Der Hexer von St. Pauli

Der Hexer von St. Pauli

Das ist keine einfache Situation, aber meine Entscheidung „steht“.

Es geht hier um Fußball.

An sich könnt Ihr hier auch sofort wegklicken, es geht nur um das Runde, das ins Eckige muss.

Fast.

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Beim Besuch Helmut Kohls bei Willy Brandt in Unkel 1992 -als Brandt bereits sehr schwer krank war-, bestand der bettlägrige Brandt darauf, Anzug, Hemd und Krawatte zu tragen.

„Herr Brandt, für mich müssen Sie doch nicht ….“ sagte Kohl.

„Wenn mein Bundeskanzler kommt, werde ich mich ja wohl ordentlich anziehen!“

„Mein“ Bundeskanzler.

Damals hatten die Stil.

„Herren“ waren das.

Und „Freunde“ waren die beiden nicht, zu keiner Zeit.

Über Jahrzehnte nicht.

Aber „mein Bundeskanzler“.

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„Stil“, den kann ich nicht bieten.

St. Pauli, Wolfsburg und Heidenheim belegen vor den abschließenden Spielen die letzten drei Plätze in der Bundesliga-Saison 2025/2026.

Nur ein Club hat die Chance, in zwei Spielen gegen den Dritten der 2. Liga weiterhin ‚erstklassig‘ zu bleiben.

Das „Endspiel“ um den Relegationsplatz findet in dieser Woche statt.

Natürlich bin ich hier auf der Seite vom FC St. Pauli. Man könnte im Sinne Enid Blytons sagen, dass ich einer der „Fünf Freunde“ bin.

Und ich spiele nicht, aber „mit“.

Mit einem Zauber.

Warum?

„Wolfsburg“ hieß vorher „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben“, ein Propaganda-Name, unsympathisch.

Danach leihte man den Namen des Schlosses in der Nähe aus.

Man nennt den VfL auch die „Wölfe“.

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Heidenheims Name geht laut einer Theorie darauf zurück, dass die vordringenden Franken und Alamannen die früheren, nicht-christlichen römischen Erbauer als „Heiden“ bezeichneten.

Das neu entstandene Dorf an den antiken Ruinen wurde folglich als „Heim bei den Heidenbauten“ benannt.

Kurz: „Heidenheim“

Möglich, aber nicht gesichert.

Genau wie der Verbleib in der Bundesliga.

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„St. Pauli„

Der Name leitet sich von der örtlichen St.-Pauli-Kirche ab.

Diese Kirche wurde wiederum nach dem Apostel Paulus benannt.

„Paulus“ bedeutet „klein“ und „demütig“.

Sympathisch.

Das Einzige, was mich stört am FC St. Pauli, sind deren meist -entschuldigt- kackbraune Trikots.

Regenbogenfarben, so ist St. Pauli!

Bitte ändern!

Da tobt das Leben, der Hafen, Konzerte, Touristen, Kriminelle, Regen, sogar Bob Dylan genoß 2003 St. Pauli auf seinem Fahrrad.

Nicht Wolfsburg, nicht Heidenheim.

Was spricht nun gegen die „Wölfe“ und die „Heidenheimer“?

Wolfsburg:

Schon wegen meiner Erfahrungen mit einem VW Sharan vor 20 Jahren kann ich den VfL Wolfsburg -leider- nicht unterstützen.

Ich finde die Mannschaft toll, deren Meisterschaft „kürzlich“ auch.

Wunderbar.

Aber dieses VW-Logo auf der Brust, das erinnert mich an die Abgase im Innenraum des Sharan und den „Konstruktionsfehler“ für dessen Korrektur ich dann zahlen musste.

Sorry, VfL.

Maxi Arnold ist ein toller Spieler, seit Jahren ist er das. Ich würde ihn mit zur WM nehmen.

Es ist aber möglich -ich will nicht unken-, dass Nagelsmann -ich schätze ihn- auch einmal VW fuhr.

Mein Passat hat ja schon das dritte Getriebe. Das letzte ist nicht von VW, das hält seit 180000km.

Auch gute Erfahrungen habe ich mit VW, aber die schlechten haften.

Fast wie im Leben.

Leider. Manchmal.

Der Sharan war „2. Liga“.

Das war ja „ein gutes Auto“ -wie der Meister sagte- also ist es in der 2. Liga bestimmt auch „gut“ für den VfL Wolfsburg.

Heidenheim:

Dort ist es wirklich schön, ‚in Ulm und um Ulm herum‘, geschichtlich zudem höchst reizvoll.

Baden-Württemberg, aber unweit des Freistaates nebenan. An sich „gutes Karma“, könnte man denken.

Seit 1300 vor Chr. ist die Gegend Heidenheims schon besiedelt.

Das ist also 3326 Jahre her.

Für jedes Jahr hat das heutige Stadion dort exakt 4,5 Sitzplätze.

Und es liegt in 555m Höhe über Normalnull.

Es ist das höchstgelegene Stadion der Bundesliga!

Horst Blankenburg (*1947) spielte mit Cruyff, Neeskens und Krol für Ajax Amsterdam und gewann dreimal den Europacup der Landesmeister.

Später spielte er auch für den HSV.

Hennes Weisweiler nannte ihn den „besten Libero Deutschlands“.

Aber da war ja noch ein „Kaiser“, den hätte der Hennes -klug wie er war- im Mittelfeld aufgeboten.

Ich auch.

Und Horst Blankenburg stammt aus Heidenheim.

Außerdem wurde 1974 „Großkuchen“ von Heidenheim eingemeindet.

Ich liebe Kuchen.

Und Heidenheim.

Jetzt kommt das große Aber:

In der Zeit der Hexenverfolgungen 1607-1632 wurden in 25 Jahren zehn Frauen -überwiegend auf dem Scheiterhaufen- als „Hexen“ nach Prozessen umgebracht.

In Heidenheim.

Kürzlich.

Ich schätze Frauen sehr.

Sogar die Dunklen, die mich einst verhexten.

Sorry, Heidenheim.

Auch in der 2. Liga ist es schön.

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…. ja, auch Hamburg ist keineswegs frei von Schuld, ging jedoch angeblich -die Aktenlage ist unklar- „moderater“ vor, so zumindest die gängige, heutige Sicht auf grausame Praktiken in der Zeit von 1500 bis 1700.

Von Mitte des 15. Jhd bis Mitte des 17. Jhd wurden neben 30 Frauen als Hexen auch 7 Männer als Hexer verurteilt.

So war Hamburg.

…. und Braunschweig, Wolfenbüttel und die Wolfsburger Gegend? Sprechen wir nicht darüber. Es muss schrecklich gewesen sein.

Schlimmer als „Sharan“.

Kurz:

„Dreck am Stecken“ bei Zauberei und Hexenwerk haben sie alle.

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St. Pauli?

Was spricht gegen St. Pauli?

Nichts.

Am Millerntor hat Prince gespielt! In den 80ern. Das lauteste Konzert, das Hamburg je erlebte.

Man hörte Prince noch in Winterhude. 8700 Meter entfernt.

So ist St. Pauli, zügellos.

Fantastisch.

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Zuletzt habe ich den HSV durch den 3:2-Sieg über Freiburg in der 1. Liga gehalten.

Durch „Voodoo„.

Ihr solltet das mehr so betrachten wie Kinder „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preußler lesen.

Ich bin nur „Der kleine Hexer“.

Aber erfolgreich in diesem „Business“:

Vorher hatte ich den SC Freiburg gegen Braga ins Europa-Cup-Finale gebracht.

Ich schwächte kurzfristig Braga durch einen geheimnisvollen Zauber.

Ist eine männliche Hexe ein Hexer?

Und ich tat das, obwohl ich in Freiburg an einem dieser pittoresken, kleinen Kanäle in der Innenstadt Anfang der 80er fürchterlich auf die Fresse fiel.

Wenn das passiert, muss man eigentlich eine Freiburgerin ehelichen. Ich fand bislang nur Alexandra Maria Lara als gebürtige Freiburgerin. Leider scheint sie sich in einen anderen Stolperer verliebt zu haben.

Ein ganz großer Freund Freiburgs bin ich geblieben.

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…. aber eben auch Hamburgs.

Und jetzt möchte ich beide Clubs aus der schönsten Großstadt Deutschlands in Liga 1 „halten“.

Der FC St. Pauli soll die Chance in den Relegationsspielen bekommen.

Es ist angerichtet.

Alles.

Voodoo.

Mir fehlen eigentlich noch langbeinige Puppen, deren Beine ich für Wölfe und Heiden verknoten wollte.

Zunächst hatte ich auch Tieropfer angedacht, aber das macht mir zu viel Blut und schmutzt ungemein.

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Bitte?

Hat da jemand „unfair“ gerufen?

Nein, das ist es nicht!

Ich bin sicher, dass in Wolfsburg -von VW gesponsort- ebenfalls gehext wird.

Und Heidenheim?

Ja, das Stadion mag nah am Himmel gebaut sein, aber gerade in kleineren Orten wird viel ‚unter vorgehaltener Hand‘ gesagt, und da wird sicher auch Negatives gewünscht!

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Natürlich unterstütze ich auf Wunsch auch in anderen schwierigen Fällen, kostenfrei im Fall von Schwiegermüttern und bei Schwierigkeiten mit schwierigen Lehrkräften in schwierigen ‚Schulfällen‘.

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„peace, tranquility and good will“

3 Gedanken zu “Der Hexer von St. Pauli”

  1. Ich bin einfach zu blöd. Leider hat mein „Zauber“ gegen Wolfsburg auch schon im Pokalfinale der Frauen gegen Bayern München gewirkt.

    0:4

    Bitter.

    Andererseits ist es ein Beweis der Wirksamkeit. 🙂

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