Dopamin für alle

Dopamin für alle

Manchmal, da läuft alles super, aber das geschieht außerhalb der Normalität. Es ist höchst verdächtig, wenn man sich überhaupt nicht ärgern kann.

Da ist dann etwas faul.

Eine Freundin meinte, dass sogar Ärger Dopamin-Ausschüttungen hervorrufen kann, wenn man so einen Ärger-Dämon in sich hat und sich schlicht gern aufregt.

Keine Ahnung, ob das stimmt, wenn das aber nachvollziehbar ist, dann war das gestern ein Supertag, voll mit Dopamin.

Und leider konnte ich das niemandem auf die Schultern packen, nicht das mit den rissigen Fingern, nicht das Matratzenproblem, nicht das mit den Lederhandschuhen und nicht einmal den Bußgeldbescheid aus der schönsten Stadt Deutschlands.

Es ist psychohygienisch einfach gesünder, wenn man anderen Schuld zuschieben kann. Oft ist das zwar falsch, fühlt sich aber „gefühlt“ besser an.

„Gefühle“ sind gerade so „in“, dass mancher gar nicht mehr denken kann vor lauter Fühlerei an der Oberfläche.

(Nebenbemerkung: Ob die von den Populistenparteien vielleicht auch alle einen Dopaminmangel haben und deshalb so herumgackern wie die Hühner? Könnte doch sein! Die wirken oft so „heimlich glücklich“ beim Sich-Ärgern oder Schuld-Verteilen. Gilt für alle von Alice bis Sahra an den putinschen Außenlinien.)

Ach, und da war ja noch die Rudolf-Rechtsschutzversicherung.

Viel Holz für einen Tag.

Und kaum einer, den ich mit der Axt …..

Und das hat mich wieder neu geärgert, denn keiner wollte den genervten Wortschwall haben.

Nur die Versicherung, der habe ich dann ersatzweise gleich den ganzen Marsch geblasen. Die haben ein Telefon, das ist deren Nachteil.

–

Und der Tag ging echt gut los, weil neben mir zwei Frauen mit ihrem Hund parkten und ein Zwerghuhn im Käfig auf dem Schoß hatten.

Also nur die eine, ein Zwerghuhn reicht nicht für zwei.

Sagt man „Schöße“?

Jedenfalls haben die das seit zwei Wochen und nehmen es „immer überall hin“ mit.

Außer zum Hundespaziergang, da wartet es im Auto, das war ein blauer, alter Corsa, ist aber dem Huhn nicht so wichtig.

Furchtbare Felgen.

Deren Hund hat Respekt vor dem Huhn, der tut dem nichts, aber das Huhn kackt zuhause überall hin. Das hätte man vorher wissen können. Aber sie sagten, dass es „fest“ kackt, nicht wie eine Ente, die saut alles flüssig voll.

Eine Bekannte hatte vor 50 Jahren nämlich eine Ente, die hieß „Hubert“ und lief einem durch das ganze Haus hinterher. Die war ziemlich klug, also abgesehen von ihrer hirnfreien Entleerung.

Das war das Beste an dem Tag gestern. Und wenn das ein fest kackendes Zwerghuhn war, dann ahnt man schon, dass der Rest ziemlich „Scheiße“ war.

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Meine Finger waren so rissig und teilweise aufgeplatzt, extrem schmerzhaft, wenn man damit irgendwo anschlägt.

Jedenfalls musste ich die eincremen, dann darüber von einem Einweghandschuh die abgeschnittenen Gummifinger, schwarz, sonst hat man die blöde Creme nämlich auf dem Plattenspieler. Draußen dann noch Lederhandschuhe über dem ganzen Ensemble.

Und den rechten Handschuh habe ich zweimal im nächtlichen Regen verloren!

Beim zweiten Mal habe ich den erst nach 15 Stunden morgens nass wie Entenkacke wiedergefunden. Eigentlich sogar erfreulich. Den musste ich dann aber auch noch nach dem Trocknen eincremen.

Innen Creme, außen Creme, ich hasse Creme.

Außer bei Schuhen.

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Dazu kam dann die Matratze, die hatte ich bei Emma für 293€ in den „Black Week“-Angeboten bestellt, morgens um 4:00, will ja nicht, dass das „begrenzte“ Angebot an mir vorbei matratzt.

Echt günstig! 30% Rabatt!

Aber bei Lidl kostete die dann einen Tag später nur 239€.

Dann wollte ich diese Emma anrufen und ihr sagen, dass sie ihre Matratze gar nicht erst schicken soll, weil ich die ja sowieso zurückschicke, wenn sie mir keine 54€ zurücksenden.

54€ sind der Lidl-Emma-Differenz-Betrag.

Die haben zwar Telefonnummern bei Emma, aber da gibt es nur eine Ansage mit einer anderen Nummer, ganz schnell gesprochen, damit die keiner mitschreiben kann.

Konnte ich trotzdem.

Dreimal anrufen, erst auf die vorderen konzentrieren, dann auf die hinteren, zum Schluß im Mittelfeld ackern.

Geht.

Die Alternativ-Nummer existiert aber gar nicht. Emma ist doof. Also schicke ich Emma jetzt ihre 293€-Matratze zurück und warte auf die 239€-Lidl-Matratze, die genau dieselbe, nämlich auch von Emma, ist.

Blöder Service da bei Emma.

Die werfen vielleicht eine nagelneue Matratze weg, im Wert von 293€ oder 239€, das weiß ja keiner. Nachhaltig ist das nicht, aber ich gebe Emma ohne jede Gegenleistung keine 54€ mehr als Lidl für dasselbe Produkt.

Rein theoretisch könnte ich ja die preiswertere Lidl-Emma an Emma zurückschicken und die wertvollere Original-Emma von Emma behalten.

Dann hätte ich eine *echte* 293€-Emma-Matratze von Emma für 239€, also zum Lidl-Preis, aber direkt von der Emma.

Ist kompliziert, aber ihr versteht das.

Inzwischen sind beide da, eineiige Zwillinge, identische EAN-Nummern. 54€, das ist der Unterschied.

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Ja, tut mir Leid, dass ich den ganzen Mist tippe, aber wen soll ich denn sonst ärgern, bitte?

Da war dann noch mein erster „Bußgeldbescheid“, per Einschreiben, Umschlag in sonnigem Gelb. Hübsch.

Ich hatte in der großen Stadt vor einer Parkuhr 6 Stunden mit „EasyPark“ geparkt, aber die Säule nicht richtig studiert.

Ich konnte nämlich die Parkzeit per Mobilgerät später nicht verlängern, weil man da nur 2 Stunden parken darf.

„Höchstparkdauer“ heißt das. Direkt vor dem Gericht. Ich bin echt blöd.

Also ein 20€-Ticket aus der Stadt vom Olaf. Das mit der Warburg-Bank und CumEx, das war teuer, die brauchen das Geld.

Leider gab es ein kleines, internes Kommunikationsproblem mit der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte. Sie hat die 20€ nämlich nicht rechtzeitig überwiesen obwohl ich ihr das Schreiben „hingelegt“ hatte.

Ich kann das nämlich nicht. Überweisen.

Also überweisen vom Bankkonto. Ich nutze nur eine Karte und PayPal. Oder eben Bargeld, das ist mein ‚Taschengeld‘, das habe ich „lose in der Hose“, also zwischen den Münzen von der Autowaschanlage.

Seit es keine TAN-Briefe zum Durchstreichen auf Papier mehr gibt, war mir das alles zu mühsam und meine liebe Frau, die studiert das genau und dann kann sie das wieder mit so einem Ding von „App“.

Kompliziert ist das. Zeitraubend.

Von meiner Frau habe ich auch das mit „EasyPark“ gelernt. Das ist auch von „App“.

„App“ ist fast wie „Apple“, das muss ein sehr großes Unternehmen sein.

„App“ macht viel mit Elektronik. Ich lerne dann in circa 5 Jahren das nächste TAN-Verfahren und meine Frau gibt mir dann wieder die Überweisungen. Ich hoffe natürlich, dass das nächste Verfahren erst 2034 kommt. Oder noch später. Ich fand den „Deal“ gut für mich.

Dann hat meine Frau also meine Ordnungswidrigkeit vier Wochen zu spät bezahlt und *kurz* danach kam noch ein Bußgeldbescheid über nunmehr 48,50€, weil man ja innerhalb von 7 Tagen diese 20€ hätte bezahlen müssen.

Macht man das nicht, so ist die Verwarnung „unwirksam“. Das ist Behördendeutsch für „Du bist jetzt richtig am Arsch“.

Ich wusste aber nicht, ob ich jetzt noch die gesamten 48,50€ zusätzlich bezahlen soll oder nur die Differenz zur Originalstrafe von 28,50€.

Meine Frau wusste das auch nicht.

Das steht auch nicht in dem dreiseitigen Bußgeldbescheid. Unpraktisch. Eine vierte Seite wäre sinnvoll.

Anrufen, das geht nicht bei „Buße“, das ist wie im Himmel oder fast wie mit „Emma“. Nur, dass die von der Bußgeldstelle gar keine Telefonnummer mehr haben. Denen kann man nur schriftlich widersprechen, viel zu mühsam, finde ich. Und auch teurer für die Verwaltung, weil die ja lesen, verstehen, archivieren und antworten müssen. So ein Telefon aus der Antike kann billiger sein.

Also dachte ich, ich warte erstmal ab, man hat ja wieder eine Woche Zeit. Ärgern kann ich mich später auch noch.

Dann kam aber am *nächsten* Tag schon die „Rücknahme des Bußgeldbescheides“ per Post. Die wussten vielleicht auch nicht, was ich noch nachzahlen soll. Jedenfalls haben die von ‚Olaf seine Stadt‘ an meinen 20€ Ordnungsgeld *überhaupt* nichts „verdient“. Drei Schreiben kosten die große Stadt bestimmt deutlich mehr als 20€.

Strom, Papier, Druck, Porto, Arbeit.

Und dadurch war dann ‚mein Dopamin‘ wieder voll.

Fast.

Tabletten bekommst Du nicht für 20€ mit diesem Dopamingehalt.

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Diese Rudolf-Rechtsschutzversicherung hatte ich vor exakt 10 Jahren gekündigt, das hatten die auch bestätigt, die Einzugsermächtigung hatte ich explizit widerrufen.

Alle Belege archiviert die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, in farblich abgestimmten Ordnern.

Unglaublich, ihre Präzision.

Ich sortiere nicht einmal meine CDs. Ich kann das nicht, dieses „Ordentliche“. Ich kann leider nur Mathematik, aber keine richtige, deutsche „Ordnung“.

In Mathe bin ich irre pingelig.

Und die schicken ja immer Werbung in bunt bedruckten Umschlägen, diese Versicherungen. Die werfe ich alle ungeöffnet weg. Fast jeden Tag kommt so etwas.

Aber als da gestern das Rudolf-Versicherungsbriefchen lag, habe ich das einfach mal aus Langeweile aufgemacht.

Da war dann eine Beitragsrechnung drin. Die hatten nämlich 10 Jahre weiter brav abgebucht. Trotz bestätigter Kündigung. Fast 50€ jährlich.

Am Telefon wurden die etwas hektisch, die beiden Rudolfos. Lustig. Jedenfalls schreiben die jetzt bis Montag nochmal, das hatte ich denen auch vorsichtig bis dringend angeraten.

Zuerst wollten die mich „morgen zwischen 9 und 13 Uhr zurückrufen“.

Ich warte nicht 4 Stunden lang mit einem auf „Laut“ gestellten Mobilgerät auf einen Anruf von „Rudolf“.

„Rückruf bitte exakt um 11 Uhr“, habe ich denen gesagt. Und dann rufen die doch trotzdem um 9:30 Uhr an! Ich habe nicht abgenommen, ich habe ja „11 Uhr“ gesagt.

Mal sehen ob ich diese „Rechtsschutz“ gegen die Versicherung selbst einsetzen kann oder muss. Meine liebe Frau hat mit mir geschimpft:

„Du kannst doch nicht einfach Briefe von der Rudolf-Versicherung ungeöffnet wegwerfen, ganze 10 Jahre lang!“

„Liest Du die Werbung von Edeka oder wirfst Du die weg?“

„Nö, die werfe ich weg, ich kaufe da ja nicht.“

„Siehst Du? Edeka ist nämlich eine *Frau* und Du liest nicht, was die Dir schreibt. Und ich lese keine bunten Briefe von *Männern* wie Rudolf! Wir sind uns sehr ähnlich!“

–Ergebnisse:

„Emma“ hat die Lidl-Matratze zurück bekommen, natürlich im Emma-Karton, bin gespannt, ob die das merken, ich sage, die merken gar nichts.

Vorher haben die ja auch nichts gemerkt.

„Rudolf“ hat etwas mehr als 400€ zurückgeschickt, in drei Beträgen, aber wegen der Zinsen rufe ich noch mal an.

Dopamin kann man nicht genug haben.

–

Ein kleines PS gegen zuviel „Fröhlichkeit“

SRDS, das ist keine neue Krankheit, das sieht leider unheilbar aus. Bis „es“ ihn selbst erwischt.

Sollten die politischen Außenbahnen in D mal lesen und darüber intensiv nachdenken. Das ist ja bei denen etwas schwierig, das mit dem Denken.

Er, der Zar, sieht schlecht aus, vielleicht hat die Rudolf-Versicherung seine Lebensversicherung gekündigt.

Oder er hat für eine Emma zuviel bezahlt. Der schläft bestimmt schlecht, egal auf welcher Matratze.

„Sudden Russian Death Syndrome“ bringt keinem Dopamin, aber Wikipedia listet alle Fälle.

https://en.wikipedia.org/wiki/Suspicious_deaths_of_notable_Russians_in_2022%E2%80%932024?wprov=sfla1

– „peace, tranquility and good will“

4 Gedanken zu “Dopamin für alle”

  1. Hach, vergessen:

    Das „kleine Kind“ hat an der langen Theaternacht in der großen Stadt teilgenommen, als Studentin kostet das wenig bis nichts.

    Es gab nur Tragödien.

    Dyonisos
    Laios
    Ödipus
    Iokaste
    Antigone

    Und zwei Reihen vor ihr saß er, der Kanzler, in allen Tragödien. Das ist der Mann am rechten Platz, der trotz eigener Tragödie noch fünf andere bei bester Laune anschaut.

    Dass er oben im Rang als einziger nicht aufstand bei den „Standing Ovations“, das hat vermutlich „Sicherheitsgründe“.

    „Gründe“ kann man finden.

    Danke, „kleines Kind“. 🙂

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    • Das ist viel zu lang und auch recht langweilig. Habe es nur rasant runtergetippt und nicht einmal selbst gelesen.

      Man hört die Verärgerung vielleicht minimal raus. Mühsam manchmal. Nicht alles, aber so manches. 🙂

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