*Worte zu Wörtern*
Es stand ja auch in der Zeitung als das neue „ZEITmagazin Mann“ erstmals erschien:
Männer sprechen täglich durchschnittlich 12000 Wörter, Frauen hingegen 24000.
Das sind 1000 Wörter pro Stunde, wenn die Frau nicht schläft. Wenn die jedoch beispielsweise lange schläft, dann muss sie am Tag sogar recht schnell sprechen!
Das ist zunächst alles schockierend, doch das ist ja alles nur der *Durchschnitt*. Mein Sohn zum Beispiel kann, wenn es nur eine lange Tagesdiskussion gegeben hat, auch deutlich unter 1000 Wörtern bleiben, sogar, wenn man die unverständlichen Wörter mitzählt. Meine Frau, die beste Ehefrau von allen, die ich je hatte, würde jetzt sagen, dass ich auch noch weitere Söhne mit meinen Tageswörtern auf einen Schnitt von 12000 hochziehen könnte.
Das stimmt nicht.
Selten gibt es auch für einen Tag eine ganz schweigsame Frau, dann muss aber eine andere schon auf 48000 kommen. Wie sprechen die das ab? Das ist schon zeitlich schwer. 48000! Da muss beim Duschen gesungen werden, sonst ist das Vollstress.
Barbara Schöneberger braucht zum Beispiel sehr viel Schlaf. Sonst würde die nicht tagsüber so viel und so schnell reden. Oder ist die nach ihren ca 50000 so fertig, dass sie schlafen muss? Dann geht das ein Leben lang so weiter.
Ich glaube, dass Barbara einen geheimen Vertrag mit Angela hat, die ist nämlich eine 10000er Frau und die Barbara lässt sich die zusätzlichen 14000 bezahlen! Und so entstand auch dieses amerikanisch griffige „Wir schaffen das.“ Angela hatte schon 9997 und mehr durfte sie an dem Tag nicht.
Warum sprechen Frauen so viel und Männer scheinbar so wenig?
Erstens sprechen Frauen untereinander auch *gleichzeitig*. Daher liegen Wörter regelrecht aufeinander und man darf dann nur ein Wort zählen, jedenfalls als Mann. Wir hören nie beide Wörter. Zweitens machen sie das mit der „Gleichzeitigkeit“, also meine speziell, auch bei Männern, die aber dann verstummen und die 13000er Marke nicht erreichen. Ich komme bei übereinander liegenden Wörtern gedanklich sofort vom Weg ab, weil mein Wort immer unten liegt.
Meine Frau aber kommt durch jeden Wort-Dschungel bei sieben sprechenden Frauen an einem Tisch. Es ist wie Hexerei, die ja auch eher von Frauen betrieben wurde. Hexen kennt jeder, den Hexer gab es nur einmal bei Edgar Wallace.
Drittens erfordern Kundenkontakte, Kindergärten und Schulen wesentlich mehr gesprochene Wörter als vorwiegend männliche Tätigkeiten wie zum Beispiel im automobilen Bereich. Im Erziehungssektor arbeiten ja heute mehrheitlich Frauen. Da fragt man sich dann schon mal, wer denn als Lehrer mal bei den Jungs beim Fußball mitspielt. Schon Grundschüler lernen ja, dass man machen soll, was die Frau an der Tafel sagt. Klar, dass die irgendwann rebellisch werden und auch mal Vorstandsvorsitzender sein wollen.
Und heute tunneln ja sogar Erdkunde-Lehrerinnen ihre männlichen Schüler, was denen auch nicht viel Selbstbewußtsein einimpft. Die sitzen danach schweigend an der Playstation. Deshalb müssen sie von Männern ausgespielt werden, das motiviert.
Vielleicht suchen sich Männer auch zu Erholungszwecken Berufe, die wenig gesprochene Worte erfordern. Therapeuten sind meistens männlich. Andererseits hören die ja zu Hause auch viel zu, ich weiß gar nicht, wie die mit diesem Wortstau umgehen. Manche schreiben dann Bücher. Aber vielleicht reden die auch manchmal miteinander. Zahnärzte sagen ja bei der Arbeit nur, was sie gerade machen obwohl das keiner genau wissen will. Das sind auch überwiegend Männer, Frauen schminken hingegen andere um den Mund herum bei Douglas, aber selten innen. Das sieht auch besser aus. Und der Mund, der kann sprechen, beim Zahnarzt gurgelt es dann nur so.
Einen 12000er schaffen männliche Zahnärzte nicht mal. Aber wenn die später oder abends Versicherungen verkaufen würden, könnten die das ausgleichen. Andererseits sagen V-Vertreter ja oft dieselben Texte, fast wie früher Fahrstuhlführer. Ganze wiederholte Sätze darf man an sich nur einmal zählen, wenn es um die Tagesbilanz geht.
Frauen sagen nie denselben Satz zweimal, wenn wir jetzt das Inhaltliche mal weglassen.
Und Frauen denken beim Sprechen sogar weiter, vorher oder auch mal danach. Das habe ich etwas zurückhaltend ausgedrückt, weil ich nur eine Frau gut kenne und ihr zuhöre.
Männer hingegen machen beides nicht gleichzeitig. Sie denken in der Stille und sprechen dann. Das konnte man bei Helmut Schmidt regelrecht sehen, weil er das Denken mit Mentholzigaretten machte. Also nicht richtig aber fast. Und man kann beim Saugen oder Einatmen nicht sprechen.
Ich weiß nicht, wie Frauen das machen.
Manche Männer sprechen gar nicht. Das sind die ganz weisen. Oder die erholen sich gerade akustisch.
Irgendwann kommt dann plötzlich ein Satz, der einen *richtig* umhaut, auch oft ganz kurz nur und regelrecht eruptiv.
Bei mir sagen die manchmal …. „Halt’s Maul“.
http://www.sueddeutsche.de/leben/wer-spricht-mehr-schwaetzer-und-schweiger-1.251202
Es gibt auch andere Untersuchungen, hier offenbar wurden nur Personen unter 30 befragt. Nun ja.
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du kannst ja nicht über 12000 kommen, sonst sagt ja deine Beste aller.Ehefrauen, du sollst ihr nicht dauern reinreden ! Und mit zunehemenden Alter wissen wir ja schließlich auch, was wir sagen „dürfen“, da verkürzt sich dann automatisch der Wortschatz und begrenzt sich aufs Wesentliche.
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Der gedachte Wortschatz bleibt gleich aber ich vermute, dass die aktuelle Umfrage bei unter 30 jährigen aus der „Findungsphase“ mit nahezu identischem Output bei Männern und Frauen im Allgemeinen falsche Ergebnisse konstatiert, weil Männer später weniger sprechen und Frauen die Lücken stopfen.
…. natürlich könnte man dies böswillig auch andersherum formulieren. Es könnte jedoch sein, dass meine Frau das liest.
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