und Parmaschinken genossen.
Muss man nicht sofort nochmal machen.
In ‚Demenzano‘ kann man riesige Supermärkte finden, auch Hunde sind gern gesehene Gäste.
Nur Lidl mag das nicht.
Der Unterschied von Lidl-Deutschland zu Lidl-Italien besteht darin, dass man in Italien Grabkerzen -in zwei verschiedenen Designs- für 0,89€ bekommt.
„Durata +/- 80h“.
Pro Stunde 1,1125 Cent.
Sicher sind die Promenanden von Salo immer schön, aber Wanderungen durch Olivenhaine und Weinberge sind starke Konkurrenten von Schuh- und Modegeschäften.
Wir verbringen die Hitze von deutlich über 30 Grad des Mittags im Bauernhaus am Weinberg.
Der ist 5 Meter von unserer Suite entfernt.
„Den Druck der Presse spüren vor allem die Weintrauben“
Goethe floh ja unter Pseudonym. Als Maler.
‚Johann Phillipp Möller‘
Der Mann war bekannt.
Nicht so bekannt ist, dass er die zwei Jahre in Italien bei vollem Ministergehalt verbrachte. Technisch und organisatorisch muss das eine Herausforderung gewesen sein.
Ohne Eurocheque und Überweisungsschein.
Am 3. September 1786 ist er ‚getürmt‘, so lange ist das gar nicht her, nur 240 Jahre.
Am 29. Oktober erreichte er Rom.
Google Maps gibt für die 1200km zu Fuß 11 Tage und 11 Stunden an.
Ohne Pausen, ohne Italienerinnen bei Goethe.
Das sind zu überwindende Höhenmeter von 9300 aufwärts und 8900 abwärts.
Ein Radweg ist nicht auffindbar. Bis heute.
Der Hund betrachtet das gesamte Gebiet um den Hof als ’sein Reich‘, außer ‚Arielle‘ -den großen ‚Welpen‘ von Valerio- verjagt er gnadenlos Katzen, Hasen und den großen Boxer des Fremdbauern vom nächsten Hof.
Im Sprint über 50 Meter. In Italien.
Als deutscher 11-jähriger Mischling aus Dackel, Labrador und den anderen Mitarbeitenden.
Peinlich.
Den Bauern freut es, denn ‚Arielle‘ ist ein Schisser.
Noch.
Der ließ sich von ’25kg weniger‘ sofort das ‚Pane‘ vom Teller ziehen. Auch sein Tennisball wurde zerstört und als Zeichen der hündischen Macht in Fetzen gerissen.
Peinlich.
Im in 30min fußläufig erreichbaren Muscoline verfolgten wir ein Fußballspiel von Amateurmannschaften – unter Flutlicht am Hang neben der Kirche.
Man geht die „Via Enzo Ferrari‘ entlang und biegt dann in Richtung ‚Centro‘ rechts in die Boxengasse ab.
Wir sind ja mit einem langen Diesel hier, der wird nur bei ‚Ferrari‘ betankt.
Ich habe das Gefühl, dass der damit besser läuft, er klingt fast wie ein 12-Zylinder.
‚Ferrari im Tank‘, ‚FiT‚.
Eben.
Aber nur hier, im Norden hört man es nicht.
https://youtu.be/p9g4Md_huII?is=C9G9_R12iezqcS5p
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„Time is an ocean – but it ends at the shore“