Die eheliche Ordnung

Die eheliche Ordnung

Nun, ich putze recht gern, ich möchte es sauber und gut duftend haben. Speziell im Bad-Bereich lehne ich alles ab, was „zitronig“ riecht, das ist furchtbar.

„Der General-Aloe Vera“ ist zum Beispiel zurückhaltend für die Nase, riecht angenehm und reinigt trotzdem gut. Naturbelassenen Essig und bestimmte Glasreiniger lehne ich ebenfalls nicht ab.

Das „Eheproblem“ geht hier im Hause auf die 90er Jahre zurück. Ich sollte die Zahncreme, damals noch in Aluminium-Tube, „sauber aufrollen“ und nicht „quetschen“. Ich bekam sogar einen Grundkurs der mittlerweile besten Ehefrau von allen, die ich je hatte.

Ich würde niemals von einem anderen Menschen erwarten, dass er eine gemeinsame Tube „quetscht“ wie ich es tat.

Nur mal so als Anmerkung.

Das „Quetschen“ von Zahnpastatuben war vor 35 Jahren gesellschaftlich nicht hoch angesehen, zugegeben. Durch den Einsatz von Kunststoffmaterialien ist das Thema aus der Presse und allen Diskussionen verschwunden. Ob meine Frau am Umstellungsprozeß mitgearbeitet hat, weiß ich nicht.

Am nächsten Tag habe ich damals zwei Tuben mit unseren Initialen beschriftet. Die hatten noch keine identischen Buchstaben.

Problem gelöst.

Auf die Putzmittel für das Bad komme ich zurück, hier geht es nicht „linear“ zu, wir sind ja nicht beim TV.

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Das erinnert mich nämlich gerade an ein Paar mit dem wir 25 Jahre sehr gut befreundet waren, leider kamen Sahra, Corona und der Putin dazwischen.

Er hat mich auf allen Kanälen geblockt nachdem ich es als „Quatsch“ bezeichnet hatte, als 100000 Russen an der Grenze standen und er meinte, dass die sich vor der bösen NATO schützen.

Leider fand er bei seiner Suche nach „Wahrheit“ immer mehr Gefallen an gewissen „Theorien“. Und das als gebildeter Mann!

Drei Sätze sagte ich, die beendeten 25 Jahre Freundschaft.

Andererseits kann ich selbst ebenso recht konsequent sein.

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Amüsant war es davor als wir nicht über Politik, zunehmend sein Thema, nicht mein Thema, sprachen.

Die beiden, er und sie, konnten sich in 30 Jahren nicht einigen, wie der Toaster neben der Küchenspüle stehen soll.

Er wollte ihn senkrecht zur Wand stehen haben, sie aber parallel. Nachdem sie darüber Argumente ausgetauscht hatten, es aber keinen Kompromiss gab, entschieden sie, dass jeder den Toaster so platzieren darf wie er/sie will, wenn er/sie die Küche betritt.

Also wurde der Toaster ständig bewegt und gedreht.

Der war von AEG.

Ich konnte das mehrfach beobachten, die machten das schon unbewusst. Bei nur 10 Toaster-Drehungen täglich und 350 Tagen jährlich -sie nahmen den Toaster nicht mit in den Urlaub- kam das Paar auf 105000 Toaster-Drehungen in 30 Jahren.

Ist so „Ehe“?

Ich hätte einen zweiten Toaster gekauft, nach der ersten Diskussion, aber er war auch sparsam.

Vielleicht lag das alles daran, dass er nach den Demonstrationen gegen die USA in den 60ern diese immer noch für alle Übel der Welt verantwortlich machte. Das hatte ich jahrelang nicht ernsthaft kommentiert, hätte das jedoch vielleicht tun sollen. Andererseits hätte das uns sicher früher zerrissen.

Toastbrot kommt aus Amerika.

Komisch, dass er das immer aß.

Es gibt ja auch Leute, die sich „Fuck The System“ auf den kahlrasierten Schädel tätowieren lassen, aber einen AMG-Mercedes mit 500PS fahren.

Egal.

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Zurück zu den Putzmitteln im Bad bei mir und der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte.

Also ich will, dass die zwei Putzflaschen neben dem Mülleimer im Gästebad stehen, meine Frau aber, dass die in einer Schublade verschwinden. Mich erinnern die so ans Putzen, wenn sie sichtbar sind. Sehe ich die nicht, vergesse ich das.

Und ich putze nicht, weil etwas schmutzig ist, ich putze, weil ich gern putze.

Und natürlich lege ich „meine“ Mittel nicht wieder in „ihre“ Schublade.

Es geht darum, wer die Regeln macht und wer sie befolgen soll.

Oft ein Dilemma, auch für einen „General“.

Das soll jetzt nicht andeutungsweise als kriegerischer Akt verstanden werden!

Es gibt aber keinen Kompromiss zwischen drinnen und draußen.

Auch ich habe Regeln für meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, richtig:

  • Beim Aussteigen aus dem Auto nicht in oder gegen Lautsprecher treten.
  • Man parkt mit 5cm Abstand vom Bordstein und zerkratzt keine teuren Leichtmetallfelgen. Diese Regel folgt nur den schwachsinnigen Niederquerschnittsreifen.
  • Man muss ein großes Auto nicht in die kleinste Lücke quetschen, um 30 Schritte zum Supermarkt einzusparen.
  • Man fahre das Motoröl 20 Minuten warm bis auf 90 Grad bevor man auf der Autobahn Vollgas gibt.
  • Das Wort „Gebrauchsgegenstand“ ist verboten …. es handelt sich um ein weibliches Wort mit Auflehnungscharakter.

Das ist nichts, das ist gar nichts im Vergleich zu ihren Regeln!

Als letzten Samstag, als ich früh zu Bob aufbrach, ihre beste Freundin zu Besuch kommen sollte und General und Essig wieder „weg“ waren, da habe ich alle Putzmittel, die ich finden konnte, neben den Mülleimer ins Gästebad gestellt.

Alle.

Sie sagte kein einziges Wort.

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„peace, tranquility and good will“

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