





Auf dem Weg zur „Feria“
In Andalusien wird es immer wärmer, wenn man vom Atlantik in Cadiz, der ältesten Stadt Europas, in Richtung Sevilla zur „Feria“ fährt.
Eine Rast an Raststätten oder Pausen auf Parkplätzen mag ich nicht, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, möchte meist schnell ankommen.
Aber der Fahrer darf die Pausen gestalten, ich bin da sehr flexibel. Auch wenn meine Frau fährt. In Spanien fuhr nur ich, mit einem Schuh. Wegen der Automatik des Citroen. Ein häßliches Teil, aber genug von Autos.
Also besuchen wir kleine Orte, die nicht im Reiseführer aufgelistet sind, sie unterscheiden sich oft wenig von den Gepriesenen.
Einen Parkplatz neben dem Marktplatz und ein Café mit farbigen Schirmen fanden wir schnell. Der Kaffee wunderbar, der Kuchen süß, meine Frau schön, die Männer zahlreich.
Am offenen Fenster des Cafés stehen drei alte Männer, also nicht so richtig alt, noch fit und gut anzusehen, jünger als ich. Der eine mit langem, lockeren, schwarz-grauem Haar, ein „Frauentyp“ in seiner Jugend, sicher. Heute vielleicht auch noch. Ein „Typ“ wandelt sich wenig mit den Jahren, wenn das Haar voll bleibt.
Meines ist auch noch voll.
Jedenfalls plötzlich wenige klackende Schritte von hinten. Ein Tänzer, meiner Gattin war es sofort klar, die Locken, die Schritte, ein Spanier mit Musik in den Füßen!
Natürlich sprach er meine Frau an, es ist seine Natur, ich fühlte mich wie die Vase auf dem kleinen Tisch des Cafés. Ein angenehmes Gefühl, meine Frau berichtet vom Ziel, der „Feria“ in Sevilla.
Und dann tanzt er mit ihr, wir filmen, machen Fotos mit den drei Spaniern, ich bin nicht im Bild, die Spanier haben die Blondine lieber für sich, ich nehme sie trotzdem wieder mit, so mein Plan.
Als ich kurz die Kachelabteilung im Café besuchen will, bedeute ich den zwei Spanierm ohne Locken mit zwei Fingern, sie mögen den Gelockten und meine Frau im Auge behalten. Spanien ist ein schnelles Land, es war nur ein Spaß.
Während ich weg war, wundert sich der Tänzer über meine Abwesenheit, er fragt meine schöne Frau sorgenvoll:
„Problema?“
Drei kleine Gläser Wein als Dank nahmen den drei Herren die Sorge, sie hätten Verbotenes getan.
Ein letztes Lächeln der besten Ehefrau von allen und weiter geht es zur „Feria“.