













„The Times They Are A-Changin'“ oder „Veränderungen“ – Erster Teil
Wie kommt Ihr eigentlich in Zeiten großer Veränderungen mit kleinen, privaten Veränderungen zurecht?
Insbesondere geht es hier um die Frauen, also um sechs.
Erstmal.
Da sind „Doppelte“ dabei, ist egal.
Von Männern verstehe ich zu wenig, um sie zum Thema zu machen.
Sorry, Jungs.
Ich kenne auch höchstens 10 recht gut.
Männer sind mehr „Fluchtwesen“ im Privaten und Persönlichen als Frauen.
Basta. 🙂
Jedenfalls mir gegenüber.
Ich spreche wohl zu viel.
„Kafka, halt die Klappe!“ sagt der Ex-Schwergewichtler aus der Normandie manchmal im Spaß.
Und mit keiner von ihnen hatte oder habe ich mehr als guten „menschlichen“ Kontakt.
Also keinen „männlichen“.
Also bis auf die Dritte und die Vierte.
Bevor ihr Euch zu viele Hoffnungen macht.
–
Die erste Frau
Kürzlich bot mir eine junge Frau, wir siezten uns seit mehr als einem Jahrzehnt, da wir geschäftliche Kontakte pflegten, das „Du“ an.
Eine Veränderung!
Gar nicht so leicht diese Umstellung, wir korrigieren uns wöchentlich gegenseitig.
„Du!“
Mir, einem alten Mann, bot sie das an!
Ich finde sie sehr modern. Das Angebot wäre ja eigentlich meine Aufgabe gewesen.
Aber ich sammele keine „Körbe“, zuviel „Risiko“, deshalb fragte ich nicht.
Sie ist eine „Schwärmerin“, so könnte man das ausdrücken.
Sie liebt Robert Redford.
Jeden Film kennt sie, jeden Dialog, alle Filme stehen in ihrem DVD-Regal.
Alle.
Redford ist ihr Dylan.
Oder ihr Kaiser.
Andere Vergleiche fehlen mir.
An sich sollte jede und jeder Leidenschaften haben. Egal, welche.
Nur keine blauen, bitte.
Sie sammelt auch Fotos von Robert und Artikel über ihn aus Zeitschriften.
Das würde sie für Habeck nicht machen.
„Ein Wahnsinns-Mann, seine Falten sind mir egal! Ein Gentleman! Ein toller Mann! Mit Pferden kann er auch! Und …. ich würde ihn nicht von der Bettkante schubsen!“
Mich schon.
Ich bin zwar viel älter als sie, jedoch gleichzeitig viel jünger als Robert Redford.
Aber mich duzt sie jetzt, da liege ich vor „dem anderen“, ihrem „Crush“ in der Gefühls- und Gedankenwelt.
Ich versuche, diese jugendlichen Ausdrucksweisen in Grenzen zu adaptieren, das soll mir ein wenig ‚Aura‘ verpassen.
Soll.
Man lacht über mich.
Mich erfreuen lachende Menschen.
Es wird zu wenig gelacht!
Sie, meine neue Duz-Freundin, hat mir sogar ihren Vornamen verraten:
„Heidrun“
Ich sage „Heidemarie“ zu ihr, einfach, weil ich dieses U nicht mag. Sie wird sich im Laufe der Jahre an den neuen Vornamen gewöhnen.
Da bin ich „persistent“.
Ich habe ein U im dritten Vornamen, aber ich bin ja auch keine Frau.
„Frau“ hat ja schon ein U, dann sollte der Vorname nicht auch noch eines haben.
Kordula, Ulrike, Heidrun, Gudrun.
Sorry, mit deren Eltern würde ich gern mal ein Gespräch führen. Die Namen werden zu „Kuddel“, „Ulli“, Heidi“ und „Guddi“ und das schon in der Grundschule!
„Dulli“ für Kordula ist der Tiefpunkt aller Kosenamen.
Ok, Ulrike, der Name geht noch.
Aber ich hatte vor knapp 60 Jahren eine persönliche Negativerfahrung mit einer Ulrike.
Beim Kopfrechnen.
Ausnahme von der U-Regel:
„Luna“!
Bei dem Namen ist das kein U, das ist ein liegender Halbmond!
Ach, Heidemarie, ja, wir duzen uns nur zu zweit, im Geschäftlichen will ich beim „Sie“ bleiben! Was sollen Ihre Kolleginnen im Finanzinstitut von uns denken?
Ich möchte sie doch nicht kompromittieren!
Aber sie will das offenbar riskieren!
Mutig, mutig.
Redfordisch! Dylanesk! Kaiserinnenlich!
Und lachen kann sie, eine Straße beschallt sie problemlos.
Allerdings frage ich mich schon seit Jahren, was Heidemaries Mann denkt, wenn da Robert Redford neben seiner schlafenden Frau an der Bettkante hockt.
Gedanklich nur, logisch.
Der bleibt nämlich cool.
Also ihr Mann, nicht Robert.
Und wir Männer wissen nun, dass Ihr Euch uns auch mit 88 noch an Eure Bettkante wünscht.
Mir ist das nicht gegeben, dieser Wunsch nach 88 Jahren an meiner „Kante“.
Nur für eine Mutter Teresa mache ich eine Ausnahme.
Zum Falten meiner Hände. Mehr nicht.
Und das obwohl ich gelebte, weibliche Falten lieber mag als künstlich glattgezogene Gesichter mit aufgespritzten Lippen aus einem Katalog.
–
Die zweite Frau
Dann sandte mir heute eine höchst attraktive, junggebliebene Dame ein Foto des nahezu perfekten Arbeitsplatzes ihrer neuen, jungen Kollegin.
Eine Veränderung!
Ein Upgrade! Für mich ist das eines!
Leider ohne ein Foto der Kollegin.
Das muss eine Klasse-Frau sein, die hat ihren Schreibtisch farblich auf ein neues Niveau gehoben!
Wer das tut, der fehlt nicht, der will diesen einfarbigen pastellfarbenen Rausch auch mit einem Schnupfen erleben!
Und es spricht für eine hohe Arbeits-Motivation der Angestellten!
Eine kreative Gestalterin ist sie!
Denn so muss ein Arbeitsplatz sein: Schön.
Und jung ist die bestimmt, nicht weit von ihrer Pubertät entfernt.
Man weiß es ja nicht. Leider.
Kein Foto.
Die Frau, die mir das Foto schickte, sie ist, ich sage es ungern, exakt in meinem Alter, aber das ist nicht sichtbar, die wiegt immer noch dasselbe wie vor 50 Jahren und sie „passt auf“.
Von „Schaumküssen“ hebt sie zum Genuss nur die Bitterschokolade ab, den Rest entsorgt sie.
Ich konnte dem Vorgang vor 30 Jahren einmal beiwohnen.
Ein Erlebnis. Wie in Zeitlupe.
Fast eine Hungerkünstlerin, eine Gandhi.
Und sportlich zudem.
Das war Gandhi nicht, er spielte nicht Tennis und auch nicht Golf.
Ich glaube, dass sie vielleicht Probleme mit kleinen Veränderungen in der Zukunft bekommen könnte, denn sie hätte mir das Schreibtischfoto nicht geschickt, wenn sie die Farbe und die Gestaltung lieben würde.
Sie würde sie auch nicht tragen, diese Farbe.
Obwohl ihr Haar dazu fast perfekt passt, so wie Ribanna zu Winnetou.
Hach, sie hat auch etwas von Daliah in den 1970er Jahren!
Nicht nur den Kopfschmuck.
Sie ist eine „Bewahrerin“, sie möchte vieles so haben „wie früher“.
Auch sich selbst.
Zumindest denke ich das von ihr.
Sie trägt ausschließlich Naturfarben, Beige, Braun, selten Schwarz, aber immer stilvoll und mit „taste“.
Chanel, zum Beispiel.
Ich formuliere hier mit dem Florett auf schnellen Füßen, nicht mit einem schweren Schwert in einer gemeinen Faust!
Also falls sie das liest.
Sie hat selbst nämlich ein sehr, sehr spitzes, verbales Florett.
Ich fürchte ihre Trefferquote.
Nun ja, sie sticht zum Glück auch oft in die Luft.
Wie beim Schreibtisch der Kollegin. 🙂
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„peace, tranquility and good will“