*Kopfschmerztabletten*
Heute früh war es wieder besonders schlimm. Das drückt dann so und alles staut sich, man kann gar nicht mehr voran, dazu diese Feuchtigkeit, das macht mich immer ganz fertig, allein schon, weil man dann da sitzt und anderen zusieht, wie sie sich in der Nase pulen.
Es geht nämlich um den Stau am Morgen in dieser Stadt, die weniger Brücken als Venedig hat, aber die einen kompletten Ausfall erzeugt, wenn zwei Brücken lustlos oder defekt sind.
Wir haben ja auch nach 40 Jahren Problemen mit der Mechanik einer Klappbrücke eine neue Klappbrücke gebaut. Schließlich haben wir 40 Jahre Erfahrung mit Klappbrückenproblemen.
Und eigentlich ist der Begriff „Autofahrt“ auch nicht mehr richtig, „Autostand“ ist jetzt auch nicht gut, und ich möchte gern, dass man ab jetzt vom „Autosein“ spricht.
Der Mensch identifiziert sich ja sehr stark mit seinem fahrbaren Untersatz, man merkt das schon daran, wenn jemand sagt:
„Ich stehe am Kanal“.
Die meint ja nur ihr Auto, in der Realität kauft sie gerade ein Haarfärbemittel bei Rossmann.
Andererseits habe ich neulich zu Marc gesagt, dass „mein Getriebe kaputt ist“.
Der hat nur gelacht und gesagt, dass er sich das gar nicht vorstellen kann, dass ich schon ‚Getriebeprobleme‘ habe.
Aber echt jetzt, dieser VW bekommt mit 72000km sein drittes Getriebe und ich fahre so wie meine Oma fahren würde, wenn sie noch leben würde.
„Lunge ist völlig klar und sauber im CT“, hat mein Doktor gesagt.
„Hach, nach 40 Jahren Zigaretten ist das ja schön!“, habe ich dann rausgerotzt. Der hatte gerade einen kleinen Studenten dabei und ich glaube, dass der Arzt deshalb gesagt hat, „das höre ich aber nicht gern“.
Der sieht in Weiß und mit seinem grauen Haar fast so aus wie Gott. Und Gott sieht man nie mit Zigaretten. Darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht, also ob Gott jetzt Raucher ist.
Ob der vegetarisch lebt?
Kann nicht sein, der hat ja auch die Pflanzen erschaffen! Der futtert doch seine grünen Kinder nicht.
Noch belastender wird das mit den Wörtern bei kleinen Wehwehchen und Erkältungen.
Das sind auch Wörter, die man da verwendet, heidewitzka! Da kann’s einem schon schlecht gehen, wenn es einem gut geht!
„Schnupfenspray“
„Hustensaft“
„Grippetropfen“
… und mein absoluter Favorit:
Die „Kopfschmerztablette“.
Wer denkt sich das aus?
Ist das Zeug *für* die Krankheit oder dagegen?
Schon wegen des Wortes lehne ich das ganze Zeug ab. Einfach weniger rauchen, dann geht das weg.
Und da sieht man mal wieder, dass Worte oft falsch sind, aber wenn man alles richtig machen will, kann auch das falsch sein.
Und anstrengend wie gesundes Essen.
Habe wieder zwei Löffel Zucker im Cappuccino.
Super, wenn der Milchschaum so süß ist und etwas knirscht.
—
„Time is an ocean but it ends at the shore“.