









Vertrauensfragen
Nein, es geht nicht um Politik, Olaf und den Rest. Hier geht es um Privates. Also um Dinge, über die man gemeinhin wenig spricht.
Vertrauen, das wird schnell erschüttert, nein, sagen wir „angeschüttelt“.
So wie ein Kopf, der minimal zweifelnd geschüttelt wird. Wie beim Habeck, dem Guten, der hat da gerade eine Automatik auf „On“, die er nicht auf „manuell“ schalten kann.
Um Robert geht es jedoch nicht.
Also: Ich vertraue ihm nicht mehr so richtig.
Und das hat Folgen für das Zusammenleben.
Kürzlich hat er leider im jugendlichen Alter von 9 Jahren gestohlen!
Es war nur ein Stück Hühnerhals, getrocknet.
Ich hatte ihm eines gegeben, das zweite lag neben der Spüle und als ich fertig gesaugt hatte und es ihm anreichen wollte, da war es schon weg.
Er hatte auch gesaugt.
Ich habe ihn nur böse angesehen und er schlich in seinen Korb in der Ecke. Der wusste nämlich genau, was er verrissen hatte.
Selten gibt ihm, also eigentlich ist Miss Moneypenny eine Frau, meine Frau etwas Futter, wenn ich nicht da bin.
Wir sagen trotzdem „ihm“ statt „ihr“, weil ihm das egal ist.
Das war zwei Tage später so, ich kam erst am Nachmittag zurück, der Hund freute sich, dann saß er vor mir und heulte mich mit den großen, brauen Augen von Penelope an.
Raus wollte er nicht, also gab ich ihm sein Futter.
Wer kann ihr widerstehen?
Meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, hatte kein Schriftstück hinterlassen, wie es die interne Regel erfordert.
„P. hat!“ liegt dann im leeren Napf.
Also fraß er/sie wie üblich gierig und schnell.
Er schien wie ausgehungert.
Dann schwebte meine Frau die Treppe hinab, sie kann das auch auf Pantoffeln mit vollendeter Eleganz.
Also wenn man ihre beschuhten Füße ausblendet.
Sogar unter Verwendung des lackierten Handlaufs wirkt das noch staatstragend.
Besonders kurz vor einer Wahl, sonst hätte ich „königlich“ geschrieben.
„Königinnenlich“, geht ja nicht, selbst, wenn man wollen müsste.
„Hallo Schatz, ich habe ihr eben gegeben!“
„Du auch? Ich wollte gerade sagen, dass sie vor 45 Minuten ihr Futter bekommen hat!“
„Verdammt, das Luder hat mich eben angelogen!“
„P. hat!“, das fehlte, aber ich bin nicht kleinlich, eher auf Ausgleich bedacht.
Der Hund schätzt das.
Alles laut meiner Wahrnehmung.
Ja, das verändert das Verhältnis, ein wenig verschieben sich die Dinge in Richtung Mißtrauen, ins Schwarze, hin zum Zweifel an den Liebsten.
Also an denen mit mehr Beinen als meinen.
–
Dann wiederum einem Tag später will ich dem Tier, ehemals abgöttisch geliebt, nun mit Zweifeln am Charakter geliebt, sein Futter geben, zweifle aber an der Richtigkeit meines Tuns, denn kein Zettel lag im Futternapf.
Also erklimme ich Treppe um Treppe zu meiner arbeitenden Gattin. Sie mag es nicht, wenn ich laut rufe. Verstehe ich gut.
5 Treppen. 35 Stufen.
„Du, hat sie schon gefressen?“ japse ich.
„Nein, ich hätte doch den rosa Post-It-Zettel in die Schale gelegt!“
„Hach, ja, gut, aber ich traue dem Hund nicht mehr. Sie könnte das verstanden haben und den Zettel gefressen haben!“
So ist Mißtrauen.
…. und wieder 35 Stufen.
70 Tritte voller Zweifel.
Danke, Miss Moneypenny, für das Fitness-Programm.
Man soll positiv schließen.
–
„peace, tranquility and good will“
*lachlaut* … „Sie könnte das verstanden haben und den Zettel gefressen haben!““ ((;´-))
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Brillant geschrieben. So ein Tier. So eine Frau.
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