



Meine Neue
Ja, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, hat es nicht leicht mit mir.
Ich schleppe leider immer wieder eine Neue an. „Ab“, das würde ich nicht sagen, aber das Widerstehen fällt mir leider recht schwer.
Jung, nun, kommt darauf an, wie alt man selbst ist, ich denke, sie ist zwischen 30 und 40.
Fragen möchte ich sie nicht, sie würde sowieso nicht antworten.
Leder, sie trägt nur Leder.
Ich liebe Leder.
Und sie ist Italienerin!
„The Legend“.
Das ist Englisch.
Aber „Made in Italy“.
Die davor war aus Berlin, ein Liebeskind, die hatte ich online kennengelernt, die habe ich mit Ketten, Knochen und diversem Schnickschnack auf „männlich“ getrimmt, sie war eben sehr weiblich, fast zu weiblich.
Also für mich.
Schwarz ist die.
Und jetzt sie, meine Neue, sie ist gerade weinrot gefärbt, aber das könnte ich zur Not bearbeiten lassen.
Nein, etwas Farbenfrohes, das passt in diese Zeiten.
Und 7 Zugänge hat sie, sorry, aber ich mag sie alle.
Leider hatte ich schon viele, immer wieder, und ich kann keine ganz loslassen. Ich liebe sozusagen etwas „Austausch“, auch während einer Woche.
Sie hat leider ein Problem.
Sie stinkt wie Donald Trump an einem regnerischen Morgen im oberen Rückenbereich.
Muffig, feucht, alt.
Grauenhaft, wirklich.
Alles habe ich versucht, erst außen gewischt, dann innen. Danach habe ich ihr Leder gefettet, leicht nur, ich mag sie nicht klebrig.
Dann habe ich Adidas Victory hineingesprüht, reichlich, auch in die 7 Fächer.
Über Nacht habe ich sie draußen schlafen lassen. Jetzt habe ich den BH-Beutel meiner Frau mit Kaffeebohnen gefüllt, in das große Fach gelegt und den Reißverschluss zugezogen.
Ich hatte sie gefragt, war ok.
An sich helfen die ätherischen Öle der Bohnen gegen Gerüche gut.
Ihr seht sie ja auf dem Foto.
Cool, oder?
Lag gestern vor einem Haus, zum Mitnehmen.
Ein Baileys-Glas dazu, fettes Glas. Riecht wie Glas eben riecht.
Also neutral.
Ach, im Hintergrund, das ist „Brian“, der Stein.
Ein ExNachbar hat mir den geschenkt, der arbeitete auf dem Bau und sagte immer „Brian! Nach Brian Ferry von Roxy Music, den fand meine Mutter cool!“
Leider, ich habe nie ein Wort gesagt, schreibt sich Brian Ferry nicht wie Brian Connolly von The Sweet, sondern wie Bryan Adams aus Canada.
Man kann auch mal nichts sagen.
Jedenfalls wiegt mein Brian-Stein mehr als ein Volvo. Und der Sänger von Roxy Music hat ihn bis vor unsere Tür gewuchtet. Der wog auch einiges, vor allem am Oberkörper. Der ExNachbar, nicht der von Roxy, der war immer schlank.
Ich liebe Brian.
Genau wie „Julianne“, meine Neue.
Ich finde Julianne Moore einfach super und rot war die auch mal, aber Farben kann man ja wechseln.
So, egal jetzt.
Was mache ich gegen den „Muff“ von „Julianne“?
–
„peace, tranquility and good will“