Mathematik I

Wenn man viel mit Oberstufenschülern und Studenten gearbeitet hat, erlebt man das ganze Leben.

Das gilt auch für jeweils angesagte Moden und weibliche Schüler.

Im Sommer bei großer Hitze in engen Räumen kann das auch ablenken und die notwendige Konzentration auf Lehrerseite einschränken.

So erinnere ich mich speziell an eine in der ersten Reihe, die trotz leichtester Bekleidung ständig sagte „… ist mir heiß“.

Keineswegs provokativ oder nervig aber ablenkend, aber durch die verbale Begleitung zusätzlich offen … sichtlich.

Der habe ich dann ein T-Shirt zum Überlegen gereicht, damit man sich auf die Fragen zum Chi-Quadrat-Test konzentrieren kann.

Kein Problem, die nahm das ebenso locker wie das T-Shirt. Und die war wirklich gut, in Mathematik.

Vor der sommerlichen Prüfung hatte ich dann trotzdem etwas Sorge wie sie zur Mündlichen erscheint. Also habe ich sie wenige Tage vor den Termin bei der Themenabsprache noch gebeten:

„Tu‘ Dir und mir einen Gefallen und hör‘ mir jetzt genau zu: Wenn Du über den C-Punkt (Bem: „Cournotscher Punkt“) sprichst, dann will ich den bei Dir nicht sehen können.“

Es kam nur ein etwas langgezogenes „Okaaaay“.

Sicher war ich nicht, aber deutlicher wollte ich auch nicht.

Jedenfalls lief die Prüfung flüssig.
Sie im hochgeschlossenen, knielangen, schwarzen Kleid, sogar mit kurzem Arm.

Bei der Abschlussfeier habe ich dann nur noch lächelnd gesagt:

„Danke für ….“

„Na, ich hatte das ja auch verstanden.“

Kurze Pause für ein Grinsen.

„… auch das, was sie noch gesagt haben.“

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