Der TÜV und wie man „durchkommt“

Der TÜV und wie man „durchkommt“

Kürzlich sprach ich mit einer alten Bekannten, also ich meine, dass ich sie seit mehr als 20 Jahren kenne.

„Alte Freundin“ geht nicht, die ist ja sehr jung, also im Vergleich mit mir. Sie ist im Kopf und im Gefühlsleben überhaupt nicht ‚alt‘, sondern jung und offen für Ideen und Gedanken.

„Groß“ ist sie.

Jedenfalls fasste ich den Mut, sie zu fragen, was der Grund für ihre Scheidung war.

Und sie sagte:

„Ich kann das sehr genau sagen: Es war der Moment mit dem Mozzarella.“

„Also der Auslöser war …. Käse?“

„Jein. Er hatte gefragt, ob der wohl noch gut ist, nachdem er drei Tage offen in der Salzlake im Kühlschrank lag. Ich meinte dann, dass der noch gut sein müsse und dass er ihn einfach probieren soll. Ja, und dann hat er gemeint, der ‚könne doch nicht mehr gut sein‘. Und ich bemerkte, dass er mich dann gar nicht fragen soll. – Ständig diese Diskussionen über Kleinkram! Nervig. In diesem Moment habe ich beschlossen, dass ich das nicht mehr will. Es war also die Mozzarella-Frage, der letzte Tropfen.“

Also TÜV hat er bei ihr nicht mehr bekommen, jetzt allerdings, „danach“ verstehen sie sich besser als zuvor.

Klar, die haben ja auch keinen gemeinsamen Kühlschrank mehr.

Der Kleinkram entfällt.

–

An sich sollten so manche bekannten Leute auch zum TÜV müssen, nicht alle, aber einige.

Am schlimmsten: Herrschsüchtige.

Putler: Kein TÜV, arbeitet bald auf einem Hof in Sibirien, darf er, ohne fließendes Wasser.

Lielischkies hat in einem Buch eine Szene aus Russlands Osten treffend beschrieben, der kennt Russland nämlich ziemlich gut, der Udo.

Der war Gast auf einem Bauernhof in Sibirien, es war harter Frost. Nette Menschen bewirteten ihn reichlich, mit Wurst und Wodka.

Gastfreundlichkeit ersetzt Hotels dort.

Dann wollte er in die ‚Kachelabteilung‘, ins Bad.

Der Gastgeber führte ihn zu einem kleinen Hügel hinter dem Haus, da waren Stufen drin.

Ins Eis geschlagen.

Im Frühling, wenn es taut, stinkt der Hügel.

Russland endet eben nicht in St. Petersburg oder Moskau, das ist recht groß.

Helmut I nannte es einmal „Obervolta mit Atomraketen“.

Dort, im Osten, sollte Wladi seine weiteren Jahre verbringen. Mit einem kleinen Hügel und dem Blick über sein ehemaliges „Reich“.

Trumpel, Laughrov, Muskel, Fat Boy Kim, Erdogans, Ohrbann, Le Ping oder wie der heißt, ohne TÜV, sie würden alle durch kluge Frauen ersetzt.

Davon gibt es ziemlich viele.

Aber eben auch Sahra und Alice, leider beide auch ohne TÜV.

Sahra hätte dann bald einen Job in der Krankenpflege. Alice fegt in der Fußgängerzone, es sind ja beides Jobs, die Respekt verdienen und für andere hilfreich sind.

Aber wer führt die TÜV-Testung durch?

Christoph Maria Precht?

Gemeinsam mit Waldemar Lanz?

Die trauen sich doch alles zu.

Mut haben die, aber eben auch viel zu viel Reichweite für das, was eigentlich ihr Metier ist.

Man stelle sich beide mit einem Haarkranz und 40kg schwerer vor, also nicht akkurat gescheitelt mit Stiefeln wie der Eine und nicht mit 3-Tage-Bart und langem Haar wie der Andere.

Ihre Wirkung beruht auch auf Oberflächlichem!

Ich behaupte, sie wären beide kaum bekannt, sähen sie anders aus.

„Linkin‘ Park“ bekommen auch mit der Sängerin bei mir „TÜV“, das Duo „Lanzin‘ Precht“ nicht.

Sorry, Jungs.

Beide nehmen sich bald zurück, der Eine bedient einen Kopierer an der Universität, der andere verlegt jetzt Kabel beim ZDF.

Auch dies gute Jobs. Aber ohne Massenbeeinflussung und Selbstüberschätzung.

Sanna Marin wäre eine gute Testerin. Zu der gehen alle Männer aus freien Stücken! Und dann bekommen die keinen Aufkleber mehr in ihren Ausweis.

Danke, Sanna.

„Precht ’n‘ Lanz“ bewerten gern, man darf das auch bei ihnen. Es ist ein Akt der Gerechtigkeit, ebenfalls oberflächlich wie sie selbst zu bleiben.

Einschub:
Loddar Matthäus leckt sich gerade nach jedem Satz über die Lippen. Mundtrockenheit. Sehe gerade Fußball. „Porca Miseria“, was ist mit Italien los? Wehe, jetzt werden die Deutschen wieder Protzweltmeister.

Italien spielt grausam schwach. Pomadig. 3:0 für Deutschland. Diese Ecke, eine Höchststrafe.

Kann bitte, bitte ein anderer als LM kommentieren? Herr Netzer, übernehmen Sie!

Lothar hat auch schon bei diversen Frauen keinen TÜV mehr bekommen.

Ich zähle nicht mehr mit.

Also bei „mehreren“, nicht ‚diversen‘, sorry, habe nicht aufgepasst. Man muss heute vorsichtiger mit der Sprache umgehen.

Tut mir leid.

Das schrieb ich als es 3:0 stand.

Dann spielte Italien auf zum Tanz bis zum 3:3.

Tolles Spiel.

–

Aber an sich wollte ich über meinem VW schreiben, ich hatte kurz nach der ‚Scheidung‘ am Anfang „die Zeit verloren“ wie Edward Norton im Film „Zwielicht“.

Er ist jetzt erwachsen, 18 ist er, 6mal um die Erde gelaufen, der hat schon viel erlebt.

Der Passat, nicht Edward.

Ein großartiger Darsteller!

Sein „Pete Seeger“ in „Complete Unknown“ allein! Und viele andere mehr.

Leider hatte der Passat knapp über der Mittellinie auf der Frontscheibe einen Steinschlag abbekommen, das war meine 700€-Sorge.

Der Rest ist in Bestform. Der bremst besser als ein Neuwagen, ich kann das mit Messwerten belegen. Das große Kind hat bestes Material verbaut.

Danke, mein Großer!

Auch mein Werkstatt-Meister hatte schon die neue Scheibe eingeplant, aber noch nicht bestellt.

„Kein gutes Karma“, sagte er, der große Schweiger.

Der Normanne meinte: „Mach‘ ihn total dreckig, dann sieht das der Prüfer vielleicht nicht!“

Eine Nachbarin regte an, ich könne ja das alte Garmin-Navi exakt vor den Sprung pappen.

Alles das würde mich als Prüfer noch wachsamer und kritischer machen.

Ich habe exakt das Gegenteil all dessen gemacht.

Habe ‚Old Passat‘ in Bestform gebracht, innen Ordnung, die Scheibe innen und außen perfekt wie einen Spiegel geputzt, das Navi abgebaut und demonstrativ auf das Armaturenbrett gelegt, den Verbandkasten auf den Beifahrersitz gelegt, drei Warnwesten dazu, ordentlich zusammengelegt.

Auf Kante.

Und fünf Corona-Masken, in Folie verpackt. Muss ja für zwei Jahre reichen.

Alles vorbereitet.

Ein kompletter Overkill, das war der Plan.

„Ich ergebe mich“, die verschlüsselte Botschaft an den TÜV-Ingenieur.

Wisst Ihr, wie es über Jahre einen Prüfer nervt, wenn er Verbandkästen und Warnwesten suchen muss? Unter fremden Decken im Kofferraum? Jeden Tag 5mal? 1000mal im Jahr?

Eben!

Mein „Meister“ rief Stunden später an:

„Ist fertig, Frontscheibe ging durch!“

Der Tag hatte anders begonnen.

Das erzähle ich dann ein anderes Mal.

Übrigens:

Der Verbandkasten war seit 2018 „abgelaufen“.

Seit 7 Jahren.

Er hat ihn nicht mal umgedreht, um sich das Datum anzusehen. Normalerweise wird das im Bericht vermerkt. Da steht aber nur „Schaden in der Frontscheibe, nicht im Sichtfeld des Fahrers“.

2 Jahre TÜV.

„Hallo Europe! This is Germany calling! Here are the results of the German jury.“

Zwei Tage später starteten wir die nächsten 2000km in vier Tagen.

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„peace, tranquility and good will„

Ein Gedanke zu “Der TÜV und wie man „durchkommt“”

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