Am Morgen, erster Teil

*Am Morgen I*
Heute war das noch so dunkel, dass wir unsere schwarzen Hunde beim Toben im Park hinter der Tankstelle in der Dunkelheit nur gehört haben.

Das war unglaublich entspannend, dieses schnelle Rascheln in den unsichtbaren Blättern. Wir haben gar nicht viel gesprochen, wir beiden Männer mit schwarzen Hunden.

Das waren nur solche Sätze wie „Ist schon ganz schön dunkel“, „Ja, das dauert bis die müde sind“ oder „Wissen Sie, wo die jetzt hin sind?“

Ein richtiges Männergespräch unter Männern mit schwarzen Hunden, die wissen, dass sich ihre schwarzen Hunde verstehen und sie sich auch.
Das ist so, dann muss man keinen Blumenkranz um die wenigen Worte flechten.

Danach will meiner aber zur Tankstelle. Draußen mache dann noch die Pfoten an der Zapfsäule sauber, der Hund weiß das und wartet schon darauf. Dann läuft der durch die Automatiktür neben den Tresen und wartet auf das nächste Ritual. Ich denke immer, dass er gegen die Glasscheibe läuft, aber er passt sein Tempo exakt so an, dass er da quasi durchgleitet.
In die Tankstelle dürfen Hunde auf keinen Fall rein, das ist verboten, aber ich habe das Piktogramm nicht gesehen und es hat auch keiner was gesagt, noch nie.

Es darf nur der Besitzer der Zapfanlagen nicht da sein, aber ich sehe das ja, wenn sein Auto draußen steht. Wenn der Motor schon kalt ist, das fühlt man ja auf der Haube, dann sitzt er im Büro, dann ist das auch egal. Jedenfalls darf da kein Hund rein, wegen der Hygiene und so.

Also kein einziger Hund außer dem großen Schäferhund der Freundin des Besitzers der Zapfsäulen.

Das muss man jetzt einfach mal hinnehmen können. Ich kann das.

Heute war Isa an der Kasse, die hatten der Hund und ich lange nicht gesehen. Oma war auch schon da. Alle sagen nur „Oma“ und „Du“ zu Frau Hahn, aber ich kann das nicht machen, weil sie ja viel jünger ist als meine Mutter und dann kann man ja nicht „Du, Oma“ sagen.

Der Hund liebt Oma und macht dann Bewegungen wie Shakira für Frau Hahn. Ich würde mich auch freuen, wenn Shakira mal zu mir an die Tankstelle kommen würde. Auch ohne Tanzen, so auf einen Kaffee.
Das zieht sich jetzt ein wenig, aber es muss diese gemütliche Stimmung vor Weihnachten und die Dunkelheit draußen ja irgendwie rüber kommen ohne dass man das gleich platt hinschreibt.

Ihr habt das oft so eilig und Euch ist das meistens zu lang. Das ist nicht so schlimm, Ihr dürft dann nicht weiterlesen, man kann ja auch TV einschalten oder mit einem 1000 Teile Puzzle beginnen.

Dann braucht man auch Silvester keine Raketen und Böller. Ich habe noch nie eine Rakete angezündet und diesen Lärm finde ganz schrecklich blöd.

Aber ich finde auch Puzzle mit 1000 Teilen langweilig. Das dauert so lange. 50 Teile sind wieder super. Oder 25.

Zum Beispiel mag ich Quadratzahlen lieber als lange Texte.

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