*Gelacht*
Ja, das war wieder richtig lustig heute. Wir vier, zwei Paare, waren Kuchen essen, alles so „bio“ und „vegan“. Richtig lecker, wenn man viel Zucker drüberrieseln lässt. Bei veganer Nahrungsaufnahme geht es in der Regel nicht immer lustig zu sondern meist ernster. Der vegan lebende Mensch neigt des Öfteren zur ernsten Sparte des Lebens. Rauchende Veganer sind zum Beispiel eine seltene Spezies.
Und wir vier bringen fast 250 Jahre zusammen. Wir sind nicht mehr ganz so wild und irre wie früher.
Sogar die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, hat Tränen gelacht, so richtig laufende Tränen, das hat man ja ab 50 nicht jede Woche.
Matthias hat neulich mit Kristin nämlich einen Besuch in der „Fliesenwelt“ gemacht, die haben 1000qm und nichts als Fliesen an Wänden, Ständern und auf dem Fußboden. Sozusagen ein echter Fliesenladen, man kann sich das vielleicht als Leser vorstellen.
Dann sind die beiden erstmal allein durch den Laden, in aller Ruhe zum Herumkucken und zum Anfassen aller Fliesen. Es ist schwer, das Richtige zu finden, wenn die Auswahl an Fliesen zu groß ist. Das ist so wie bei der Wahl des Ehepartners nur eben noch härter.
Dann kam endlich der Verkäufer und Matthias hat ihn gleich ganz direkt angesprochen:
„Sagen Sie mal, haben Sie auch ….. Fliesen?“
Er spricht das aus zwei Meter Höhe. Seine Frau ist da sozusagen ‚tiefergelegt‘ wie ein Sportwagen. Das ist seiner Frau manchmal peinlich. Also nicht der „kleine Unterschied von 40cm“, wie er gern sagt, sondern die Fragestellung mit todernstem Augenaufschlag.
Noch peinlicher war da nur der Satz ihres Gatten zu ihrem runden Geburtstag vor 50 geladenen Gästen:
„Zwischen unseren Beinen laufen nur noch die Kinder“.
Man erzählt sich, dass man sie etwas später unter den Mänteln an der Garderobe gefunden hat, aber ich weiß nicht, ob das stimmt.
Hach, der Fliesenladen als Thema im Café, habe mich verloren in Erinnerungen:
Und dann haben meine Frau und ich so lachen müssen im Café mit dem Fliesenboden. Lachen auf Fliesen ist ja immer etwas lauter als zum Beispiel unter Bettdecken, das kennt man ja vom Badezimmer.
Doch drei Meter entfernt saßen zwei sehr alte Damen mit frisch für den Samstagkaffee onduliertem Grauhaar und strengen Augen. Der Persianer passte gut zum Grau, die Augen auch. In den Augen war leider wenig Leben zu entdecken, das tote Tier war gar frischer.
Und dann sprach das Persianer-Fell:
„Man kann auch leise lachen! Wir können uns gar nicht unterhalten.“
Da ist mir dann das Lachen irgendwie verreckt.
„Verreckt“, das war jetzt irgendwie doof, weil die Damen ja auch nicht so ganz jugendlich waren.
„Lebensbejahende Gefühlsäußerungen“ seien „öffentlich nicht so hoch angesehen“, bemerkte Matthias trocken.
Die Damen gingen dann nach 15 Minuten ziemlich langsam und ließen sich vom Ober bis auf die Straße begleiten. So schlecht zu Fuß waren die eigentlich gar nicht …. nur langsam. Die Tür neben unserem Fenstertisch blieb offen. Und bei 6°C und nördlichen Winden wurde es zügig recht kühl an den Füßen.
„Man kann auch schneller durch eine Tür gehen!“, habe ich dann kurz ganz laut hinterhergerufen.
Hach, ich hab’s ja nur gedacht. Schade.
Zu laut gelacht, das kannte ich noch nicht.
Morgen werde ich an der Supermarktkasse laut und tief atmen. Freue mich jetzt schon auf böse Blicke.
Frage 1) Wen hat man unter den Mänteln an der Garderobe gefunden- sie, die Ehefrau, oder sie, das Ehepaar?
Frage 2) Wieso wurde der Persianer von den Veganern nicht zum Anlass genommen, sich im Café die Kleider vom Leib zu reißen und „Lieber nackt als Pelz!“ zu schreien?
Frage 3) Gehört laut stöhnen eigentlich auch zu den „lebensbejahenden Gefühlsäußerungen“?
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ad 1) … man fand sie, die Ehefrau. Um ihn in einer Garderobe suchen zu müssen, braucht man die eines mittelgroßen Theaters.
ad 2) Ich have auf eine Bemerkung zum Tragen eines Persianers in einer veganen Bäckerei verzichtet, weil ich selbst eine Lederjacke trug. Meine Schuhe waren auch nicht vegan. Da ist man schon froh, wenn man drinnen essen darf.
ad 3) Tja, das laute Stöhnen. 🙂 Kindergeschrei und bellende Hunde, was würde man da denn sagen? Mancher betrachtet das ja gleichwertig. So ähnlich könnte es mit dem Stöhnen sein, wenn es nicht das wegen der Schmerzen nach einem Tritt auf dem Fußballplatz ist. Jedes andere laute Stöhnen ist solange eine positive Lebensbejahung wie es anonym und unsichtbar bleibt? Keine Ahnung. Habe darüber noch nicht nachgedacht und wurde auch nicht darauf angesprochen. 😉
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