





Merkwürdigkeiten #1
Es passiert einfach immer wieder und dann muss man ein wenig aufpassen, dass man sich nur ganz kurz aufregt und danach die Ruhe wiederfindet und die gute Laune behält.
Naja, so richtig „gute Laune“, das ist natürlich eine maßlose Übertreibung. Dafür gibt es zu viele Gründe, die schon mal grundsätzlich dagegen sprechen.
Politik und andere Menschen zum Beispiel. Oder richtige Idioten. Meistens männlich.
Wann hat mal schon mal über mehrere Stunden „gute Laune“? Meistens ist sie doch eher so „normal gut“. Das reicht eigentlich auch schon aus, man sollte die Ansprüche da etwas herunterschrauben. Glücksgefühle, ja, man kann ja zu Konzerten gehen, ansonsten sollten die rar und wertig bleiben.
Rewe und der Türsteher
Im Supermarkt hatte ich an der Kasse gemerkt, dass ich wieder Geld und Karten im Auto vergessen hatte. Das geschieht fast ebenso oft wie ich vergesse, das Auto abzuschließen.
Niemand stiehlt einen 17 Jahre alten VW.
Diese modernen Dinger muss man ja nur kurz streicheln und dann machen die alles allein.
Leider machen die aber auch beim Hochdruckreinigen die Heckklappe auf, weil sie unter der nicht mehr existenten Stoßstange einen Schuh nicht von einem Schlauch unterscheiden können. Es ist modern, dass Unterschiede nicht mehr gut wahrgenommen werden, irgendwann kommt das bei den Autos an und dann wird alles nass.
„Modern“ ist nicht immer gut.
H4-Birnen für den Frontscheinwerfer kosten keine 3€, wenn aber einer mit LEDs kaputt geht, dann wird das vierstellig. Wenn man das gut findet, dann ist man modern. Ist ja gutes Licht, das blendet aber andere.
Aber für „mich“ ist es nicht so richtig gut. Nur modern. Und teuer, wenn es nicht funktioniert. Ich wette, dass es mehr Unfälle durch geblendete Fahrer gibt als durch zu wenig Licht. 😉
Ach, Rewe, ja, sorry.
Autos sind eben auch mal dran.
Jedenfalls habe ich den Korb dann neben die Kasse gestellt, bin kurz raus und habe die Karte geholt, die, von der ich die Geheimnummer noch kenne. Die von der anderen wurde irgendwie vergessen, man soll die ja nicht aufschreiben. Habe ich trotzdem gemacht, aber ich weiß nicht mehr wo.
Man kann ja Geld von einem Konto auf das andere schieben. Das macht die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte. Ich kann mich nicht alle 8 Jahre auf ein neues TAN-Verfahren umstellen, ich lasse immer eine Umstellung aus und mache die nächste wieder mit, so circa 2030.
Ich habe meiner Frau fest versprochen, dass ich ab dann dieses Zeug wieder übernehme. Das „Wieder“ hat sie kritisiert, irgendwas war damit, das habe ich auch schon vergessen.
Versprechen sind doch immer nur für die Zukunft. Da steckt ein „Ver-“ drin, genau wie bei „vergessen“, „verlieren“ oder „verbaseln“.
Heikel.
Das Englische ist da mit „promise“ positiver. Das ist so „professional“.
Jedenfalls wollte ich dann mit der Karte den weiten Weg durch Gemüse, Eier, Kühltruhe, Bier, Chips und Zeitschriften abkürzen und wie üblich über dieses Gitter der Parallelkasse steigen. Das habe ich schon oft gemacht, ich lächle dann immer eine an den Kassen an, ich kenne die alle vom Sehen und weil die mein Geld wollen. Die haben nie etwas gesagt, ich wohne da ja teilweise.
Aber da war dann noch der, der das Gemüse sonst auffüllt, nur 1,70 hoch, aber genauso breit.
„Nicht hier, durch Markt gehen!“ sagte er barsch. Gar nicht nötig bei den Muskeln. Und er stand mit verschränkten Armen wie ein Türsteher von der Security vor seinem Kassen-Gitter.
Der darf aber gar nicht kassieren.
Klar, dann mache ich wortlos meine Strafrunde, er hatte ja Recht. Security-Frauen mag ich einfach lieber. Die wissen, was nötig ist und was nicht.
Die haben schon ein Ego.
Als ich dann durch die Kasse war, hat er gerade mit zwei anderen die Tomaten nach der Farbe sortiert.
„Und wenn ich beim nächsten Mal einen Fehler mache, dann sagen Sie das bitte freundlich und bauen nicht Ihre 100kg vor dem Gitter wie ein Bodyguard auf. Klar, soweit?“
Barsch war das noch nicht, nur energisch.
„Ja“, hat er gesagt und kurz die Fliesen unter seinen Füßen gezählt. Seine Kollegen haben gegrinst, kurz nur.
Gute Laune kann man sich auch „machen“.
Ich mag mein gestohlenes „Klar, soweit“.
–
Was ich noch sagen wollte, weil ich keine passenden Bilder habe:
Johan C. hatte 1974 nur zwei Streifen von Adidas. Der hatte einen Vertrag mit Puma. Manchmal will ich auch etwas zu sagen haben.
–
„peace, tranquility and good will“
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