Gesundes Leben

*Gesundes Leben*

Zunächst einmal ist Leben insoweit ungesund, weil es ja irgendwann endet.

Aber Bücher, Freunde, was gibt es an Büchern zum Thema physischer Gesundheit und psychischer Hygiene allerorten!

Unfassbar.

Wer kauft das alles?
Wer liest das alles?
Wem nützt das?
Wem tut das Gutes?

Bücher über den Darm hinten und hautnah über die Haut, das schlagende Herz und den inneren Frieden. Auf Platz 1 beim Spiegel der komödiantische ‚Hirsch‘ der lockeren Unterhaltung zum Thema „Wunder, Medizin und Magie“.

Da lese ich lieber „Der Schatz im Silbersee“ zum zehnten Mal!

Und trotzdem bekomme ich gleich ein schlechtes Gewissen, weil ich „Die Cigarette“ aus dem Jahr 1927 öfter gelesen habe als ich Bücher zum Thema Gesundheit je aufschlug.

Ich googele auch keine Erkrankungen, ich werde davon nämlich ebenso krank wie vom Lesen eines Beipackzettels.

Bin ich vielleicht nicht … gesund, weil andere das offenbar tun? Lesen das Menschen meines Alters ’normalerweise‘ reihenweise? Oder hilft es, wenn man die Bücher im Regal ungelesen stehen hat auch schon ein wenig?

Eine Frage der alternden Gesellschaft?

Vielleicht auch nicht nur, denn die Jugend optimiert ihren Körper im Fitnessstudio und in Ernährungsfragen. Andererseits leidet niemand häufiger unter eingebildeten Krankheiten als ein Student der Medizin.

Vielleicht muss man gar nicht alles wissen.

Der gute Niels Bohr, der Physiker, der hatte über seiner Haustür in Dänemark ein Hufeisen hängen. Das ist für einen Naturwissenschaftler … ungewöhnlich.

Und als seine Kollegen der ‚Kopenhagener Schule‘ ihn fragten, ob er etwa abergläubisch sei, da sagte er nur:

„Nein, aber man hat mir gesagt, das es auch hilft, wenn man nicht daran glaubt.“

Der hatte mehr verstanden als er selbst wusste.

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