Der HSV und mein Scheitern

Der HSV und mein Scheitern

Nun gut, es ist egal, ob Ihr das lest, es hat nämlich nichts gebracht.

Der HSV hat zuhause gegen Eintracht Hoffenheim verloren.

VfB Hoffenheim?

Borussia Hoffenheim?

Egal.

TSG 1899 Hoffenheim!

Ich musste das heraussuchen.

Im örtlichen Dialekt nennt man den Stadtteil von Sinsheim kurz einfach „Hoffe„.

Hoffenheim wurde erstmals 773 als „Houaheim“ im Lorscher Codex erwähnt, Volker Kauder (*1949, CDU) stammt aus „Hoffe„, es gibt dort auch ein Schreibmaschinenmuseum, ja, und die TSG.

Sorry, das war’s.

1:2, ein eingewechselter Spieler soll -nach Aussage meines Nachbarpaares- das Siegtor für „1899“ erzielt haben.

Zugeben sollte ich, dass es mir in der Bundesliga relativ gleichgültig ist, wer welches Spiel gewinnt.

Wenn ich eines sehe, ist mir ein schönes Spiel lieber als eines, in dem sich ein Club aus dem Norden durchsetzt.

Das bleibt bitte unter uns.

Meine Nachbarn sehen jedes Heimspiel live im Stadion.

Und wenn der HSV verloren hat, dann verblasst deren Lächeln leider wie eine Erinnerung an das HSV-Gründungsjahr 1887 oder gar wie in der unsäglichen Zeit des HSV in der zweiten Liga.

Eine Großstadt, die schönste in Deutschland, und dann das …… das war grausam.

Und jetzt kommt mir nicht mit „es ist doch nur ein Spiel“!

Man stelle sich Real Madrid, Paris St. Germain oder Arsenal London in der zweiten Liga vor!

Das ist nämlich vergleichbar.

München gehört ja zu einem Freistaat, mit dem FC Bayern müsst Ihr nicht um die Ecke kommen.

–

Und weil ich kürzlich mit einem alten Voodoo-Priester aus Mittelamerika sprach, empfahl er mir eine „Maßnahme“ zur Schwächung des Gegners des HSV.

Leider fand ich am Straßenrand zu diesen Zwecken nur ein niedliches, weiches Schwein, das ich -gezwungenermaßen- nach einer Dusche nutzen musste.

Also ich duschte das Schwein, nicht mich.

Ich habe einfach nichts, was typisch für Hoffenheim ist, ich liebe aber Hoffenheim und deren Ballspiel im Besonderen.

Übrigens hat der Autohof Sinsheim sehr saubere, gepflegte Duschen für LKW-Fahrer, preiswert zudem.

Mit Fön.

Aber ich schätze eben auch das herzliche Lachen von Nachbarn nach siegreichen Spielen im Volksparkstadion, das war sozusagen meine Zwickmühle.

Keine Ahnung, wie das Stadion in Hamburg zur Zeit heißt.

Als Peter Hidien in den 70er Jahren im Nebel das 1:0 gegen Bayern München schoß, war ich im Stadion. Das Tor sah ich mir später im Aktuellen Sportstudio mit Harry Valerien an.

Der Nebel in der Realität war echt dicht.

Es war mein vorvorletzter Besuch dort. Danach kamen nämlich noch Bruce Springsteen und Taylor Swift. Zu Roland Kaiser habe ich es nicht geschafft.

Die „Maßnahme“ vom Samstag für den HSV -Ihr seht ja das Bild- fand ich zunächst „unsportlich und unfair“, aber der Voodoo-Mann mit großer Lebenserfahrung antwortete süffisant:

„Warum? Das machen die anderen doch auch!“

–

Einschub:

Erinnert sei an dieser Stelle an das WM-Halbfinale von 2014.

Brasilien vs Deutschland im Maracana.

Früher passten dort 200.000 ZuschauerInnen hinein, sagt man.

Brasilien spielte ohne seinen ansonsten sehr häufig „Bodenkontakt“ suchenden Star Neymar.

Er hatte „Rücken“.

Trotzdem fürchtete man die Deutschen so, dass ein Voodoo-Priester die deutschen Spieler verhexen sollte.

Er tat dies auch: Puppen wurden mit Fotos der Spieler markiert und die Beine der Puppen wurden verknotet.

Das sollte sich auf die deutschen Spieler übertragen, so der nachvollziehbare Grundgedanke der Hexerei.

Hauptopfer war Thomas Müller, der am meisten gefürchtete Spieler, trotz Özil, Klose, Kroos und Schweinsteiger.

Der Müller wurde im eigenen Land als „Stolper-Müller“ oder „Spargeltarzan“ verunglimpft. Der Brasilianer versteht leider deutlich mehr vom Fußball und drohenden Gefahren.

Das Ergebnis von 1:7 war ein Desaster, Müller machte das erste Tor, sogar trotz seiner „Knoten“ in den Beinen.

Es stellte sich heraus, dass der Voodoo-Priester -mit hellem Hut hier auch im Bild zu sehen- deutsche Vorfahren hatte, was dazu führte, dass seine Hexerei offenbar die Falschen traf.

Kurz: „Shit happens“

Ende Einschub.

–

Ähnlich lief es -leider- mit meinen Nachbarn nach dem Spiel:

„Mann, 11 Nadeln! Du musst doch an Auswechslungen denken! Die brachten denen den Sieg!“

„Und der Trainer? Was war mit dem Trainer? Vorher überlegen, wer wichtig ist! Bitte! Mehr Nadeln! Oder nimm‘ Nägel!“

Und wenn Ihr jetzt denkt, das wäre alles Quatsch, dann weise ich darauf hin, dass Voodoo teilweise eine anerkannte Religion ist, in Benin zum Beispiel. 90% der Haitianer bekennen sich -neben anderen Glaubensrichtungen- auch zum Voodoo-Kult.

Mit langen, ausschweifenden Erklärungen will ich nicht langweilen, mein Scheitern mit ersten Schritten im „Voodoo“ war hier lediglich kleineren Fehlern geschuldet.

Nicht immer muss ich Misserfolge verarbeiten:

„Viktor Orban“

Die Ungarn haben ihn abgewählt, richtig.

Endlich!

Aber wie schwach er am Vortag wirkte und seine letzte Rede -schwitzend und stockend- hielt, das solltet Ihr Euch ruhig einmal fragen.

Hexerei!

Mit einem Foto auf einer Puppe, am Freitag, zwei Tage vor dem Wahltermin.

Und mit Stecknadeln.

Tja.

Es gibt hier im Hause nämlich keine ungarischen Vorfahren.

–

Die Zwischenwahlen in den USA finden bald statt.

Mir fehlt eine blonde Puppe mit orangefarbenem Gesicht.

Habt Ihr eine?

–
„peace, tranquility and good will“

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