













Penelope
Ja, das findet Ihr jetzt irre, vielleicht ist es das ja auch, ein wenig. Ich habe nämlich innerhalb von 7 Tagen zwei tolle, gebrauchte Autos gekauft. Das habe ich nur für die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, gemacht. Ich hatte ja 10 Jahre kein Auto mehr gekauft, ich brauche nämlich solche Konstanten im Leben, meine Frau und die Autos.
Zuerst haben wir dem Großen den großen, munteren, alten Volvo geschenkt. Dafür hat er mir den alten Passat zurückgegeben, ok, ich musste die Alufelgen drei Tage lang putzen, aber der Große hatte die ja auch dreieinhalbmal um die Erde gerollt, die Felgen. Es gibt so viel Dreck auf der Welt, da müsste sowieso mal gründlich geputzt werden, nicht nur die Leichtmetallfelgen!
Da müsst Ihr alle etwas helfen, aber nicht mit Backofenspray, sondern mit Worten, aber nicht in Blau bitte. Blau ist nämlich schon der neue, gebrauchte, kleinere Volvo für meine Frau.
Das reicht an „Blau“.
Ich mag „Blau“ nicht, das ist mir zu „kalt“.
Für „Himmel“ mache ich eine Ausnahme, für jedes „Blau“.
Und gestern wollten mir gleich drei Menschen ihre Autos verkaufen. Drei! Und ich hatte die gar nicht gefragt, die haben es in meinen Augen gesehen, was mich im Innersten antreibt!
Weiß, Silber und Schwarz. Meine „Farben“!
Es fing alles bei Edeka an. Die hatten den Mülleimer wegen der Blumen woanders hingestellt und ich stand mit meinem Taschentuch da, wo der vertragsgemäß hingehört. Aber der stand plötzlich neben dem Pausentisch meiner liebsten Bäckereifachverkäuferin. Das macht mich wahnsinnig, wenn die umbauen. Zumindest ankündigen könnten die das, so wie bei Baustellen!
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Und die nette „BFV“ sagt sitzend zu mir draußen vor dem Supermarkt, in dem Dorf vor der Stadt, mit ihrer elegant gehaltenen Zigarette, als ich mich über den neuen Parkplatz des Eimers beschwere:
„Wollen Sie ein Weißbrot kaufen? 6€!“
Und dann zeigte sie auf einen riesigen, weißen BMW, ihren BMW. Sie sagte gar nicht 6€, sie nannte eine fünfstellige Zahl, egal.
Und danach sagte sie gleich:
„Für Sie auch für 5€!“
Die ist clever mit diesem Rabatt für mich, so ganz privat, was? Kurz habe ich schon überlegt, ob ich das mache, schon wegen ihr, aber ich wollte kein Weißbrot mit 1000g, ich wollte lieber ein Weizenbrötchen als Auto und auch nicht für 5€, sondern eher für 1,20€.
Die ist aber die 5€ wert, die von der Bäckerei.
Aber ich schaffe kein ganzes weißes Brot von BMW, auch wenn das super aussah. Von außen konnte ich sehen, wie der innen aussah, perfekt, das Brot. Aber leider fehlte das Wischwassser, das sah man in der Anzeige.
Ich kaufe prinzipiell keine Autos, die unter Flüssigkeitsmangel leiden. Schade.
Und ihr Weißbrot, das kostete bei den Kleinanzeigen für alle auch nur 5,20€. Die ist verdammt clever, die kann nicht nur „Brötchen“!
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Dann wollte ich nur nochmal kurz die Felgen vom Passat in den Ecken wischen, für 2€ mit dem Hochdruckreiniger bei der Shell nach der nächsten Kur mit Backofenspray, ja, das muss sein, ich putze meine Lederschuhe ja auch jeden Tag.
Bei dieser Shell läuft der Hochdruckreiniger doppelt so lange wie an anderen Orten.
Dann stand an der Tankstelle ein 25 Jahre altes Cabriolet von Opel und ein älterer schlanker Herr stand daneben, die Karosse hat Bertone damals gezeichnet, gute Arbeit, aber eben für Opel.
Kein Schuhkarton wie das T-Roc-Cabriolet.
„Schönes Auto!“, rief ich rüber.
„Wollen Sie den kaufen?“
Mann, ey, der zweite in 15 Minuten. Nee, der war innen staubig und die Felgen, nein, für die hätte ich einen Monat gebraucht, die Zeit habe ich einfach nicht. Dem Herrn habe ich gesagt, der bringt kein Geld mehr, er soll TÜV neu machen lassen und für 200€ das Ding grundreinigen lassen und weiter seinen Spaß ohne Dach haben.
Für 300€ kann man nicht mehr Spaß haben, jedenfalls nicht für zwei Jahre, auch nicht für eine Nacht. Das wollte der sich überlegen.
Dieses billige „Brötchen“ war schon zu hart und trocken für mich.
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Dann rolle ich schon los, das Fenster offen, ganz langsam, so auf diese ganz coole Art, ihr wisst schon. Wenn Du glänzende Felgen hast, dann bist Du auch mit einem 16 Jahre alten Passat der „König der Welt“.
Zumindest bei Shell.
Und dann stand da ein kleines, rundliches, schwarzes, wunderschönes Auto und wartete auf einen Duschplatz. Der war gar nicht staubig. Und daneben stand ein noch coolerer Typ in einem Blaumann und mit einer Marlboro. Entspannt.
„Der ist so schön!“, rief ich aus dem langsam rollenden, alten Passat.
„Können Sie kaufen!“
Nee, ey, das ist doch unfassbar, oder? Und das Problem ist, dass man beim dritten Mal nicht „Nein“ sagen darf, das ist so eine Regel bei mir. Bei dem Herrn und diesem Auto schon gar nicht! Hätte er einen Boss-Anzug getragen, nein, ich wäre nicht ausgestiegen.
So ein Auto und der Mann in Blau, das war sofort interessant. Trotz des „Blau“.
Der Wagen ist das „Kleine Schwarze“ von Chanel auf Rädern, ein „Beetle“, den habe ich dann gekauft. Eigentlich schon neben den Staubsaugern!
Du gehst eben an Penelope Cruz nicht vorbei ohne „Hola“ zu sagen, ich jedenfalls nicht. Und das war auch Penelope auf Rädern! Dieser Glanz von Haar und Lack! Dunkel, geheimnisvoll.
Das steht meiner Frau auch so gut.
220PS, nicht so wichtig.
Ich habe nur meine Frau damit fahren lassen, ich kann meine Frau mit Worten nicht überzeugen, das muss ‚ohne‘ gehen. Außen Blech-Cruz, innen noch sie, besser geht es kaum. Ich bin nämlich kein Cruise.
Den ’neuen‘ Volvo bin ich in sechs Tagen nur für 30cm gefahren, meine Frau hatte etwas zu weit vom Bordstein geparkt. 15cm. Habe ich korrigiert, das war’s. So versessen auf „neue“ Autos bin ich nicht, dass ich damit gleich fahren muss.
„Vorfreude ist die schönste Freude!“
Die kann man total einfach ausdehnen. Einfach verzichten, das geht super. Das schaffe ich beim Sprechen nicht, ein altes Dilemma.
Und der Mann mit dem grauen Vollbart im Blaumann, der ist der größte Käfer- und Beetle-Fan auf der ganzen Welt! Er hat alle Modelle, Bücher und Kataloge gesammelt!
Alle!
Ich habe Bob Dylan, aber er hat alles von den traumhaft schönen, runden, ‚weiblichen‘ Autos mit Charakter! Wahnsinn, er liebt diese Autos seit seinem ersten „Brezelfenster-Käfer“.
Wir beide sind im Himmel aus derselben Schublade gezogen worden!
Und jetzt hat er seine beiden wunderschönen „Beetle“ verkauft, aus freien Stücken! Seinen Weißen ohne Dach und den Schwarzen mit Dach von seiner Frau. Die acht Felgen waren alle perfekt. Ich kenne mich damit aus.
Und wisst Ihr, für wen er das gemacht hat?
Für seine Frau, seine ‚Penelope‘.
Sie legt jetzt ihr Handy jeden Tag abends um 19:00 vor ‚heute‘ in seine Vitrine zu dem weißen Beetle-Cabriolet.
Freiwillig. Für ihn. Er hat nämlich gar keines.
Toll.
Mein Nachbar hat in einem neuen Golf 250PS. Ich plane ein Stage I-Tuning auf 260. Nicht, dass ich es brauche. Es ist für ihn. 🙂
Hallo, Dominique.
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