Redensarten

Redensarten

Es gibt Sätze, die man so dahin sagt und keiner hört zu und keiner kümmert sich darum.

„Sag‘ es nicht weiter.“

Das ist so ein Satz.

Wenn man den verwendet, ist alles in Ordnung. Man spricht nur mit der falschen Person! Bei der Richtigen braucht man den Satz nicht.

Das ist mir neulich auch passiert, da hatte ich mich gerade aufgeregt und spontan einem Bekannten gegenüber echte Gefühle gezeigt. Also nicht solche, aber eben zuviel davon.

„Das sage ich ihm mal“, hat er dann sogar gesagt

„Nein, sag‘ es nicht weiter“, sagte ich zweimal, „das mache ich *selbst*.“

Am nächsten Tag schon traf ich ihn wieder und er sagte:

„Ich hab’s ihm gesagt, was Du gesagt hast. Er war ziemlich sauer.“

Reicht, oder?

–
„Wir schenken uns dieses Jahr nichts.“
Das gehört eigentlich nicht zu „Redensarten“, sondern zu „Leere Versprechungen“.

Ich will mich immer an Absprachen mit der besten Ehefrau von allen, die ich je hatte, halten. Da, im Wollen, bin ich absolut verlässlich.

Leider sehe ich zufällig und unabsichtlich gerade *dann* so wunderbaren Schmuck oder irgendetwas anderes für sie, dass ich das dann spontan kaufe.

Manchmal denke ich dann still vor mich hin:
„Egal, Absprache gilt für Weihnachten, schenke ich ihr zu Neujahr“.

Nicht immer liege ich richtig, zum Beispiel bei dem Buch über Lagerfeld vor zwei, drei Jahren. Aber dann leihe ich mir das eben aus.

Das ist bei Schmuck nicht so gut, aber ich bin da generell gar nicht so ungeschickt, habe ich einmal vor dem Spiegel gedacht. Es war nur einmal und danach bin ich zum Friseur gegangen.

Ich gehe immer in dasselbe Geschäft und erzähle, was sie von dort alles hat. Dann haben die Ideen, man glaubt es kaum!

Es ist keine Apotheke, das Geschäft, nur die Preise sind so. Silber ist preiswerter als Gold. Das habe ich voll drauf.

„Weißgold oder Silber“, das ist also so eine Vorgabe von mir, die in Wirklichkeit gar kein „Oder“ kennt.


Nikolaus hatte ich um Mitternacht dann auch noch etwas in ihren hohen Stiefel gesteckt. Sie hat dann morgens um 6 in meinem nachgelegt als ich schon mit dem Hund an Bäumen schüffelte.

Wohlgemerkt:
Es gab auch keine Absprache für den Nikolaustag!

Es gab nur so etwas total Unpräzises wie „Nikolaus ist für Kinder“, was ich auch nicht anzweifelte. Mit mir muss man manche Dinge auch einfach schriftlich machen, ich kann mir das dann besser merken.

Wenn ich nichts gehabt hätte, meine Fresse, da hätte ich aber ein schlechtes Gewissen gehabt!

Ich habe früher auch eine Rute eingesteckt, aber das mache ich schon seit 20 Jahren nicht mehr, weil sie, also meine Frau, dann gern „Warum?“ fragt.

„Zum Fegen!“

Ja, richtig blöd, genau wie Redensarten.

Hinterlasse einen Kommentar