To Go

To Go

„To-Go“, das heißt „zum Gehen“, wissen Sie ja. Für mich ist das eher nur so ein „Geht-So“.

Das mit dem „Coffee-To-Go“ habe ich noch nicht verstanden. Neulich stand unter einem Schild mit dem „Coffee-To-Go“-Schriftzug sogar noch „zum mitnehmen“. Und das ‚m‘ war auch noch klein, das war dann wieder wie ein Sahnehäubchen.

Es gibt ja diese Notfälle, also wenn man in 3 Minuten abgeholt wird oder so, dann nehme sogar ich einen Pappbecher, aber das kommt nur dreimal jährlich vor.

Ansonsten trinke ich Kaffee im Sitzen aus Steingutbechern oder aus Glas. Das schmeckt aus Pappe auch gleich pappig und ich mag auch keine weiche Pappe mit heißem Kaffee in der Hand halten. Außerdem würde ich bestimmt kleckern und einen Teil verschütten, wenn ich in der anderen Hand die Hundeleine halte. Und für die Zigarette ist auch keine dritte Hand verfügbar.

Möglicherweise werden Menschen in einigen Millionen Jahren vier Hände haben. Zwei für das Mobilgerät und den Mobilkaffee und zwei weitere, um sich gestikulierend zu empören, weil es ja kaum noch Arbeit für die freien Hände gibt.

Die Leute, die es heute offenbar eiliger haben als ich und sich das Pappgetränk auf dem Weg zur Arbeit holen, verstehe ich auch nicht. An sich verstehe ich mit zunehmendem Alter eher weniger als mehr. Das habe ich mir früher doch etwas anders vorgestellt.

Warum gehen die Mobilkaffeetrinker nicht 10 Minuten früher los und genießen 10 Minuten Ruhe mit dem Becher im Sitzen und beim Quatschen mit denen, die das auch so machen?

Mit mir zum Beispiel.

Vielleicht rauchen die auch nicht mehr.
Das könnte ein Grund sein. Man sieht selten jemanden mit einem Pappbecher und einer Zigarette in der anderen Hand. Die meisten „Menschen-To-Go“ sind bestimmt Nichtraucher.

Zusätzlich kann man mit einem Becher Kaffee in den Händen das Handy nicht bedienen. Vielleicht kaufen die alle „Coffee-To-Go“ damit sie für 10 Minuten das Handy nicht benutzen, dann müssten die Hersteller von Mobiltelefonen eigentlich auch für die Müllbeseitigung der 170 Pappbecher pro Jahr und Bundesbürger aufkommen.

Angefangen hat das alles mit „Music-To-Go“ und dem Walkman von Sony. Die Japaner sind an allem Schuld. Ich hatte ja nie einen, wohl aber mobile CD-Player später und einen fetten iPod mit 160GB. Aber im Gehen oder in Bewegung auf dem Rad habe ich die Dinger nie benutzt, sondern im Sitzen im Zug, am Strand oder im Auto.

Und „Politics-To-Go“, das ist seit Donald ja der letzte Schrei. Der klingt bestimmt noch lange nach. Und bei dem hoffen ja viele, dass der bald wieder geht.

Ansonsten habe ich gar nichts gegen „Menschen-To-Go“ sondern nur gegen diese Eile, die sie sich selbst machen und die sie in gewisser Weise auch durch die Welt tragen.

Auf das „Telefon-To-Go“ kann ich trotzdem nicht verzichten. Ich schreibe trotzdem nur im Sitzen und ganz selten an der Käsetheke im Stau bei Sky.

So richtig nervös werde ich nur, wenn ich sehe, dass da irgendjemand versucht, anzurufen. Das kann ich noch weniger leiden als das ganze To-Go.

Das Telefonieren wird auch überschätzt.

 

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Habe nur die Bilder 2024 reingeklebt. Text ist von 2016. Kann so bleiben.

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