Vom wahren Leben keine Ahnung

Vom wahren Leben keine Ahnung


Manchmal ist es sinnvoll, sich vor einen Spiegel zu stellen und darüber nachzudenken, ob man noch „mitreden“ kann oder ob man hoffnungslos „verloren“ in alten Zeiten lebt.

Es war 2001.

Damals setzten wir zu dritt in einem Automobil mit Hilfe einer Fähre auf einem Wasser zu einer Insel über.

„Zu-in-mit-auf-zu-über“.

Dass mir so etwas noch gelingt!

Welche Insel das Ziel war, das weiß ich nicht mehr.

Juist? Nein, da gibt es keine Autos.

Sylt? Nein, da fährt man mit einem Autozug.

Föhr? Amrum? Egal.


Es war ein roter VW Passat mit 107PS und einem Heckspoiler. Mit Wurzelholzlenkrad. Das war das Beste am ganzen Auto, das Original klebte bei Hitze, das hat ‚VW‘ gleich eingesehen als er klebrige Finger am Lenkrad bekam, der Meister.

An der Hose abgewischt, ich sehe ihn heute noch. Als er so abrieb, hatte ich gewonnen. Man brauchte früher nicht viele Worte.

Aber Hosen.

Mit „Kassette“, der lebte bis 2007.

Ein Begleiter.

Der Passat, nicht der Meister.


Hach, das Thema, sorry. Fähre.

Jedenfalls war am Anleger so ein „Restaurant“ zur Schnellverpflegung. Man sagt das auf Englisch so ähnlich.

Meine Frau, die schon damals die beste Ehefrau von allen war, die ich je hatte, wollte dort einen „Burger“ kaufen und essen, ich wollte keinen.

Im Auto haben das ganz kleine Kind und ich gewartet. Ich kann den Geruch von Fritteusen nicht ausstehen.

Das sind Geräte mit heißem Fett, keine weiblich gelesenen Menschen. Trotzdem sind deren Pronomen „she/her“.

Und dann habe ich von dem Ihren abgebissen -nein, nicht vom Pronomen- , es war sehr weich, es zerfiel zu einer Art Matsche im Mund, nein, es hat mir nicht so gut gefallen. Es war das einzige Mal in meinem Leben, dass ich von so einem kommerziellen Weichteil abgebissen habe.

„Biss“ heute sozusagen.

Den Erfolg solcher Ketten verstehe ich nicht.

Provokant nachgefragt:

Basiert der auf „Geschmack“ oder auf „Geschwindigkeit“?

–

„Bad Bunny“ ist jetzt mein bester Freund.

Großartig.

So schnell ist noch nie jemand mein Freund geworden. Ich dachte bei Namensnennungen an ‚Bugs Bunny‘ und hatte keinen Schimmer von seiner Musik.

„Bugs Bunny“ hat nichts mit dem Playboy zu tun, das war eine Comicfigur, die sich im TV bewegen konnte. Also nicht richtig, es waren nur viele gezeichnete Bilder nacheinander, wie bei einem „Daumenkino“.

Das hat nichts mit Betten zu tun. Der Finger.

Hach, ja, auch das versteht ja niemand mehr, der seinen Daumen auf Bildschirmen bewegt.

Im Radio habe ich den männlichen „BB“ auch nicht bewusst wahrgenommen, ich höre ja noch Musik von „Compact Discs“.

Für die Jüngeren:
Das sind kleine Plastikscheiben mit circa 12cm Durchmesser, metallisch bedampft, mit einem Loch in der Mitte. Also wie ein kleiner Crepe, sehr dünn. Manchmal kann man auch hindurchsehen, ganz wie bei der französischen Süßspeise.

Aber da war kein „Grand Marnier“ drauf, da ist Musik drauf, in Form von „Strichen“ und „Punkten“, man kann auch „hoch“ und „tief“ sagen, egal. Man sieht das nicht, das ist sehr klein.

„Grand Marnier“, der hat nichts mit Skat oder den guten Manieren zu tun, der ist flüssig und sehr aromatisch. Ein Getränk.

Heute holen die meisten die Musik aus der Luft oder dem „Äther“. Die wird „geströmt“ ohne sie herunterzuladen.

Es strömt, es fließt, es flattert.

Bei Haaren „flattert“ dieses Schdrieming.

Auch damit kenne ich mich gar nicht aus, mit langen Haaren schon besser. Aber dafür hatte ich auch schon mehr Zeit als ihr.

Ich habe noch nie mein Telefon mit diesem „BlueToo“ zum Musizieren benutzt.

Wozu auch?

Gegen Lebensende stellt sich oft eine Frage:

Habe ich viel verpasst?


–
„peace, tranquility and good will“

3 Gedanken zu “Vom wahren Leben keine Ahnung”

  1. Also du bist ja zwei Jahre älter als ich, ich kann trotzdem bei vielem mitfühlen. Mit Essen bei Maces habe und hatte ich aber noch nie ein echtes Problem, gut? na ja , nicht unbedingt, aber es sättigt, zumindest für ein Weilchen. Musik in ströhmen? Ja gerne und immer wieder, selbstveständlich auch über Bluetooth, unterwegs und zu Hause. Auf die Insel war ich ohne Auto übegestzt, mit dem Zug bis zur Küste und dann zu Fuß, es war Winter und windig, ja, die Insel war Norderney und es hate mir gut gefallen, hatte gerade Liebeskummer.

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  2. Du bist -zweifelsohne- wesentlich „jünger“ als ich. 🙂

    Burger und Streaming!

    Die „61“ von Maddin61″ steht für den Highway 61.

    Ob Alter oder Geburtsjahr, auf eine „61“ komme ich da nur bei Bob Dylan. Deine 2-Jahres-Vermutung ist -vermutlich- falsch.

    Aber richtig ist, dass ich 2001 schon ein Auto lenken durfte.

    Oder „noch“? 😉

    Insel sollen symbolisch für „Liebeskummer“ stehen. Vor allem, wenn man die ganze Insel für sich allein hat.

    Auf den anderen (Inseln!) trifft man ja oft dieselben Leute. Wenn der Kummer an Land blieb, ist man auf Inseln ziemlich sicher.

    LG

    M.

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