„Sitting On The Dock Of The Bay“

*“Sitting On The Dock Of The Bay“*
… wenn ich das höre, muss ich immer an zwei Sätze denken.

„Und dann braucht man ja auch noch Zeit zum Herumsitzen“, sinngemäß nach Pippi, und „Man sitzt insgesamt zu wenig am Meer“, woher der ist, weiß ich nicht, aber der Mensch, der den das erste Mal sagte oder schrieb, stammt vermutlich nicht aus einer Bergregion. Obwohl der Satz dann ja noch mehr Sinn machen würde.

Ungefähr 18 Jahre lang habe ich ja fast täglich 90 Minuten am Computer verbracht, also nicht aus beruflichen Gründen, das hatte sich eher durch das Hobby ergeben. Das sind knapp unter 10000 Stunden am PC gewesen und wenn man diese Zeit in Spaziergänge umrechnet, kommt man schon auf 20000. Morgens habe ich nämlich immer zuerst die „US-Post“ gemacht, weil die ja an ihrem Abend schrieben, während ich schlief. Zeitverschiebung würde ich auch abschaffen, total unpraktisch. Und wenn die Amerikaner nachts wach wären, hätten sie auch mehr Zeit zum Nachdenken, welch besserwisserisch deutscher Gedanke!

Jetzt habe habe ich ja den Hund und gehe morgens sofort raus und muss zusehen, dass ich irgendwann schnell in 10 Minuten das Notwendigste an der Maschine erledige.

So ein Hund ist nämlich auch wie das Meer und das Dock am Hafen.

Wenn man dann noch zu den 10000 die TV-Stunden addiert, dann kann man sich ersatzweise schon ein eigenes Tierheim zulegen und die Hunde einzeln ausführen!

Wenn man keinen Hund und keinen Urlaub und viel Arbeit hat, dann ist es ganz gut das Fernsehprogramm durch ein Spiel zu ersetzen. Nach einem Film weiß ich zum Beispiel 30 Minuten später nicht mehr, wie der Mörder hieß. Das war dann wieder „Kaugummi für die Seele“.

Spielen.

Früher haben wir uns mit 15 Jungs zum Kicken verabredet, manchmal musste man auch an ein paar Türen klingeln, aber die hatten eigentlich immer Zeit. Einer übernahm die Seite rechts von der Landstraße, der andere die linke und 20 Minuten später hatte man zwei Mannschaften. Zu zweit kann man ja bloß Elfmeter und Freistöße üben.

Später wurde es dann schon schwierig, jemanden zu finden, der Zeit für eine Runde Tischtennis oder Schach hatte. Mit Schach habe ich irgendwann aufgehört nachdem ich versucht hatte, mir alte Partien von Bobby Fischer einzuverleiben. Da bin ich dann zu Würfeln, Karten und Bachgammon zurückgekehrt, das war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.

Würfel und Karten und der Zufall, wunderbar.

Wenn es dann doch mal klappt mit einem Spiel zu dritt oder zu viert, so zu Ostern oder im Urlaub, dann gibt es immer dieselben Auffälligkeiten. Der spielende Mensch zeigt seine Stärken dann nämlich besonders offensichtlich. Ich betrüge zum Beispiel, weil ich ungern gegen die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, verliere. Leider verliere ich trotzdem von Zeit zu Zeit.

Am liebsten spiele ich kurze Spiele, die ich schon kenne. Spielanleitungen zu lesen, ist mir ein Gräuel. Ich finde, man sollte wieder ‚Greuel‘ schreiben. Das war auch wieder so eine blöde neue Schreibspielanleitung.

Und dann die Spielertypen!

Ein Typ, auf den ich verzichten kann, ist der, der auf die präzise Einhaltung der Regeln achtet und bei Bedarf in der Spielanleitung nachliest. Es ist viel angenehmer, wenn man sich ohne die Vorschriften zu konsultieren einigen kann. Man kann beim Rommé auch diese dämliche 30 Punkte-Regel weglassen. Das steht ja nicht auf Moses‘ Tafel oder im Grundgesetz, Himmelarsch.

Der Regeltyp hebt dann auch mal lesend den Finger.

„So, jetzt haben wir es!“ sagt er, denn es ist stets ein „er“, und danach macht es einfach weniger Spaß.

An sich macht alles weniger Spaß, weil man es dann versucht ‚richtig‘ zu machen. Ich stelle dann immer Fragen zum Spielverlauf, aber dann ist das Spiel ja schon vorbei. Da hofft man auf ein schnelles Ende. Aber wenn das Spiel ein langes ist, wird das ein öder Abend.

Kochbücher sind zum Beispiel auch nur als taktische Maßnahme brauchbar.

Seht ihr?

Kaum denke ich an einen Vorleser von Spielanleitungen, habe ich keine Lust mehr weiter zu tippen. Und so ist das beim Spielen auch. Mit Kindern ist das nicht so, die spielen nämlich, die ….. „ernsten“ nicht. 😉

Flacher Text.

Aber flach ist es auch am Meer.
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