Atemlos

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*Atemlos*

Endlich.

Jetzt hat 2018 den ersten, richtigen „Scheißtag“ hingelegt. Das hat auch sein Gutes, denn erstens wollte ich erstmal gar nichts mehr schreiben und zweitens fiel mir sowieso nichts auf oder ein. Aber nun ist das ja schon um die Mittagszeit ein blöder Tag und darüber schreibt es sich besser als über die ersten drei noch guten ‚2018er‘.

Zuerst hatte es in der Nacht geregnet, nicht schlimm aber ausdauernd, eben nördlich, und das Fenster der Fahrertür sollte da doch lieber geschlossen sein. Alles mal wieder nass: Sitz, Boden, Teppich, Parkscheiben und die ganze Ablage in der Tür mit den 20 Stiften und dem Eau de Toilette gegen den Zigarettengeruch.

Zu dämlich. Das Alter.

Meine Hose war dann durch das aufgelegte Handtuch auf dem Sitz auch noch feucht geworden. Bin beim Kaffee nicht aufgestanden, um Gerüchten vorzubeugen. „Kaffee“ kommt vor „Putzen“, ich gehe gern alphabetisch vor, so weit reicht mein Ordnungssinn. Zum Glück liegen Putzen, Saugen und Wischen weit hinten. Bett, Frau, Frühstück, Hund, Kind und Kaffee hingegen nicht.

Also danach wischen, Essig gegen drohende Ränder, alles ausräumen … ein wundervoller Anfang. Jetzt verstehe ich auch, was Sabrina neulich meinte als sie sagte

„…. das muss Du ja alles zum Putzen wegnehmen!“

Dann wollte ich neue Scheibenwischer kaufen, berichte beim Händler vom VW, lege den Schein hin, und sage, dass der ja nicht neu sei. Der hat im Lager lange gesucht und kam mit den ‚richtigen‘ Wischern zurück.

„Volvo meinten Sie, nicht VW, oder?“

Der hatte tatsächlich zugehört aber nichts gesagt, denn ich gab ihm den falschen Fahrzeugschein, die Kennzeichen sind quasi fast identisch. Beim folgenden Anbau habe ich mich dann ungeschickt am Daumen geschnitten, sodass es frisch tropfte. Herrlich so ein 2018er im vierten Aufzug.

Danach mit dem Kind noch ’nach‘ IKEA und ’nach‘ Saturn – so sprechen manche hier – , Kameras testen, das wollte das Kind. Zwar nichts gekauft, aber an der Kasse das typische Piepen zwischen meinen schnellen Schritten, an der Kasse stehen mindestens 20 Kunden.

„Ein Dieb!“

„Dann komm‘ mal mit ins Büro!“ sagt der mächtige Sicherheitsmann im über der Brust gespannten Anzug in coolem Schwarz mit tödlichem Blick. Also mit Kind und Hund ins Büro. Die piepten nicht, die waren etwas befremdet.

Es war dann nur ein Sicherheitsetikett am noch neuen Pullover, aber vor der Piepbarriere musste ich wegen des Kindes eine Schere verlangen, um das vor 20 Kunden zu entfernen. Man steht ja selbst als echter Dieb nicht gern als solcher da.

Als Irrtum aber auch nicht.

„Und beim nächsten Mal bitte ‚Sie‘, der Herr“, habe ich ihm beim Abschied zugelächelt. Immer noch viel Luft in der Brust, als auch er kurz lachte.

An sich bin ich gar nicht so, aber die Pfütze im Auto kann einen ganzen Tag versauen, wenn man ein Sensibelchen ist.

–

Foto vom Ron. 🙂

 

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