

























Frohe Ostern
Ja, es ging nicht gut los, heute am Gründonnerstag.
Normalerweise beginnt mein Tag mit einem Espresso und braunem Zucker.
Also eigentlich sind es vier kleine aber ich trinke die einfach aus einer Cappuccino-Tasse.
Dann bleibt es ein Espresso. Ist wichtig für die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte.
Wenn ihr mit ihr sprecht:
„Ja, Martin hat heute bei seinem Espresso …….“
Heute aber gelüstete es mich, sehr ungewöhnlich, aber die Zeiten sind es auch, nach einem altdeutschen Filterkaffee.
Heiß.
Schnell die Milch hinein, weil die Pfeife schon drängelte und dann mein erstaunter Blick auf diese Krümelei in hellem Braun.
Frische Milch, 3-Punkt-8, mindestens haltbar bis April 26!
Ich fülle die wegen des nervigen, nicht abnehmbaren Plastik-Drehverschlusses immer in eine altdeutsche, braune Glasflasche um.
Mit abnehmbaren Metalldeckel.
„Die kann doch nicht innerhalb von 30 Kofferraumminuten ‚gekippt‘ sein!“ dachte ich.
Sofort ist dann das Filterkaffeethema quasi „überreizt“, habe gleich meinen Freund aus dem normalen Tagesablauf herausgeholt, die hand- und herdbetriebene Espressokanne.
Diese vollautomatische Maschine habe ich in 8 Monaten noch nicht berührt, nur entstaubt habe ich sie.
Ich denke, ich müsste die Anleitung lesen. Das lehne ich ab und meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, lehnte bislang eine Fortbildung aus zeitlichen Gründen ab. Ist ok.
Habe ja die verchromte Kanne.
Also der Espresso, spät eingewechselt, aber topfit.
Dann noch einen Testschluck aus der Milchbuddel.
Bäh, säuerlich, ganz, ganz übel, wenn man mit Vollmilch rechnet. Dickflüssig, sauer.
Ich probiere ja, um herauszufinden, ob etwas verdorben ist. Man sollte sich nicht von aufgedruckten Terminen erpressen lassen.
Profis übermalen diese Daten mit einem schwarzen Edding.
Leider, ich merkte es erst eine Sekunde später:
Buttermilch.
Richtig, die wollte ich mit den Zimtos am Ostersonntag zum Altar führen.
Erstmal „Ehe auf Zeit“ bei Buttermilch.
„Mal sehen, wie es läuft mit Zimtos unter Buttermilch.“
Die falsche Flasche erwischt.
Dieses Umfüllen in alte Glasflaschen ist heikel. Warum habe ich die nicht mit Frau Edding bezeichnet wie ich es bei „General Aloe-Vera“ in den Glasreinger-Sprühflaschen tue?
–
Und dann ist da noch mein neuer Freund.
Roland.
Echt, Leute, so viele Männer kenne ich nicht, aber der Roland, der ist schnell zu einem wahren Freund geworden. Der spricht nicht über Autos oder Fußball, auch nicht über Frauen.
Toll, dass es noch solche „Typen“ gibt.
Diese Themen sind doch ausgelutscht.
Natürlich nicht die Frauen, sorry, ich schrieb deutlich, das „Sprechen über“ ist gemeint.
Der kommt oft mit mir mit, der Roland.
Etwas sensibel, ja, der sitzt im Passat hinten, ich frage nicht, wenn jemand da sitzen will, solange der zuhören kann.
Roland, der kann das.
Redet nicht dazwischen, strahlt Ruhe aus. Bei dem wird mir regelrecht warm ums Herz.
Raucht nicht, ist ok.
Man kann nicht alles haben.
Und er saß stumm vor einer Haustür. Leichtes Übergewicht. Viel Haar.
Nehmen stark behaarte Männer eigentlich Shampoo für den ganzen Körper?
„Hey, auf einen Kaffee? Kommst Du mit?“, so lief es ab.
Kein Fat-Calling. Wahrlich nicht.
Der sagte nix, der stand auf, also gefühlt, und kam einfach mit.
Lässig, als Typ.
Der hat eine Ruhe ausgestrahlt, irre.
Er saß neben mir, den restlichen Vormittag lang.
Man kann sagen „ich habe den Roland aufgepickt“.
Mein neuer Freund.
Packe ein Foto mit rein.
Ach so: Frohe Ostern!
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„peace, tranquility and good will“