




Herr Gerlach-Familie Sparsam
Nach dem letzten Spaziergang mit dem schwarzen Hund habe ich meiner Frau, der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, berichtet, dass ich mich mit einem Nachbarn über seine Gartenarbeit unterhalten habe.
Ich selbst mache kaum Gartenarbeit, weil es bei uns so eng ist, ich würde meine Frau da nur stören, auch mit meinen Worten. Ich glaube, sie ist sehr froh, dass ich nicht inkommodiere.
Gartenarbeit kann sehr schmutzig sein, vor allem mit den Schuhen finde ich das problematisch. Klar, man kann alte Schuhe anziehen, aber auch alte Schuhe müssen geputzt werden.
Mit diesem Ansatz verschiebt man das eigentliche Problem lediglich von neuen Schuhen auf alte Schuhe.
Toni Kroos würde nie mit schmutzigen Schuhen spielen, der trägt nur weiße, ich wette, der macht auch keine Gartenarbeit.
„Ich habe ihm dann erzählt, dass vor einigen Wochen 50 Meter von seinem Grundstück entfernt ein Baum umgestürzt ist, er geht nicht hinter seinem Haus vorbei, der hat ja keinen Hund. Der Baum, Du weißt, das war der bei Herr Gerlach am Zaun.“
Boah, dann ging es aber los wie beim Start in der Formel 1:
„Ach, der bei Herr Gerlach hinter dem Zaun, ja? Das musst Du dann Herr Gerlach mal sagen, vielleicht weiß der davon auch nichts. Sprich den doch auch mal an, den Herr Gerlach. Oder einfach mal mit dem Herr Nachbar sprechen, was?“
Sie ist nicht mehr die beste Ehefrau von allen, sie ist jetzt eine von vielen, also wenn ich mehr als eine gehabt hätte.
Ich bin nicht empfindlich, ich bin vielleicht etwas sensibel, aber bei Grammatik hört bei mir der Spaß wirklich auf! Bei Grammatik, da „werd´ ich deschparat“, wie es schon bei Karl May der Hobble Frank sagte.
In „Der Schatz im Silbersee“ kommt das vor, bevor Ihr jetzt anfangt zu grübeln.
Sogar unsere Kinder haben schon am Ableben des Dativs mitgearbeitet:
„Ich glaube, ich muss das in Religion Herr Gmünd mal sagen …“ oder „Ich frage morgen wegen der Hausaufgaben Herr Eichenblatt!“
Zum Spaß frage ich schon zuhause mal, „wem seine Jacke da noch auf dem Stuhl hängt“ oder ob „jemand schon die Wäsche aufgehangen hat“.
Meine Frau, die einmal die beste Ehefrau von allen war, die ich je hatte, die regt sich dann so auf, da kommt sie richtig schön aus dem Quark, wie man im Norden sagt.
Ich habe das auch gar nicht gesagt, das mit „Herr Gerlach“, meine Ex-Frau hört vielleicht nicht mehr so gut.
Gerade gegen Abend oder wenn sie einatmet, weiß ich nach 30 Jahren Ehe ja schon vorher, wie ein Satz endet.
Manchmal weiß ich schon, was sie sagen wird bevor sie darüber nachgedacht hat.
Ich gebe auch zu, dass meine Frau auch vorher weiß, welche Tagesaufträge ich am Abend nicht ausgeführt haben werde, wenn sie nicht alle paar Wochen noch einmal nachfragt. Manche Dinge erledigt nämlich die Zeit von ganz allein, das vergessen Frauen generell häufig.
Zum Beispiel ging es Monate um diesen Glasfaseranschluss, wir hatten den 2021 beantragt, aber da arbeiten Männer, das dauert dann ein paar Tage.
Ich sollte also zur Telekom, zu den Stadtwerken, mich informieren und Handwerker anrufen.
Ich habe nur gewartet, ob die Lösung nicht vom Himmel kommt.
Und sie kam.
Die, die draußen aufgegraben hatten, haben kurz angedeutet, dass sie auch privat im Haus verlegen. Und picobello sauber haben die das gemacht. Zwei Tage später. Ferig.
Ich habe diese ganzen Aufträge sozusagen im Schlaf erledigt.
Und jetzt Ihr.
Ich kaufe meiner Ex morgens nur noch Sesamkrustis, es gibt keine Franzbrötchen oder Weizenbrötchen mehr, ich suche konsequent nach Produkten ohne „n“!
Milch, Kaffee, Tee, das geht ja. Brot mit Butter, mit Marmelade, mit Käse oder Farmer-Salat, sogar ein Salat ist drin, Nutella und Honig „isch over“. Beim Frühstück muss man sich gar nicht stark einschränken. Mittags gibt es jetzt öfter Reis. Wir trinken jetzt mehr Sekt als Wein. Nudeln und Kartoffeln, vorbei, Ende Gelände.
Man kann sich nämlich in der Fastenzeit auch ohne „n“ ernähren.
Wer mein „n“ nicht hört, bekommt auch keines. Champagner, bitte! Ach, Mist, wir müssen beim Sekt bleiben. Nur so am Rande, habt Ihr mal überlegt, welche KanzlerInnen wir in den letzten 50 Jahren hatten?
Schmidt, Kohl, Schröder, Merkel, Scholz.
Und fällt Euch etwas auf? Genau, kein einziges „n“ in 50 Jahren, der zweihäufigste Buchstabe des Deutschen fehlt, jeder zehnte Buchstabe ist sonst ein „n“, aber er schafft es nicht an die Regierungsspitze!
Lafontaine, Steinmeier, Steinbrück, Scharping, Laschet
Klar, die haben alle verloren, das kommt von den „n“ im Namen, politisch waren die Unterschiede ja nicht riesig.
Sorry, Laschet ist da dabei, weil der zwei „n“ wegen seines Grinsens bekam. Dumm gelaufen, aber es war eben gerade kein Karneval. Lindner ist auch bald weg, der hat zu 28,6% den falschen Buchstaben im Namen, da ist der Abstieg vorprogrammiert. Sieht man ja an der Linken, 33,3% „n“.
Politik ist viel einfacher als Ihr denkt.
Merz, Pistorius, Baerbock, Habeck, …. alle ohne „n“, wenn das so weiter geht, Mann, Mann.
Die Reinkarnation von Rosa Luxemburg hat zwei „n“, die können wir daher zum Glück vergessen.
Die soll sich mal schön um ihre beiden „n“ kümmern und um Ihre nach sich selbst benannte Partei, mehr Verantwortung muss sie gar nicht übernehmen. Ein wenig die Finger im Brei haben, ich glaube, das ist dann auch genug. Irgendwann verlässt die diese Partei sowieso wieder, dann nimmt sie aber 66,6% des Partei-Namens mit. Wenn Leute auf die reinfallen, dann ist denen auch nicht mehr zu helfen.
Die Blauen oder Braunen, übrigens ohne „n“ an der Spitze, aber da haben so viele ein riesiges braunes „N“ vorn, das wird auch nichts, ein Glück.
Um was ging es hier nochmal?
Familie Sparsam
Ich hänge mal noch etwas dran, weil wir mit den letzten Sätzen ja schon so ein Scheiß-Thema hatten.
Das lest Ihr bitte jetzt nicht, hier werden Themen angedeutet, über die man gemeinhin nicht spricht, deshalb mache ich daraus auch keine separate Erzählung, auf diese Weise könnt ihr hier eleganter seitlich aussteigen.
Ich habe damit nichts zu tun, ich habe nur andere Menschen über ihre Probleme sprechen hören.
Wir hatten mal in der Schule ein Programm zum Energiesparen, das ist 20 Jahre her, es sollten elektrische Energie und Wasser eingespart werden. Die Schule selbst und der Hausmeister wurden an den eingesparten Geldern beteiligt und finanziell belohnt.
Der Hausmeister hat sofort in alle Wasserkästen der Toiletten Ziegelsteine gelegt, da liefen dann nur noch 6 oder 7 Liter Wasser bei einem Spülgang durch, das sparte ja 30% Wasser oder mehr. Klar, manchmal muss man dann zweimal spülen und man spart gar nichts.
Oder das Ganze verstopft, der Klempner kommt, eine einzige Malaise, um es vorsichtig auszudrücken, aber das wurde dann aus anderen Töpfen bezahlt.
Wir sollten auch alte Decken vor die Fenster hängen, weil man an den Tafeln oft auch bei Sonnenlicht erst etwas sah, wenn man die Beleuchtung für die Tafeln trotzdem einschaltete. Alte Decken vor den Fenstern! In Deutschland! Vorhänge hätten Geld gekostet, klar.
Die Firma, die das Programm entwarf, hat sich eine goldene Nase damit verdient, in allen Schulen in SH lief das und die klugen Köpfe erhielten einen großen Anteil der eingesparten Gelder. Die mussten nur zwei Vorträge pro Schule investieren, mehr nicht, dann floss die Kohle. Sicher nach einem amerikanisches Vorbild.
„How much do you make?“
Im Privaten habe ich nun auch gehört, dass da aus einem bestimmten Spülkasten nur noch sechs Liter Wasser kommen sollen.
So, dann stellt Euch das vor, wenn Ihr da zur Party eingeladen seid und die sechs Liter reichen nicht, auch beim dritten Mal spülen nicht. Es reicht nicht. Der Schlauch von der Dusche ist zu kurz. Das Fenster geht nicht auf und draußen wartet der nächste Partygast, der hat schon geklopft.
Raus kannst Du da nicht. Grausam. Da wünscht man sich einfach, man hätte nur getrunken. Man betet dann für zehn Liter. Der Partygast vor der Tür, der weiß noch gar nicht, dass es schlimmer wird, wenn er reinkommt.
Jedenfalls habe ich jetzt von einem Paar gehört, das morgens schon mit der Vorbereitung auf die abendliche Party bei Sparsams beginnt. Eine Runde Gymnastik am Morgen, dann ein Spaziergang und ein Dauerlauf am Nachmittag, kein Essen, aber viel Wasser. Dann ist nämlich auch die Angst vor den multiplen Spülgängen weg.
Und wisst Ihr was? Ich habe gehört, dass bei Sparsams jetzt wirklich weniger Wasser verbraucht wird.
Zu der Situation gibt es einen Film, Mann besucht Frau das erste Mal, dann geht der ins Bad.
Und dann … kennt Ihr den Film?
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Wunderbar !
Es gibt da von Sebastian Sick einige schöne Bücher „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“. Wie mit unserer Sprache umgegangen wird – furchtbar !!! Selbst in den „Qualitätsmedien.
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BS, klar, ein Talent aus dieser Stadt.
Hätte ihn gern in Mathematik unterrichtet, aber man kann nicht alles haben, er war schon weg. Der Dativ reicht manchmal auch. 🙂
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Man oh Man! ;->
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