Schuhe

Schuhe

Ich weiß wirklich nicht, warum es Menschen gibt, die Toni Kroos nicht verstehen. Der ist einer der besten Fußballspieler aller Zeiten. Wer ihn nicht versteht, versteht nichts vom Fußball.

Sorry, Herr Hoeneß.

Der muss nicht grätschen und sein Trikot schmutzig machen oder sogar seine weißen Schuhe. Grätschen muss man nämlich nur, wenn vorher Fehler passiert sind, wenn man den Ball verloren hat oder wenn ein anderer schneller ist oder die besseren technischen Fähigkeiten hat. Dann muss man sich schmutzig machen oder „schmutzig“ spielen.

Man will ja auch gewinnen, wenn man eigentlich schlechter spielen kann. Oft klappt das, aber dafür muss man eben mehr waschen und öfter die Schuhe putzen.

Toni wird nicht schmutzig, es sei denn, die anderen machen etwas falsch, er selbst macht selten etwas falsch. Wenn man denkt, dass er etwas Falsches macht, dann kann man nicht in die Zukunft sehen, er kann das aber schon. Zumindest für einige Sekunden.

Manchmal erzeugt er die Zukunft auch selbst. Wenn seine Mitspieler ihn nicht verstehen, verliert die Mannschaft ein Spiel, so einfach ist das im Fußball.

Der braucht keine Kapitänsbinde und man muss ihn auch nicht „Capitano“ nennen. Wenn man etwas „ist“, dann braucht man keinen derartigen Karneval.

Toni Kroos mag es, weiße Schuhe zu sehen, wenn er nach unten sieht, ich mag es, Toni Kroos zu sehen, wenn ich nach oben sehe.

Leider will der jetzt aufhören und nur noch mit seinen Kindern kicken. Man sollte aufhören, wenn die Schuhe noch weiß bleiben im Spiel, der ist nämlich ein kluger Mann. Dumme Fragen stellt man klugen Leuten auch lieber nicht.

Leider tragen auch andere Menschen heute oft weiße Schuhe mit hellen Sohlen, putzen sie aber nicht. Toni Kroos putzt seine Schuhe immer selbst, das machen die meisten anderen Fußballmillionäre nicht. Er macht eben „den Unterschied“, auch dabei. Wer sein Arbeitsgerät nicht liebt, arbeitet nicht gut. Ich hätte ja auch nie die schreckliche deutsche Kreide verwendet, ich nahm nur die französische vom Kreideweltmeister.

Niemals würde ich weiße Schuhe anziehen, diese Sneaker oder wie man Turnschuhe für Straßen heute nennt, auch nicht. Die kann man abwaschen oder in eine Maschine werfen, aber das hat mit dem „Putzen“ von Schuhen so viel zu tun wie die Herstellung von Honig mit einem Fußballspiel.

Nur Lederschuhen bringt man durch das Putzen Glanz bei. Neue Schuhe muss man vor allem putzen, wenn sie sauber sind, erst mehrfaches Polieren erzeugt den richtigen Schimmer. Anziehen sollte man sie in dieser Kennenlernphase gar nicht oft. Man sieht eine Frau ja auch erstmal an bevor man mit ihr spricht. Im Dunklen macht das nämlich keiner, es sei denn, man ist wegen der Dunkelheit zusammengestoßen. Ich glaube auch nicht, dass Frauen Männer im Dunklen ansprechen.

Es sei denn, die klingen wie Robert Redford.

Keine Frau würde Markus Söder bei Dunkelheit als Mann ansprechen, ok, kein gutes Beispiel, weil es tagsüber ja genauso ist.

Überlegt Euch selbst bitte ein Beispiel, ich spreche nicht viele Männer ohne Licht an. Ich bin ja „Antonio Banderas“, wie meine Frau ernsthaft wiederholt, was ich ironisch bemerke.

Schuhe: Man braucht eine hochwertige Schuhcrene, die nicht stinkt. Wenn sie stinkt, macht es weniger Spaß und Gerüche können sehr hemmen. Alles aus Supermärkten stinkt, fragt einen Profi, der Schuhe repariert. Da könnt Ihr die Schuhcreme besser kaufen.

Dazu einen Stofflappen, eine weiche Bürste, einen Damenstrumpf zum Polieren und eine Zahnbürste für die Nähte. Die Nähte sind wichtig, die müssen geschützt werden. Eine Vorreinigung von Schmutz und Sand findet bei mir nicht statt, ich nutze nur reine Wege zum Gehen. Bei der seltenen Nutzung eines Zweirades bei Regen verwende ich „Überschuhe“ zum Schutz des Leders. Die gibt es von Adidas, waschbar. Nein, das ist nicht ’spießig‘, das ist praktisch unverzichtbar.

Gummihandschuhe zum Putzen lehne ich ab, man hat in Gummihandschuhen zu wenig Gefühl für das wichtigste „Kleidungsstück“.

Technische Hilfsmittel wie Schuhputzmaschinen nutzen nur Menschen, die nicht gelernt haben, mit ihren Händen liebevoll und effektiv umzugehen. Ich kannte jemanden, der so etwas im Flur stehen hatte, der war aber zwei Meter groß und bückte sich ungern, auch nicht meinungstechnisch, ein Freund des einen ‚Russen‘ und von Sahra. Er sah über andere leicht hinweg, kein Wunder. Genau wie sie.

Ich suche neuerdings weder Kontakte zu Freunden von Wladimir noch zu Menschen mit Schuhputzmaschinen.

Natürlich trägt man nur Schuhe aus glattem Leder, kein Velourleder oder ähnlichen, falschen Unsinn. Eine Ledersohle lässt man gleich nach dem Kauf durch eine hochwertige, dünne Gummisohle schützen. Sonst werden die Schuhe von unten feucht und müssen lange trocknen, nicht gut. Ihr geht ja auch nicht mit klatschnassen Haaren ins zugige Filmtheater.

„Sneakerträger“ sagen „Kino“.

Man kann Lederschuhe bei Regen auch ausziehen und barfuß gehen, wenn man arbeitsscheu ist. Das bin ich nicht, ich habe aber auch recht empfindliche Füße.

Ich kann Schuhe bei Regen und Wärme nur ausziehen, wenn die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, nicht dabei ist.

Sie mag mich nur besohlt, irgendwie. Man könnte mich sehen, mit den Schuhen in der Hand. Liebe geht seltsame Wege. Auch zu Schuhen.

Eigentlich kümmere ich mich mehr um meine Schuhe als um meine Füße, die sieht man ja in Schuhen nicht. Nur die Schuhe sehen die Füße durch die Socken, deshalb sollte man sich auch um die eigenen Füße kümmern, wenn man mit den Schuhen fertig ist.

Eine Ausnahme stellt der Winter dar. Wenn jemand Salz auf dem Gehweg verwendet, gehe ich mit dem Hund auf der Straße, ist die matschig, verbringe ich den Winter im Haus, Salz ist schädlich für Hundepfoten und er will keine Schuhe.

Ja, die Creme gut eintrocknen lassen, nicht gleich bürsten und polieren, das wollte ich noch sagen. Am besten erst am nächsten Tag.

Frauen denken oft, dass wir Männer zuerst auf ihre Schuhe sehen, das ist völlig falsch, wir sehen nämlich alles auf einmal. Wir sind nicht fixiert auf Details, wir suchen ein Gesamtkunstwerk in jeder von Ihnen.

Nicht immer mit Erfolg, zugegeben.

Eine Einschränkung muss ich für mich persönlich machen: Eine Frau, die ihre Lederschuhe nicht pflegt oder von ihrem Mann pflegen lässt, wird niemals zu einer Muse bei mir. Da spielen andere Qualitäten keine Rolle mehr.

Ich wurde von einer Bekannten, die von einem Topmodel aus Paris begleitet wurde, einmal in der Innenstadt gegrüßt. Diese „Neu-Französin“ trug verwahrloste, alte Turnschuhe. Ich grüßte zurück, lehnte den Kaffee mit „Estrelle“ jedoch ab und ging weiter. Ich hätte sowieso zuerst gefragt, warum sie ’solche‘ Schuhe trägt. Natürlich kann ich mir das erklären, weshalb sie im Privaten ein wenig nachlässiger ist als im Job aber das „Warum“ würde mir ja trotzdem im Kopf schwirren.

Sorry, Estrelle.

Ungepflegte Schuhe kenne ich schon genug. Es ist aber nicht so, dass ich vom Schuh auf die Füße und den Menschen oberhalb schließe.

Dann eher barfuß! Aber die Nägel sollten lackiert sein und zwar sauber und ordentlich, das wird in Deutschland immer seltener. An den Fingern wird es übertrieben.

In ansonsten wirklich überzeugenden Fällen würde ich auf Nachfrage auch selbst Hand anlegen, für ein Upgrade.

Bei den Schuhen, nicht bei den Nägeln.

Muss Schluß machen, habe noch einige Paare vor mir. Wenn Toni Kroos spielt, muss alles bereit sein.

Für ihn und für mich.

–
„peace, tranquility and good will“

Hinterlasse einen Kommentar