




















Ist „Lidl“ eigentlich ein Vorname?
Bei Lidl tragen jetzt alle MitarbeiterInnen den Vornamen auf dem kleinen Schild.
Zuerst hatte ich die Auszubildende an der Kasse gefragt, weshalb, aber sie wusste es auch nicht.
Ich sage doch nicht „Emilia“ und duze sie auch noch.
Heute hat mir eine dort angestellte Dame dann bei einem Umtausch geholfen. Mit „Dame“ meine ich, dass sie nicht mehr 17 ist.
Und zum Schluss sprachen wir über diese Schildchen. Sie findet die auch so blöd.
„Aber wir dürfen uns den Namen frei aussuchen!“, hat sie zum Schluss lächelnd gesagt.
Bei ihr steht in Fettschrift:
„Schalotte“
Mein Gott, was habe ich gelacht und sofort vorgeschlagen, dass alle MitarbeiterInnen sich nach der Obst- und Gemüseabteilung benennen lassen.
„Patrizia“ heißt dann „Pampelmuse“, „Tim“ wird „Tomate“, „Oxana“ wird „Orange“.
„Gurke“, ob sich der Filialleiter so nennen sollte, das erscheint mir doch zu schlüpfrig für die Kundschaft.
Dann lieber „Gin“, ach, zu weiblich, dann eben „Whiskey“. Eine „Schantall“ haben sie auch.
Eine hat einen Vornamen, den sie wegen eines „U“ darin wohl nicht mag, ich habe ihr „Bellanie“ vorgeschlagen, aber nicht gesagt, dass sie für diesen Namen alles mitbringt. Alles.
Und ihre Stimme ist so tief wie ein Brunnen!
Ich selbst hätte gern „Bond. James Bond“ auf dem Schild, aber Nachnamen sind ja nicht erlaubt.
Oder alle nennen sich „Lidl“, auch amüsant.
Heute geht beim Standesamt ja fast jeder Vorname durch, auch „Whisky-Cola“, also könnte man sich auch so nennen.
Vielleicht muss man dann einen zweiten Vornamen ergänzen, damit das Geschlecht erkennbar ist.
„Lidl Netto“ beispielsweise, oder „Lidl Edeka“, das geht dann mit Sicherheit.
Ich kaufe ja in drei verschiedenen Lidl-Filialen ein. Das muss ich auch, weil die unterschiedliche Sortimente haben.
Bei der stellvertretenden Filialleiterin „Katharina“ an der Autobahn hole ich für meine Smoothies den Pfirsichsaft, den haben die nur dort, die Grundfläche gibt das her.
In dem Lidl neben der Waschanlage kaufe ich die kleinen Fladenbrote, weil „Sandra“, die dort die Leitungsfunktion hat, mir auch die noch gefrorenen Brote mitgibt.
Das ist nämlich eigentlich nicht erlaubt, die müssen aufgetaut sein. Ich friere meine 10 Stück aber zuhause sofort wieder ein.
Warum der eiskalte Verkauf verboten ist, weiß niemand. „Jonas“ meint aber, das sei so, damit ich Lidl nicht verklage, wenn mir beim Zubeißen ein Zahn abbricht.
„Andreas“ hat eine Glatze und schimpfte sofort auf eine „EU-Vorschrift“. Den frage ich sonst nie etwas, der ist mir nicht so sympathisch. Der erscheint mir nicht nur wegen des Shirts „blau“. Die tragen alle blaue T-Shirts, aber das hat nichts mit deren politischen Einstellungen zu tun.
Nur die Frischebeauftragte darf das grüne T-Shirt tragen, auch das hat nichts mit deren Wahlverhalten zu tun.
Vor Jahren habe ich einmal Frau Müller in dem Shirt erwischt, die war aber gar nicht die Frischebeauftragte. Ich bin ein „Auskenner“.
Als ich sie nach der Beförderung fragte, meinte sie nur „Pssst, hören Sie auf, ich habe doch nur mein eigenes vergessen“.
Damals stand da noch „Frau Müller“.
Heute steht bei ihr nur noch „Gudrun“, ich kenne jetzt also ihren vollständigen Namen.
Auch nicht so klug.
Bei körpernahen Tätigkeiten wie beim Friseur oder im Krankenhaus, da macht es Sinn, sich nur mit dem Vornamen anzusprechen zu lassen.
Es gibt auch unangenehme Männer.
Ach, die Vornamen, hatte kurz die „Zeit“ verloren:
Ob die sich auch alle „Aldi“ nennen dürfen, das muss ich mal fragen. Ich denke nein, das würde ältere Kunden wie mich verwirren.
Dort kaufe ich nämlich die Seifenblasen.
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„peace, tranquility and good will“