*“Yesterday’s Papers“*
Ob ich mich selbst ertragen könnte, wenn ich mich zweimal gäbe und mir gegenüber stände? Das kann man leider nicht ausprobieren, interessant wäre es allemal.
Stimmen sind sehr wichtig, aber höre ich meine eigene vom Band, diese Schärfe, dieses Zischen, wäre die Stimme ein frischer Fisch, ich würde sogar Fischstäbchen nehmen.
Ich weiß auch nicht, ob ich meine teilweise unsäglichen Texte lesen würde. Es könnte sein, dass die sich einfacher tippen als lesen lassen. Mit dem Anspruch, alles müsse „gut“ sein, stellt man sich selbst ein Bein. Also nur schnell raus mit dem Kram!
Natürlich ist man auf einige ‚likes‘ quasi angewiesen, sonst weiß man gar nicht, ob das überhaupt noch jemand liest. Andererseits wird ja gar nicht zum Lesen geschrieben sondern eher zum Spaß am Tippen.
Dann traf ich innerhalb weniger Tage drei Facebook-Freunde, die mir sogar von einem bestimmten Geschichtchen etwas erzählten und in dem Zusammenhang absolut gegenteiliger Meinung waren als die Person in der Erzählung. Ich wusste aber nicht, dass die das lesen! Vorher hatte ich schon überlegt, es mal zu lassen und nachzusehen, wie groß die Kinder sind.
Man verliert sich leicht beim schnellen Schreiben. 🙂
Erinnerungen jedoch kann man, wenn man sie noch im Kopf hat, gut tippen. Leider habe ich fast gar keine Fotos von früher und von mir gibt es selbst von heute kaum welche. Die Vorfahren haben alles Alte entsorgt, seien ‚ja tot, was soll ich damit‘, hörte ich kurz und knapp.
Heute haben die meisten vermutlich eher zu viele Fotos aus der Gegenwart, digital und verteilt auf unzählige Speichermedien. Die könnten mal dasselbe Problem haben wie ich, weil sie erstens nicht wissen, wo die Bilder von der Einschulung sind oder zweitens weil digital Medien so schnell überholt und unlesbar sind wie ein parkendes Auto. .
Ergebnis sind dann uU auch … keine Bilder trotz der Tausend, die gemacht wurden.
Aber ‚Analoges‘ empfinden Junge oft als belastenden Ballast, bei Büchern, bei CDs, bei Bildern und manchmal auch bei solchem, was als ‚alt‘ empfunden wird.
Und so rette ich manchmal eine Kinderzeichnung oder einen kurzen Kinderaufsatz aus dem Müll und lege sie in die kleine Schatzkiste. Die kann ja nur ein Wasserschaden angreifen. Werde ich dabei erwischt, heißt es auch „Was soll ich damit?“ oder „Was willst Du damit?“.
Am besten steckt man ausgedruckte Bilder gleich dazu und nimmt eine größere Kiste.
Das sind die Fragen des Alters 🙂
Was soll die Sammelei, wenn sich nach dem Tod sowieso keiner mehr dafür interessiert. Habe letztens sogar schon mal meine Tagebücher von früher vernichtet, Soll ja keiner drüber lachen.
Und übrgens möchte ich mir auch nicht persönlich gegenüber stehen. Der Blick beim Frisör in den Spiegel reicht mir jedes Mal. Und Aufnahmen meiner Stimme kann ich ebenso nicht hören. Ich frage mich immer, wie Sänger damit umgehen können. Die haben doch bestimmt auch eine andere Stimme im Kopf als dann auf irgendeinem Medium.
Und weiter „übrigens“, es macht immer wieder Spaß deine so dahingetippten Geschichten zu lesen.
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