*Das Gestern für das Morgen*
Überall kann man ja lesen, dass Nokia jetzt dieses unverwüstliche Handy wieder auflegt. Büschen bunt, büschen rund, büschen Kamera und der Akku soll wieder für einen 10 Tage-Trip in die Toskana reichen.
Nix mehr mit Internet und smartem Checken der Emails und sozialen Netzwerken, nur Telefon und SMS tippen mit dieser Tastatur bei der jeder Knopf vierfach belegt ist.
Und das wird bestimmt gekauft, macht sich ja gut im Bioladen, dann ist man ein halber Netzaussteiger. Vielleicht haben die das Smartphone dann in der anderen Jackentasche und lesen die Emails im Bad, keine Ahnung.
Aber „slow electronics“ in den Fingern.
Es gibt ja auch wieder deutlich mehr Vinyl, aber ich kenne auch welche, die die Scheiben im „Originalzustand“ belassen und nicht mal das Cellophan aufreißen. Das wird dann wegen der „Werterhaltung“ gemacht. Vinyl in begrenzten Auflagen ist nämlich deutlich preisstabiler als jede CD.
Man könnte sich dann für das Hören das Vinyl auch *doppelt* kaufen, …. aber es gibt ja durchaus Plattenkäufer, die zwar Vinyl erwerben, aber gar keinen Plattenspieler besitzen. Das geben die zwar ungern zu, aber ich habe das mit eigenen Augen schon gesehen. 30 neue Vinyls für 600€, aber keinen Plattenspieler. Man habe sich „noch nicht entscheiden“ können.
Ich liebe das und das beruhigt auch, wenn das Gefühl vom Gestern im Regal still ruht.
Ob man das dann „slow music“ nennt, weiß ich nicht, ich kaufe mir ja bei fast gleichem Preis auch das Vinyl, allerdings nur, wenn die eine CD beilegen, die kosten ja eigentlich nur ein paar Cent.
Mit „slow food“ ging das alles los.
Allerdings sind das selten entspannte Menschen, die alles „slow“ wollen, finde ich. Ich nehme die eher als angespannt und „Alles-richtig-machen-woller“ wahr, aber meine altersmüden Augen sind da vielleicht verblendet.
Das ist mir alles zu viel aus dem Katalog, dieses „slow“.
Dabei bin ich gar nicht der „fast“-Typ.
Ich trinke kein To-Go und habe zum Probieren bei McDonalds vor circa 20 Jahren ein einziges Mal von einem Burger abgebissen. Das war vor dem Zug auf dem Weg nach Sylt. Weiß ich genau.
Furchtbar.
Und „gestunken“ hat das in diesem Fast-Food-Laden, meine Fresse.
Ich gehe da manchmal trotzdem rein, aber nur auf die Toiletten.
Da ist mir „slow“ nämlich zu langsam.
Blick in die Zukunft:
Das Smartphone wird die neue Jogginghose !!! Und ich habe noch ein altes Nokia aufgehoben. Bin also wieder mal der Zeit voraus gewesen.
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Erst waren wir zuerst da.
Jetzt sind wir wieder vorn.
Wäre ich jung, ich würde an uns verzweifeln. 🙂
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