*Über einen Sonnabend im Leben*
Ich weiß einfach nicht mehr, wann es anfing, dass aus dem ‚Sonnabend‘ der ‚Samstag‘ wurde. Vielleicht war das als es ‚Das Sams‘ im Fernsehen gab oder als als man begann, alles abzukürzen.
Mo Di Mi Do Fr … So So … ist nämlich unpraktisch.
Es ist jetzt bestimmt schon 30 Jahre her, dass ich *das* so zuletzt gemacht habe. Natürlich hat man dann ein schlechtes Gewissen, weil man solche Dinge nicht einfach ohne Grund macht.
Und es gibt gar nicht so viele Sachen, die man allein tun kann und die ein derart schlechtes Image haben, wenn das jemand erfährt. Aber ich war ja allein beim bösen Nichtstun.
Ich habe nämlich einfach ausgeschlafen!
Bis zum Nachmittag um 15 Uhr!
Also ganz stimmt das jetzt auch nicht, jedenfalls kann man das missverstehen. Natürlich bin ich wie immer morgens um 5 wach gewesen, war Brötchen holen, mit dem Hund spielen und das Frühstück fertig machen. Dazu ein paar hauswirtschaftliche Tätigkeiten, …. aber nach dem Frühstück „in Familie“ gegen 10 habe ich mich einfach wieder hingelegt. Ich frühstücke nämlich am Wochenende doppelt, einmal mit dem Hund und der Zeitung und einmal, Stunden später, mit der Familie.
Der Hund war auch so wunderbar warm an den Waden, dass ich glatt wieder eingeschlafen bin.
Der war auch etwas irritiert, glaube ich, hat jedoch auch noch eine Mütze Schlaf genommen. Der ruht ja sonst bei ‚DogTV‘ auf dem Sofa.
Und dass das bei mir bis 15 Uhr ging, fantastisch.
Ich bin nicht mal von selbst wach geworden, aber die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte und die mich so gar nicht kennt, hat dann plötzlich in der Tür gestanden und gesagt, dass der Hund wieder raus muss und schon an der Tür steht.
Das hatte ich gar nicht gemerkt, dass der aufgestanden war, aber es war auch nicht mehr so warm an den Waden. Aber der hat mich schlafen lassen, das rechne ich dem Tier hoch an.
So groß war meine Lust gar nicht, aus dem warmen Pfuhl hochzukommen, mich anzukleiden und in der eisigen Kälte eine kurze Hunderunde zu drehen. Der beste Hund der Welt hat das wohl gemerkt, denn der wollte nach 5 Minuten schon zurück.
Jedenfalls habe ich dann meiner Frau gesagt, dass wir beide keine Lust hatten und ich eigentlich auch gern noch etwas im Bett geblieben wäre.
Aber sie hat gesagt, dass ich „ja auch aufstehen wollte“. Das wusste ich bis zu ihren Worten noch gar nicht, aber ich lerne immer wieder Neues.
Manchmal weiß eine gute Frau nach 25 Jahren besser, was man möchte als man selbst. Daran denke ich von Zeit zu Zeit und bei verschiedenen Gelegenheiten.
Das habe ich dann auch gleich eingesehen, so wach war ich von den 5 Minuten in der Kälte nämlich schon.
Für mich ist es auch jetzt noch immer der SONNABEND. Habe mal in meinem alten Schul- Duden (Ausgabe 1965) nachgeschaut. Samstag wird in Süd-und Westdeutschland für Sonnabend gesagt.
Genauso kann ich mich an diese neumodischen (westdeutschen ?) Uhrzeiten , wie z.B. „viertel nach 10“ , gewöhnen. Bei uns heißt das schon immer „viertel 11“. 🙂
Wollte jetzt gerade eine Runde Joggen, aber es ist so grau und kalt draußen — lege mich wieder hin — Winterschlaf !!!
LikeLike