*… mal wieder Automobile*
Das sind ja die Pferde der Cowboys von heute, anders kann ich mir das nicht vorstellen, warum die fahrbaren Untersätze speziell auf Männer eine gewisse Faszination ausüben.
Frauen, zumindest aber die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, betrachten das moderne Pferd ja lediglich als Arbeitstiere oder „Gebrauchsgegenstände“ und nicht als Mittel zur Ausdehnung der eigenen Persönlichkeit.
Man weiß es ja nicht.
Anfang der 70er Jahre hatte mein Tante einen neuen Mercedes, einen W128er in dunklem Grün und ohne Typenschild. Das war damals neu, denke ich, dass man ein Auto gegen Aufpreis auch ohne Typenschild bekam. Man nennt den Fahrzeugtyp auch „Strich-Achter“.
In den 70ern waren Autos eher hell, ‚Ganz in Weiß‘, wie Roy auch sang oder auch in Orange, wenn es ein kleines Auto war. Große Limousinen in Farbtönen gab es damals auch, furchtbar.
Dunkelgrün, das war „Understatement“, denn die schwarze Farbe gehörte den Taxiunternehmern und den Bestattungsunternehmern.
Obwohl ich ja noch jung war, ein Kind, das aber schon mit 5 alle der wenigen Modelle kannte, machte mich das mit der Zurückhaltung und dem ‚Understatement‘ minimal mißtrauisch.
Ich habe nämlich meine Tante gefragt, welcher Motor vorn werkelt und ob das Getriebe automatisch schaltet. Das war in den 70ern, ich pubertierte mit Fragen.
„Das ist der Kleinste“, hat sie gesagt.
Das wäre der 200er gewesen.
Wir hatten ja nur 45PS im Kadett B LS Coupe im modisch hellen Blau. Da war selbst ein 200er von Daimler schon fetter. Ich selbst schwärmte von der BMW 02-Reihe oder einer Guilia von Alfa Romeo.
Aber der Tachometer des Benz ging bis 240km/h und der verbale „200er“ hatte zwei Endrohre am Auspuff.
Ein 280er oder schon der 280E!
Understatement ist nicht immer einfach.
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Auch Namen von Autos haben Traditionen. Man darf sie nicht bedenkenlos abschneiden, die alten Zöpfe. Opel hat mal mehr Autos verkauft als Volkswagen, daran erinnert man sich heute selten.
Kadett, Olympia, Ascona, Manta, Rekord, Commodore, Admiral und Diplomat!
So muss ein Opel heißen!
Astra, Omega, Calibra, Monza und Co., damit begann der Abstieg, nicht mit den qualitativen Mängeln.
Noch schlimmer lief das ja bei den Japanern von Mitsubishi, die haben einen Geländewagen für den kernigen Mann mal „Pajero“ genannt, natürlich weltweit. Ich glaube, den Pajero gibt es schon mehr als 30 Jahre.
In Ländern in denen Spanisch gesprochen wird, haben die echt wenige davon abgesetzt.
„Pajero“ heißt im Spanischen nämlich „Wichser“.
Aber vielleicht gibt es die in Spanien ja dann ohne Typenschild mit geringerem Aufpreis.